BioNTech Aktie: Rekordzahlen voraus!

Pfizer und BioNTech brechen COVID-19-Studie mangels Teilnehmern ab. Anleger werten dies als Kostensenkung und fokussieren sich auf die vielversprechende Krebsforschungspipeline des Unternehmens.

Eduard Altmann ·
BioNTech Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekrutierungsprobleme führen zum Studienabbruch
  • Fehlende Daten für FDA-Zulassungsentscheidung
  • Anleger sehen Kosteneinsparungspotenzial
  • Fokus liegt auf Onkologie-Pipeline und Finanzstärke

Pfizer und BioNTech haben eine groß angelegte US-Studie zu ihrem aktualisierten COVID-19-Impfstoff für Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahren abgebrochen. Der Grund: Zu wenige Teilnehmer konnten rekrutiert werden. Die Reaktion der Märkte war trotzdem positiv — ein Widerspruch, der sich bei näherer Betrachtung auflöst.

Warum die Studie scheiterte

Das Ziel war ambitioniert: zwischen 25.000 und 30.000 Probanden sollten eingeschlossen werden. Die FDA hatte strenge Kriterien vorgegeben — keine chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes. In der Praxis scheiterten laut einem Vertreter einer beteiligten Auftragsforschungsorganisation mehr als 80 Prozent der Interessenten bereits beim Vorscreening an diesen Anforderungen.

Am 6. März wurde die Rekrutierung geschlossen, am 3. April endet die Überwachung der verbliebenen Teilnehmer. Pfizer und BioNTech betonten ausdrücklich: Sicherheitsbedenken oder ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis spielten keine Rolle.

Regulatorischer Druck und ein offener Kalender

Das Scheitern der Studie hat konkrete Folgen für die Zulassungslage. Derzeit ist kein COVID-19-Impfstoff für gesunde Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahren in den USA vollständig zugelassen. Comirnaty von Pfizer und BioNTech sowie Modernas Spikevax sind für Personen ab 65 Jahren und jüngere Hochrisikogruppen freigegeben — nicht jedoch für diese Altersgruppe.

Für ein FDA-Beratergremium, das im Mai über die Impfstoffzusammensetzung für den Herbst entscheiden soll, fehlen nun die Studiendaten. Der frühere FDA-Chefwissenschaftler Jesse Goodman formulierte es direkt: Ohne Daten werde es wahrscheinlich keine Präsentation geben — und ohne Präsentation möglicherweise keine spezifische Zulassung für diese Altersgruppe.

Zusätzlich verlässt Vinay Prasad, der FDA-Impfstoffchef, der die placebokontrollierten Studien für gesunde Erwachsene und Kinder vorangetrieben hatte, die Behörde noch in diesem Monat.

Warum der Kurs trotzdem stieg

Nur rund 18 Prozent der Amerikaner haben sich in der Saison 2025/26 einen COVID-Booster verabreichen lassen — trotz zehntausender jährlicher Todesfälle in dieser Altersgruppe. BioNTech hat sinkende Comirnaty-Erlöse bereits in seine Finanzplanung für 2026 eingepreist und verweist auf veränderte Impfempfehlungen sowie den Übergang von Mehrjahresverträgen zu privaten Märkten.

Vor diesem Hintergrund interpretierten Anleger den Studienabbruch offenbar als Wegfall einer kostenintensiven Verpflichtung ohne realistische Erfolgsaussichten. Die Aktie legte am Mittwoch zu und notiert aktuell rund 6,6 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief.

Der eigentliche Fokus der Investoren liegt längst woanders: auf der Onkologie-Pipeline. Für 2026 stehen sieben Datenpräsentationen aus späten klinischen Programmen an, fünf davon mit potenzieller Zulassungsrelevanz. Dazu kommt ein Kassenbestand von rund 17,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 — genug Spielraum, um den Umbau vom Pandemie-Unternehmen zum Krebsspezialisten zu finanzieren.

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BioNTech Aktie

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KGV 0,00
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 19,69 Mrd. EUR
ISIN: US09075V1026 WKN: A2PSR2

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