Bitcoin: 1,67 Milliarden Dollar ETF-Abflüsse

Bitcoin fällt unter 70.000 Dollar. Massive ETF-Abflüsse und ein seltener Bitcoin-Verkauf von Strategy verstärken den Abwärtstrend.

Redaktion Stock-World ·
Digitales Bitcoin-Symbol fällt, umgeben von roten Abwärtspfeilen und einem dunklen, roten Finanzdiagramm, das hohe ETF-Abflüsse darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kurs fällt unter 70.000 Dollar
  • Rekordabflüsse aus Bitcoin-ETFs
  • Strategy veräußert erstmals wieder Bitcoin
  • Geopolitische Risiken belasten Kryptomarkt

Bitcoin gerät spürbar unter Druck. Abflüsse aus Spot-ETFs, eine seltene Teilveräußerung von Strategy und ein nervöser Gesamtmarkt haben den Kurs zuletzt deutlich nach unten gedrückt.

Am Dienstag fiel die Kryptowährung kurzzeitig unter 70.000 US-Dollar und markierte bei 69.690 Dollar den tiefsten Stand seit April. Der aktuelle Kurs liegt bei 67.192 Dollar, damit rund 8,7 Prozent unter dem Vortag und gut 13 Prozent unter dem Niveau von vor einer Woche. Auch der Abstand zu den wichtigen Durchschnittslinien ist klar negativ.

ETFs drehen ins Minus

Den größten Belastungsfaktor liefern die börsengehandelten Bitcoin-Produkte. In der letzten Maiwoche flossen weltweit 1,67 Milliarden Dollar aus Krypto-ETPs ab. Für US-Spot-Bitcoin-ETFs allein beliefen sich die Abflüsse auf 1,42 Milliarden Dollar. Am Montag kamen weitere 483,8 Millionen Dollar hinzu, davon rund 440,3 Millionen Dollar aus dem iShares Bitcoin Trust von BlackRock.

Damit kippt auch die Jahresbilanz. Die Mittelzuflüsse bei US-Spot-Bitcoin-ETFs liegen inzwischen leicht im Minus, nach zuvor starken Wochen mit frischem Kapital. Noch im Mai hatten diese Fonds zeitweise mehr als eine Milliarde Dollar in einer einzigen Woche eingesammelt. Nun dominiert der Abzug von Geld.

Strategy verkauft erstmals wieder

Zusätzlichen Druck machte Strategy, früher MicroStrategy. Das Unternehmen verkaufte zwischen dem 26. und 31. Mai 32 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von etwa 77.135 Dollar je Coin. Damit nahm es rund 2,5 Millionen Dollar ein, um Vorzugsaktien-Ausschüttungen zu finanzieren.

Es war erst der zweite Verkauf eines Bitcoin-Bestands seit Dezember 2022. Der Konzern hält mit 843.706 Bitcoin aber weiter ein massives Polster. Für den Markt wirkt schon dieser kleine Verkauf wie ein Symbol: Selbst einer der bekanntesten Großhalter zeigt derzeit Bereitschaft, Liquidität aus Beständen zu ziehen.

Marktumfeld verschärft die Lage

Parallel dazu belastet das Umfeld. Der Kryptomarkt verzeichnete Liquidationen von rund einer Milliarde Dollar, nachdem geopolitische Risiken nach US-Schlägen gegen Iran zugenommen hatten. Dazu kommen anhaltende Inflationssorgen, die die Schwankungsbreite bei digitalen Vermögenswerten verstärken.

Bitcoin steht damit an einem heiklen Punkt. Der Kurs liegt inzwischen 24,27 Prozent unter dem Stand vom Jahresanfang, 46,15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 124.773,51 Dollar und nur noch 6,9 Prozent über dem Jahrestief. Für eine schnelle Beruhigung müsste vor allem der ETF-Abfluss stoppen. Solange das nicht gelingt, bleibt jeder Erholungsversuch anfällig.

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