Bitcoin: 4,5 Milliarden Dollar ETF-Abflüsse

Bitcoin fällt auf Jahrestief, während Puts dominieren und ETF-Abflüsse Rekordniveau erreichen. Miner kämpfen mit hoher Schwierigkeit.

Redaktion Stock-World ·
Eine Hand hält ein Smartphone mit einem fallenden Finanzchart und Bitcoin-Symbol. Im Hintergrund verschwommene Bürofiguren. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kurs fällt auf tiefsten Stand seit September
  • Puts teurer als Calls am Derivatemarkt
  • Rekordabflüsse bei US-Bitcoin-Spot-ETFs
  • Mining-Schwierigkeit steigt bei fallendem Kurs

Bitcoin startet mit einem Warnsignal in den Juli. Der Kurs fiel kurzzeitig auf rund 57.700 Dollar — den tiefsten Stand seit September 2024 — und erholte sich nur leicht auf knapp 58.600 Dollar. Hinter der Bewegung steckt mehr als ein schlechter Tag.

Optionsmarkt signalisiert Absicherungsdruck

Das deutlichste Signal kommt aus dem Derivatemarkt. Auf der Handelsplattform Deribit kosten Bitcoin-Puts über alle Laufzeiten mehr als vergleichbare Calls. Profis zahlen also Prämie für Absicherung — nicht für Aufwärtspotenzial.

Ein auffälliger Block-Trade über Paradigm zeigt die Richtung: Händler kauften einen September-Put mit Strike bei 50.000 Dollar. Das ist kein Crash-Szenario, das jemand erwartet. Es ist Risikomanagement auf institutionellem Niveau.

Parallel dazu wurden innerhalb von 24 Stunden rund 395 Millionen Dollar an Futures-Positionen liquidiert. Der Großteil traf Long-Positionen. Der Markt hat überhebelte Bullen ausgewaschen. Das offene Interesse stieg dennoch auf 768.000 BTC — mehr Kapital fließt in Derivate, aber die Richtung bleibt bärisch. Negative kumulative Volume-Delta-Werte zeigen: Verkäufer dominieren den Orderflow.

ETF-Abflüsse entziehen dem Markt Nachfrage

Die Lage im Spotmarkt ist nicht besser. US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten im Juni Nettoabflüsse von 4,5 Milliarden Dollar — der schlechteste Monat seit dem Start im Januar 2024. Der bisherige Negativrekord aus dem Februar 2025 wurde damit um 29 Prozent übertroffen.

Allein BlackRocks iShares Bitcoin Trust steuerte 3,55 Milliarden Dollar zu den Abflüssen bei. Am 30. Juni flossen aus diesem Fonds nochmals 212 Millionen Dollar ab. Es war der neunte Tag in Folge mit Nettoabflüssen für den gesamten ETF-Komplex.

Das Gesamtvermögen aller US-Spot-ETFs sank von rund 83 Milliarden auf etwa 71 Milliarden Dollar. Weniger ETF-Nachfrage bedeutet weniger sichtbaren Kaufdruck im Spotmarkt — genau dann, wenn Puts teurer werden als Calls, ergibt sich ein konsistentes Bild: Institutionen reduzieren Risiko.

Mining-Schwierigkeit bleibt hoch, Miner geraten unter Druck

Das Bitcoin-Netzwerk sendet ein anderes Signal. Die Mining-Schwierigkeit liegt bei 133,87 Billionen nach einer Anpassung von plus 7,15 Prozent Ende Juni. Miner müssen also mehr Rechenarbeit leisten — während der BTC-Preis auf Mehrmonatstiefs notiert.

Die Folge: Blockprämien bringen in Dollar weniger ein, der Aufwand steigt. Miner-Ökonomie und Treasury-Management geraten unter Druck. Die Netzwerksicherheit bleibt robust, aber der Markt honoriert das gerade nicht.

Bitcoin notiert rund 22 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn fast 34 Prozent verloren. Der RSI liegt bei knapp 30 — technisch überverkauftes Terrain. Ob das als Boden taugt, hängt davon ab, ob die ETF-Abflüsse im Juli abreißen oder sich fortsetzen. Solange Puts bei 50.000 Dollar aktiv gehandelt werden, bleibt das Abwärtsrisiko eingepreist.

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