BioNTech Aktie: UBS hebt auf Buy und 135 Dollar

BioNTech präsentiert vielversprechende Krebsdaten auf der ASCO, während der Konzern seine Produktion massiv umbaut und die Jahresziele bestätigt.

Redaktion Stock-World ·
Eine einzelne BioNTech-Impfstoffflasche in einem sterilen Laborumfeld mit geringer Schärfentiefe. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neue Onkologie-Daten auf der ASCO
  • UBS stuft Aktie auf Buy hoch
  • Produktion wird bis 2027 umgebaut
  • Hohe Barreserven von 16,8 Milliarden Euro

BioNTech kommt aus der ASCO-Woche mit Rückenwind aus der Krebsforschung, aber ohne einfache Börsenstory. Die Pipeline liefert neue Signale. Parallel dazu zieht der Konzern seine Produktion tiefgreifend um. Der Markt muss nun bewerten, ob aus wissenschaftlichem Fortschritt bald planbare Umsätze werden.

Bei 76,65 Euro liegt die Aktie seit Jahresbeginn 7,09 Prozent im Minus und auf Zwölfmonatssicht 24,78 Prozent tiefer. Das zeigt: Die frühere Impfstoff-Fantasie trägt nicht mehr. Jetzt zählt die Onkologie.

Analysten gehen auseinander

Auf der Krebsforscherkonferenz ASCO in Chicago präsentierte BioNTech neue klinische Daten zu pumitamig und gotistobart. Beide Kandidaten zeigten ermutigende Anti-Tumor-Aktivität in fortgeschrittenen Studien. Das stärkt die These, dass BioNTech nach dem Covid-Geschäft eine zweite Wachstumsbasis aufbauen kann.

UBS reagierte klar positiv. Die Bank hob die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ und erhöhte das Kursziel auf 135 Dollar nach zuvor 117 Dollar. Als Grund nannte UBS mehr Vertrauen in die späte Onkologie-Pipeline.

Bernstein bleibt vorsichtiger. Analyst Jeffrey Walch startete die Bewertung mit „Market Perform“ und einem Kursziel von 96 Dollar. Das signalisiert begrenzten Spielraum, solange klinische Daten noch nicht in Zulassungen und Umsätze münden.

Die Breite des Programms ist dennoch auffällig. BioNTech arbeitet an mehr als 25 Studien der Phasen 2 und 3. Darunter fallen 13 zulassungsrelevante Studien. Für einen Konzern, der lange fast vollständig über den Covid-Impfstoff wahrgenommen wurde, ist das ein harter strategischer Wechsel.

Produktion wird radikal umgebaut

Neben der Pipeline läuft ein zweiter großer Umbau. BioNTech prüft für betroffene Produktionsstandorte bis Ende des dritten Quartals 2026 Verkäufe. Möglich sind Teilverkäufe oder komplette Veräußerungen.

In Deutschland will der Konzern die Standorte Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen bis Ende 2027 verlassen. In Singapur soll der Betrieb im ersten Quartal 2027 auslaufen. Das ist kein kleiner Schritt, sondern ein Einschnitt in die Infrastruktur aus der Impfstoffzeit.

Besonders Marburg zeigt die Größenordnung. Der Standort verfügt über acht Produktionssuiten für große und kleine Moleküle. Er kann mRNA für bis zu drei Milliarden Impfstoffdosen pro Jahr herstellen.

Die angepeilten Einsparungen sollen bis 2029 auf bis zu 500 Millionen Euro jährlich steigen. Das Geld will BioNTech in die Krebs-Pipeline stecken. Finanzvorstand Ramón Zapata sagte, die Covid-Impfstoffversorgung werde ab Ende 2026 vollständig über Pfizer und dessen bestehende Kapazitäten laufen.

Hohe Kasse, hoher Verlust

Der Umbau kommt nicht aus einer Position operativer Stärke. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 118,1 Millionen Euro nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahr. Der Nettoverlust weitete sich auf 531,9 Millionen Euro aus.

Je Aktie stand ein verwässerter Verlust von 2,10 Euro zu Buche. Ein Jahr zuvor lag das Minus bei 1,73 Euro je Aktie. BioNTech investiert also weiter massiv, während die früheren Covid-Erlöse fehlen.

Die Jahresziele bleiben dennoch bestehen. BioNTech erwartet 2026 einen Umsatz von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Für Forschung und Entwicklung plant der Konzern bereinigt 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro, für Vertrieb und Verwaltung 700 bis 800 Millionen Euro.

Die Bilanz verschafft Zeit. Ende März 2026 verfügte BioNTech über 16,8 Milliarden Euro an Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieranlagen. Vorstand und Aufsichtsrat rechnen außerdem mit einem Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Dollar über zwölf Monate.

Bis Jahresende stehen sechs weitere späte Datensätze aus der Pipeline an. Dazu zählen Immunmodulatoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und mRNA-Krebsimmuntherapien. Besonders wichtig werden die Phase-3-Daten zu BNT113 und Zwischendaten der pivotalen PRESERVE-003-Studie zu gotistobart.

Auch die Führung ändert sich. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen ihre operativen Rollen bis Ende 2026 abgeben. Das neue Management übernimmt damit ein klares Ziel: Zulassungen in zehn Krebsindikationen bis 2030 erreichen. Genau daran wird BioNTechs neuer Börsenwert hängen.

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BioNTech Aktie

83,70 EUR

– 2,35 EUR -2,73 %
KGV
KUV 9,14
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 21,06 Mrd. EUR
Ø Kursziel 102,47 EUR
ISIN: US09075V1026 WKN: A2PSR2

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