BioNTech Aktie: UBS bestätigt 135-Dollar-Ziel
BioNTech erzielt mit Gotistobart längeres Überleben in einer Phase-3-Studie, während UBS das Kursziel von 135 US-Dollar bestätigt.

Kurz zusammengefasst
- Gotistobart verlängert medianes Überleben
- 18,5 statt 10,0 Monate erreicht
- UBS bestätigt Kaufempfehlung für BioNTech
- Aktie steigt im deutschen Handel
In der klinischen Onkologie markieren belastbare Überlebensdaten den entscheidenden Unterschied zwischen wissenschaftlicher Hoffnung und greifbarem therapeutischem Nutzen. Wenn eine späte klinische Prüfung das mediane Überleben schwer erkrankter Patienten nahezu verdoppelt, horcht die Fachwelt auf.
Doch wie schlägt sich eine solche Entwicklung an den Finanzmärkten nieder? Für BioNTech rücken nach mehreren Studienereignissen genau jene klinischen Parameter in den Mittelpunkt, an denen Investoren eine künftige Neubewertung ausrichten.
Deutliche Signale in der Lungenkrebsforschung
Im Fokus stand vor gut einer Woche die Phase-3-Studie PRESERVE-003 zum Wirkstoff Gotistobart. Untersucht wurde die Substanz bei vorbehandeltem, fortgeschrittenem Plattenepithel-Nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom. Laut Angaben von BioNTech sowie übereinstimmenden Berichten von Reuters und Bloomberg zeigte sich ein statistisch signifikanter und klinisch bedeutsamer Vorteil beim Gesamtüberleben gegenüber einer Chemotherapie mit Docetaxel.
Das mediane Gesamtüberleben unter Gotistobart erreichte 18,5 Monate, verglichen mit 10,0 Monaten im Kontrollarm der Chemotherapie. Ein solches Resultat in einer traditionell schwer behandelbaren Indikation verschafft dem klinischen Profil des Wirkstoffs ein solides Fundament. Gotistobart war zudem nicht der einzige Kandidat, der zuletzt wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf sich zog.
Analysten blicken auf Kombinationstherapien
Auf der Fachkonferenz WCLC standen kürzlich auch Daten zu einer weiteren Entwicklung im Rampenlicht: der Kombination aus Pumitamig und Elfetabart. Medienberichten zufolge übertraf diese Wirkstoffkombination dort die Erwartungen.
Diese Daten veranlassten UBS-Analyst David Dai am 15. September dazu, seine Einschätzung für den Titel zu bestätigen. Dai stuft die Papiere mit „Buy“ ein und beziffert das Kursziel auf 135 US$. Aus Sicht des Analysehauses untermauern die vorgestellten Lungenkrebsdaten das Potenzial der fortgeschrittenen Onkologie-Programme.
Diskrepanz zwischen Studiendaten und Börsenwert
Die Reaktion des Marktes spiegelt diese klinischen Fortschritte bisher nur schrittweise wider. Am gestrigen Dienstag schloss das Papier im deutschen Handel bei 88,20 Euro, was einem Tagesgewinn von 3,2 Prozent entspricht. Damit beläuft sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf 21,30 Milliarden Euro.
Zwischen dem aktuellen Bewertungsniveau und den optimistischen Zielmarken einiger Branchenbeobachter besteht eine spürbare Differenz. Hier zeigt sich ein typisches Phänomen bei forschenden Unternehmen: Belastbare Studienergebnisse schaffen zwar fundamentale Substanz, doch bis sich klinische Kennzahlen in verlässlichen Erlösen niederschlagen können, preisen die Marktteilnehmer die verbleibenden Entwicklungsschritte mit Vorsicht ein.
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