BioNTech Aktie: Teurer Onkologie-Ausbau

BioNTech treibt mit Boehringer Ingelheim eine neue Lungenkrebs-Studie voran. Die strategische Neuausrichtung erfordert immense F&E-Ausgaben, die den erwarteten Umsatz übersteigen.

Andreas Sommer ·
BioNTech Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Neue klinische Kooperation gegen aggressiven Lungenkrebs
  • F&E-Ausgaben übersteigen prognostizierten Gesamtumsatz
  • Finanzpolster von 17,2 Milliarden US-Dollar vorhanden
  • Gemischte Analystenbewertungen zur Strategie

Der Mainzer Impfstoffhersteller treibt den Umbau zum Onkologie-Konzern mit einer neuen klinischen Partnerschaft voran. Gemeinsam mit Boehringer Ingelheim rückt nun eine der aggressivsten Formen von Lungenkrebs in den Fokus. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Finanzdaten, dass dieser strategische Schwenk immense Summen verschlingt.

Gemeinsam gegen Lungenkrebs

Gestern gab Boehringer Ingelheim eine klinische Zusammenarbeit mit BioNTech bekannt. Ziel ist die Erprobung einer neuen Immunonkologie-Kombination bei kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC). Diese Krebsart macht bis zu 20 Prozent aller Lungenkarzinome aus und gilt als besonders aggressiv, da sie schnell metastasiert und nach ersten Behandlungen oft rasch zurückkehrt.

BioNTech stellt für die Kooperation den Antikörper Pumitamig zur Verfügung. Boehringer übernimmt die regulatorische Leitung der Phase-Ib/II-Studie und bringt den eigenen Wirkstoff Obrixtamig ein. Beide Ansätze sollen sich im Körper ergänzen. Pumitamig zielt darauf ab, die Blut- und Sauerstoffzufuhr des Tumors zu kappen und die Immunabwehr zu reaktivieren. Obrixtamig richtet T-Zellen direkt auf die Krebszellen ab. Die ersten Patienten sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 behandelt werden.

Forschung kostet Milliarden

Dieser tiefgreifende Wandel vom reinen Impfstoffhersteller zum Krebs-Spezialisten hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz. Für das laufende Jahr 2026 rechnet das Management mit Forschungs- und Entwicklungsausgaben zwischen 2,2 und 2,5 Milliarden Euro. Damit übersteigen die Investitionen den erwarteten Gesamtumsatz von maximal 2,3 Milliarden Euro. Ein komfortables Finanzpolster von 17,2 Milliarden US-Dollar zu Jahresbeginn sichert diese Strategie ab.

Um das wachsende Onkologie-Portfolio kompetent zu steuern, plant das Unternehmen personelle Verstärkung. Auf der virtuellen Hauptversammlung am 15. Mai sollen die Onkologie- und Entwicklungsexpertinnen Susanne Schaffert und Iris Loew-Friedrich in den auf acht Köpfe erweiterten Aufsichtsrat einziehen.

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Geteiltes Echo an der Wall Street

An der Börse wird der teure Umbau derzeit gemischt bewertet. Die Aktie notiert rund zwölf Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie. Auch die Analysten der Wall Street sind sich uneins über die kurzfristige Entwicklung. Während einige Experten den anstehenden Führungswechsel – die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci ziehen sich bis Ende 2026 aus dem operativen Geschäft zurück – in ihre Bewertungen einfließen lassen, äußert Leerink Partners Bedenken wegen gemischter Studiendaten zu einem anderen Wirkstoff (Gotistobart).

Aktuelle Analysten-Kursziele im Überblick:
* Clear Street: 167 US-Dollar
* H.C. Wainwright: 130 US-Dollar
* BMO Capital: 128 US-Dollar
* Leerink Partners: 94 US-Dollar (zuvor 113 US-Dollar)

Bis zum Jahresende will BioNTech 15 laufende Phase-3-Studien in der Onkologie vorweisen. Kommerzielle Umsätze aus diesen Krebstherapien fließen im laufenden Jahr noch nicht. Die nächsten entscheidenden Impulse für den Aktienkurs dürften daher die angekündigten späten Studiendaten zu verschiedenen Krebsarten liefern, die im weiteren Jahresverlauf 2026 zur Veröffentlichung anstehen.

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BioNTech Aktie

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KGV 0,00
Sektor Gesundheitswesen
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Marktkapitalisierung 20,76 Mrd. EUR
ISIN: US09075V1026 WKN: A2PSR2

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