BioNTech Aktie: Sahin und Türeci gehen bis Ende 2026
BioNTech schließt mehrere Standorte, der Nettoverlust steigt auf 1,1 Milliarden Euro. Parallel verlassen die Gründer das Unternehmen.

Kurz zusammengefasst
- Schließung von vier Standorten
- Nettoverlust auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen
- Gründer Sahin und Türeci gehen
- Aktienrückkauf von einer Milliarde Dollar
BioNTech schließt Werke, verliert seine Gründer und macht dennoch weiter Miese in dreistelliger Millionenhöhe. Drei große Baustellen laufen parallel — und die Aktie steckt seit Wochen in der Seitwärtsbewegung fest.
Werksschließungen sollen Milliarden sparen
BioNTech zieht sich aus drei deutschen Standorten zurück. Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sollen bis Ende 2027 schließen. Ein Impfstoffwerk in Singapur folgt bis Februar 2027.
Zusätzlich gibt das Unternehmen die Tochter JPT Peptide Technologies auf. Die 2009 übernommene Firma gilt als nicht mehr profitabel. BioNTech sucht bereits einen neuen Lieferanten für Peptide und will die Sparte bis Ende 2026 abwickeln.
Der Umbau kostet Jobs. Rund 1.860 Stellen sind an den deutschen und dem Singapurer Standort betroffen, bei JPT Peptide zusätzlich bis zu 140. Im Gegenzug verspricht sich BioNTech ab 2029 wiederkehrende Einsparungen von etwa 500 Millionen Euro pro Jahr — Geld, das in die Krebsforschung fließen soll. Für die freiwerdenden Werke prüft der Konzern auch einen kompletten oder teilweisen Verkauf.
CureVac-Übernahme nimmt letzte Hürde
Parallel zum Werksumbau kommt die Übernahme von CureVac voran. Die CureVac-Aktionäre stimmten dem Umtauschangebot mit einer Mehrheit von über 99 Prozent zu. Das Bundeskartellamt hat den Zusammenschluss inzwischen freigegeben.
Damit fallen die letzten regulatorischen Hürden für den Deal. BioNTech will mit der Übernahme seine Position in der mRNA-Technologie ausbauen.
Verlust wächst, Aktienrückkauf startet trotzdem
Die Zahlen für 2025 zeigen den Preis des Umbaus. BioNTech erzielte einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro, der Nettoverlust stieg auf 1.136,1 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Minus noch bei 665,3 Millionen Euro gelegen.
Für 2026 rechnet der Vorstand mit Erlösen zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro — ein weiterer Rückgang gegenüber 2025. Trotz der roten Zahlen startet BioNTech einen Aktienrückkauf von bis zu einer Milliarde Dollar über die nächsten zwölf Monate. Die Kriegskasse gibt das her: Ende Dezember 2025 lagen 17,2 Milliarden Euro an Barmitteln und Wertpapieren in den Büchern.
Sahin und Türeci gehen
Die dritte Baustelle betrifft die Führung. Firmengründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen BioNTech bis Ende 2026. Beide wollen eine eigene Firma für die nächste Generation von mRNA-Innovationen aufbauen.
Der Aufsichtsrat hat bereits die Suche nach Nachfolgern gestartet. Ein Führungswechsel dieser Größenordnung während eines laufenden Konzernumbaus ist selten — und dürfte die Aufmerksamkeit der Anleger in den kommenden Monaten zusätzlich schärfen.
Aktie pendelt zwischen Erholung und Rückschlag
Am Freitag schloss die BioNTech-Aktie bei 80,20 Euro, ein Tagesminus von 1,41 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,86 Prozent zu Buche. Über 30 Tage gerechnet liegt das Papier dennoch 7,36 Prozent im Plus.
Seit Jahresbeginn verliert die Aktie 2,79 Prozent, auf Zwölf-Monats-Sicht sind es 17,66 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 105,80 Euro aus dem Januar trennen die Aktie aktuell 24,20 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 68,35 Euro vom März besteht dagegen noch ein Polster von 17,34 Prozent.
Der RSI von 48,5 signalisiert neutrales Terrain, weder überkauft noch überverkauft. Der Kurs liegt knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 79,38 Euro, aber deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 85,13 Euro — ein Bild, das zur aktuellen Umbauphase passt: kurzfristig stabil, langfristig unter Druck.
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