Bitcoin: 4,37 Milliarden Dollar ETF-Abfluss
Bitcoin fällt auf 63.796 Dollar zurück. Staatliche Verkäufe aus Bhutan und ein starker US-Arbeitsmarktbericht setzen den Kurs unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin fällt unter 64.000 Dollar
- Bhutan verkauft weitere Bitcoin-Bestände
- US-Jobdaten dämpfen Zinssenkungshoffnungen
- Bitcoin-ETFs verzeichnen anhaltende Abflüsse
Bitcoin findet nach einem extrem unruhigen Wochenende nur langsam Halt. Erst drückten Verkäufe aus Bhutan auf die Stimmung, dann schickte ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht Risikowerte tiefer. Nach dem Rutsch in Richtung 59.000 Dollar notiert Bitcoin zuletzt bei 63.796,25 Dollar.
Der Schaden im Chart bleibt deutlich. Auf Wochensicht liegt Bitcoin 13,25 Prozent im Minus, über einen Monat summiert sich der Rückgang auf 21,17 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 28,10 Prozent.
Bhutan verkauft weiter
Am 6. Juni bewegte die Regierung von Bhutan 738 Bitcoin im Wert von rund 44,88 Millionen Dollar. Die Transaktion lief über Druk Holding and Investments, den kommerziellen Arm des Staates. Für den Markt war das ein weiteres Signal, dass staatliche Bestände weiter abgebaut werden.
Die Bewegung passt zu einer Verkaufsserie, die Bhutans Reserven seit dem Hoch im Jahr 2024 spürbar reduziert hat. Marktbeobachter sehen dahinter eher Finanzierungsbedarf im Inland als eine Abkehr von Bitcoin. Das Geld soll in die Gelephu Mindfulness City fließen, eine geplante Sonderwirtschaftszone.
Bhutan bleibt ein Sonderfall unter staatlichen Bitcoin-Haltern. Das Königreich kaufte die Coins nicht am offenen Markt, sondern schürfte sie mit Strom aus Wasserkraft. Genau deshalb schaut der Markt so genau hin, wenn diese Bestände nun in Tranchen sinken.
US-Daten erhöhen den Zinsdruck
Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai 2026 traf Bitcoin in einer ohnehin nervösen Phase. Die US-Wirtschaft schuf 172.000 neue Stellen, erwartet waren nur 85.000. Das war ein klarer Dämpfer für die Hoffnung auf sinkende Zinsen.
Die Arbeitslosenquote lag bei 4,3 Prozent. Am Markt stieg damit die Erwartung, dass die Fed ihren harten Kurs hält. Einige Teilnehmer rechnen nun sogar mit bis zu drei Zinserhöhungen.
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Für Bitcoin ist das ungünstig. Steigende Renditen machen sichere Anleihen attraktiver und entziehen spekulativen Anlagen Liquidität. Kapital floss deshalb stärker in Anleihen und klassische Aktien, während Krypto unter Druck blieb.
ETF-Abflüsse belasten zusätzlich
Die Schwäche zeigt sich auch bei US-Spot-Bitcoin-ETFs. Bis zum 7. Juni verzeichneten die Produkte 14 Sitzungen in Folge Nettoabflüsse. Das ist die längste Serie seit dem Start der Kategorie im Jahr 2024.
Von Mitte Mai bis Anfang Juni 2026 flossen etwa 4,37 Milliarden Dollar aus den US-Produkten ab. Auch BlackRocks IBIT verzeichnete in dieser Phase spürbare Rückgaben.
Das verwaltete Vermögen aller US-Spot-Bitcoin-ETFs sank vom Hoch bei 104,29 Milliarden Dollar auf rund 82,83 Milliarden Dollar. Das ist mehr als ein Preiseffekt. Rückgaben und fallende Kurse verstärken sich gegenseitig.
Hinzu kommt eine breitere Verschiebung bei der Liquidität. SBI-Holdings-Chef Yoshitaka Kitao verweist auf massive Kapitalflüsse in KI-Infrastruktur. Schätzungen sprechen von rund 400 Milliarden Dollar in den vergangenen sechs Monaten.
Für Bitcoin trifft diese Rotation einen wunden Punkt. Die Erzählung vom „digitalen Gold“ trägt weniger, wenn institutionelles Geld in KI-Börsengänge und Infrastrukturfinanzierungen wandert. Der Markt sucht deshalb nicht nur einen Boden im Chart, sondern auch neue Nachfrage.
Die kurzfristige Marke bleibt die Zone zwischen 59.000 und 60.000 Dollar. Hält sie nicht, rückt das Tief vom 5. Juni wieder in Reichweite; eine Erholung braucht vor allem nachlassenden Zinsdruck und ein Ende der ETF-Abflüsse.
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