BioNTech stellt sein Geschäftsmodell nach der Pandemie neu auf – und geht dabei in die Offensive. Die Übernahme von CureVac, die Beilegung alter Patentkonflikte und der Fokus auf die Onkologie sollen das Unternehmen langfristig neu positionieren. Entscheidend wird sein, ob diese strategische Neuausrichtung sich in den kommenden Jahren in klaren Werttreibern für Aktionäre niederschlägt.
CureVac-Deal: Mehr als nur eine Übernahme
Mit dem Abschluss der CureVac-Übernahme am 6. Januar 2026 endet das Kapitel der unabhängigen mRNA-Pioniere in Europa. BioNTech hat den Tübinger Wettbewerber vollständig über einen Aktientausch integriert, CureVac-Aktionäre erhielten dabei einen deutlichen Aufschlag auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs. Bereits Mitte Dezember 2025 waren über 86 % der Aktien angedient, womit der Weg für den Squeeze-out und das Delisting frei war.
Strategisch erfüllt der Deal gleich mehrere Ziele:
- Patentfrieden: Ein Vergleich über 870 Mio. US-Dollar mit Pfizer und GSK räumt den Vorwurf aus, der Covid-Impfstoff Comirnaty verletze CureVac-Patente. Jahrelange Rechtsunsicherheit im zentralen mRNA-Bereich ist damit vom Tisch.
- Produktionsausbau: Die CureVac-Anlagen in Tübingen sollen künftig für personalisierte Krebsimpfstoffe genutzt werden. BioNTech schafft sich damit zusätzliche Kapazitäten für den Kernbereich Onkologie.
- Bündelung von Know-how: Durch die Zusammenführung der Forschungsarbeiten beider Unternehmen kontrolliert BioNTech nun rund zwei Jahrzehnte kombinierter mRNA-Entwicklung.
Für BioNTech ist die Transaktion damit weniger ein Zukauf von Umsatz, sondern vor allem ein strategischer Schritt, um Technologie, Patente und Infrastruktur unter einem Dach zu bündeln.
Marktreaktion und Bewertung
An der Börse spiegelt sich die Neuaufstellung bislang nur begrenzt wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 86,15 Euro und liegt damit rund 28 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 120 Euro, während sie sich gleichzeitig klar vom Tief bei 78 Euro abgesetzt hat. Der Titel bewegt sich damit in einer Phase der Neuorientierung, ohne dass der Markt bisher eine klare Trendrichtung vorgibt.
Auffällig ist im Quelltext die starke Bilanz: Die dort genannten rund 18 Mrd. US-Dollar an liquiden Mitteln decken etwa 72 % der Marktkapitalisierung ab, was zu einer im Vergleich geringen Enterprise Value führt. Übersetzt bedeutet das: Der Markt bewertet den operativen Kern – insbesondere die Onkologie-Pipeline – deutlich niedriger als die nominelle Größe des Unternehmens vermuten lässt.
Neue Patentklage von Bayer: Hintergrundrauschen?
Kurz nach Vollzug der CureVac-Übernahme tauchte ein neuer juristischer Streit auf. Am 8. Januar 2026 reichte Bayers Monsanto-Sparte eine Patentklage gegen BioNTech und Pfizer im Zusammenhang mit mRNA-Technologie ein. Inhalte oder mögliche Schadenssummen sind im Quelltext nicht weiter konkretisiert.
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Analystenstimmen im Originaltext ordnen diese Klage eher als nachgelagerten Risikofaktor ein. Entscheidender Punkt: Durch die hohe Liquidität verfügt BioNTech über einen deutlichen finanziellen Puffer, um juristische Auseinandersetzungen auszuhalten, ohne den strategischen Kurs ändern zu müssen. Eine existenzielle Bedrohung wird daraus im vorliegenden Text nicht abgeleitet.
Onkologie rückt ins Zentrum
Inhaltlich verlagert sich der Fokus klar weg von Covid-Impfstoffen hin zu Krebsbehandlungen. Mehrere Projekte stechen hervor:
- BNT327 (Pumitamig): In Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb wurden Phase‑2-Daten bei fortgeschrittenem triple-negativem Brustkrebs vorgestellt. Die Wirksamkeit wird im Quelltext als ermutigend beschrieben – ein wichtiges Signal in einer schwer zu behandelnden Indikation.
- Gotistobart: In Studien bei vorbehandeltem squamösem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs wurde ein klinisch relevanter Überlebensvorteil gezeigt. Solche Daten sind für spätere Zulassungsentscheidungen und mögliche Partnerschaften zentral.
- Personalisierte Krebsimpfstoffe: Die von CureVac entwickelte zweite Generation des mRNA‑Backbones soll in bevorstehenden Phase‑3‑Studien eingesetzt werden. Damit fließt die Akquisition direkt in die nächste Entwicklungsstufe der Pipeline ein.
Auf Basis dieser Perspektive bestätigte das Analysehaus HC Wainwright im Originalbericht ein „Buy“-Rating und nannte ein Kursziel von 140 US‑Dollar – verbunden mit einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 40 % gegenüber dem dortigen Kursniveau. Diese Einschätzung stützt sich maßgeblich auf die Onkologie-Pipeline und die starke Bilanz.
Vergleich mit Moderna: Unterschiedliche Ausgangslagen
Im Wettbewerb mit Moderna zeigt sich laut Quelltext ein deutlicher Kontrast. Während BioNTech mit hoher Kassenposition und relativ begrenzter Unternehmensbewertung als defensiver Wert beschrieben wird, kämpft Moderna dort mit einem Kurs nahe dem 52‑Wochen-Tief und einem deutlich negativen freien Cashflow von rund –2,65 Mrd. US‑Dollar.
In dieser Logik erscheint BioNTech im Originaltext eher als solide aufgestellter mRNA-Spezialist, während Moderna stärker als spekulativer Turnaround-Kandidat charakterisiert wird. Beide Unternehmen bleiben direkte Konkurrenten im Bereich mRNA, gehen aber aktuell mit unterschiedlichen finanziellen Voraussetzungen in die nächsten Entwicklungsjahre.
Ausblick: Integration und Studiendaten im Fokus
Die strategische Linie ist klar: Integration von CureVac, Abräumen alter Patentbaustellen und Beschleunigung der Onkologie-Pipeline. Entscheidend werden nun die nächsten klinischen Meilensteine. Besonders relevant sind die weiteren Daten zu BNT327 (Pumitamig) sowie laufende und geplante Studien mit Gotistobart und den personalisierten Krebsimpfstoffen in Phase 3.
Ob sich die aktuelle Neubewertung der Aktie fortsetzt, dürfte sich vor allem an diesen Ergebnissen in den Jahren 2026 und 2027 entscheiden – sie werden zeigen, ob BioNTech seine Rolle als führender europäischer mRNA‑Akteur in konkrete Zulassungen und nachhaltige Umsätze überführen kann.
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