Bionxt Solutions Aktie: Gläubiger verlängern Wandelanleihen
BioNxt Solutions streckt Wandelanleihen bis 2027 und 2028, gibt dafür 16,9 Millionen Bezugsrechte aus und meldet 0,006 Euro Verlust je Aktie.
Kurz zusammengefasst
- Wandelanleihen über 5,475 Millionen CAD verlängert
- 16,9 Millionen neue Bezugsrechte ausgegeben
- Quartalsverlust von 0,006 Euro je Aktie
- Quartalsbericht für 27. November angesetzt
BioNxt Solutions hat vor gut zehn Tagen seine Finanzierungsstruktur neu geordnet – zulasten der bestehenden Aktionäre. Am 21. August verlängerte das Unternehmen unbesicherte Wandelanleihen mit einem Gesamtnennwert von 5.475.000 kanadischen Dollar, die mit 8 Prozent jährlich verzinst sind, um ein Jahr bis November 2027 beziehungsweise März 2028. Als Gegenleistung für die Zustimmung der Gläubiger gab BioNxt 16,9 Millionen Aktienbezugsrechte mit einem Ausübungspreis von 0,50 kanadischen Dollar aus, gültig bis August 2027.
Die Maßnahme verschafft dem Unternehmen zwar zeitlichen Spielraum bei der Schuldentilgung, verwässert aber das Aktienkapital erheblich. Bei rund 30 Millionen Euro Marktkapitalisierung entspricht das Volumen der neu geschaffenen Bezugsrechte einem beträchtlichen Anteil der ausstehenden Aktien.
Anleger reagieren entsprechend zurückhaltend: Der Kurs gibt am heutigen Dienstag um 2,7 Prozent auf 0,2140 Euro nach, nachdem er am Montag noch bei 0,2200 Euro geschlossen hatte.
Verlust wächst, Pipeline bleibt unverändert
Ende August legte BioNxt zudem Quartalsergebnisse vor. Das Unternehmen wies einen Verlust von 0,006 Euro pro Aktie aus. Die Finanzlage bleibt damit angespannt – ein Umstand, der die jüngste Schuldenverlängerung erst nötig gemacht haben dürfte. Die Gläubiger zeigten sich zur Verlängerung bereit, verlangten dafür aber die zusätzlichen Warrants als Kompensation für das verlängerte Ausfallrisiko.
Inhaltlich bewegt sich das Unternehmen weiter auf dem vor rund einem Monat skizzierten Kurs: BioNxt treibt sein sublinguales Wirkstoff-Freisetzungssystem in Form von Schmelzfilmen voran, mit Programmen zu Cladribin gegen Multiple Sklerose, zu Everolimus, Semaglutid und weiteren Autoimmun-Indikationen.
Neue klinische Meilensteine wurden seither nicht gemeldet – die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich derzeit auf die Finanzierungsseite des Unternehmens statt auf die Forschungspipeline.
Nächster Termin im November
Die Aktie bewegt sich nach dem heutigen Rückgang nahe ihrem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 0,2081 Euro und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,6540 Euro, das Anfang September vergangenen Jahres erreicht wurde. Die deutliche Distanz zu diesem Hoch zeigt, wie stark der Titel im laufenden Jahr unter Druck geraten ist.
Für Anleger bleibt die Frage entscheidend, ob die verlängerten Wandelanleihen dem Unternehmen tatsächlich die Zeit verschaffen, die Pipeline in Richtung Kommerzialisierung zu bringen, oder ob weitere Verwässerungsschritte folgen. Der nächste konkrete Prüfstein ist der für den 27. November angesetzte Quartalsbericht, der zeigen dürfte, ob sich die finanzielle Lage nach dem jüngsten Debenture-Deal stabilisiert hat.
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