BioNTech: R&D auf 557 Millionen für Oncology

BioNTech verzeichnet sinkende COVID-Impfstofferlöse und steigende Verluste, investiert aber massiv in die Onkologie-Pipeline.

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BioNTech Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzrückgang um 31 Prozent
  • Nettoverlust auf 622 Millionen Dollar gestiegen
  • Forschungsausgaben auf 557 Millionen Euro erhöht
  • Sechs Pipeline-Entscheidungen bis Jahresende erwartet

Der Post-Pandemie-Kater trifft BioNTech mit voller Wucht. Im ersten Quartal 2026 brachen die Erlöse ein, der Nettoverlust weitete sich deutlich aus — und das Unternehmen investiert trotzdem aggressiver denn je in seine Krebspipeline.

Umsatz bricht um ein Drittel ein

Die Erlöse sanken auf 118,1 Millionen Euro, nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum — ein Rückgang von rund 31 Prozent. Haupttreiber ist der schwächelnde COVID-Impfstoffabsatz, der die Erwartungen der Analysten um etwa 30 Prozent verfehlte. Saisonal war das absehbar, strukturell ist es ein Problem.

BioNTech erwartet für das Gesamtjahr 2026 weiter sinkende COVID-Umsätze — sowohl in Europa als auch in den USA. In Europa endet die Ära der Mehrjahresverträge, in den USA bleibt der Markt hart umkämpft. Die Jahresprognose sieht Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro vor, nach 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr.

Klinischer Rückschlag verschärft das Bild

Ausgerechnet jetzt mussten Pfizer und BioNTech eine große US-Studie zu ihrem aktualisierten COVID-Impfstoff stoppen. Zielgruppe waren gesunde Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahren — eine Altersgruppe, für die bislang kein COVID-Impfstoff eine vollständige FDA-Zulassung besitzt. Der Grund: zu geringe Teilnehmerzahl, keine verwertbaren Daten.

Die Unternehmen betonten, Sicherheitsbedenken hätten keine Rolle gespielt. Allerdings kommt der Abbruch zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Im Mai tagt der FDA-Beratungsausschuss für Impfstoffe, der eigentlich auf Studiendaten für die Herbstsaison zurückgreifen wollte.

Onkologie kostet — und soll sich auszahlen

Parallel dazu läuft die Uhr für BioNTechs eigentliches Zukunftsprojekt. Die Forschungsausgaben kletterten auf 557,0 Millionen Euro, nach 525,6 Millionen Euro im Vorjahr. Treiber sind vor allem die Immuno-Onkologie-Programme rund um Pumitamig und Gotistobart sowie die Integration der 2025 übernommenen Einheiten BioNTech China und CureVac.

Der Nettoverlust weitete sich auf 622,3 Millionen Dollar aus, nach 486,5 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Liquiditätsposition bleibt mit knapp 16,8 Milliarden Euro an Barmitteln und Wertpapieren komfortabel — das Unternehmen kann sich die Transformation leisten.

Sechs Pipeline-Entscheidungen bis Jahresende

Gotistobart, ein CTLA-4-Antikörper in Partnerschaft mit OncoC4, zeigte beim European Lung Cancer Congress im März einen klinisch relevanten Überlebensvorteil bei Plattenepithelkarzinomen der Lunge. Interim-Daten aus der pivotalen Phase-III-Studie werden noch im Laufe des Jahres erwartet.

Insgesamt hat BioNTech für 2026 sechs Datenpakete aus späten Studienphasen angekündigt — aus den Bereichen Immunmodulatoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und mRNA-Krebsimmuntherapien. Die Aktie notiert rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat allein in den vergangenen sieben Tagen gut zehn Prozent verloren. Ob die Pipeline-Daten die Bewertungslücke schließen, wird sich spätestens zum Jahresende zeigen — konkret mit den Gotistobart-Interimsdaten als nächstem hartem Datenpunkt.

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