Bitcoin: 6 Milliarden Dollar ETF-Abflüsse in 30 Tagen

Massive Mittelabflüsse aus US-Bitcoin-ETFs und Zinsängste drücken den Kurs unter 61.000 Dollar. BlackRock bleibt trotzdem optimistisch.

Redaktion Stock-World ·
Bitcoin-Münze, die sich in digitale Dollarzeichen auflöst, um massive ETF-Abflüsse und Marktvolatilität darzustellen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Bitcoin fällt auf Jahrestief
  • Milliardenabflüsse aus Bitcoin-ETFs
  • BlackRock empfiehlt Beimischung
  • Netzwerkaktivität auf Mehrjahreshoch

Bitcoin kämpft mit dem stärksten Abgabedruck seit Monaten. Der Kurs notiert knapp unter 61.000 Dollar — und die Kombination aus institutionellen Abflüssen, Zinssorgen und technischer Schwäche macht eine schnelle Erholung unwahrscheinlich.

ETF-Abflüsse als Haupttreiber

Seit Jahresbeginn hat Bitcoin rund 31 Prozent verloren. Am 24. Juni fiel der Kurs auf ein Jahrestief von 59.018 Dollar. Innerhalb von vier Stunden löste dieser Rückgang Liquidationen von 237 Millionen Dollar bei gehebelten Long-Positionen aus.

Der entscheidende Faktor dahinter: US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen massive Mittelabflüsse. In den vergangenen 30 Tagen flossen netto mehr als 6 Milliarden Dollar ab. Allein im Mai waren es 2,43 Milliarden Dollar. Selbst BlackRocks IBIT — lange das Flaggschiff unter den Bitcoin-ETFs — verlor an einem einzigen Tag 182 Millionen Dollar. Institutionelle Anleger reduzieren ihr Risiko, und das hinterlässt Spuren.

Makroökonomisch kommt erschwerend hinzu, dass die US-Notenbank eher über Zinserhöhungen als über Senkungen nachdenkt. Für einen Vermögenswert ohne laufende Erträge wie Bitcoin ist das ein strukturelles Problem. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten verstärken die Risikoaversion zusätzlich.

BlackRock empfiehlt — und verdient

Ausgerechnet BlackRock bleibt trotz der Abflüsse aus dem eigenen Produkt konstruktiv. Managing Director Michael Gates empfiehlt eine Bitcoin-Allokation von ein bis zwei Prozent im Gesamtportfolio. Als „ergänzenden Diversifikator“ sieht der weltgrößte Vermögensverwalter die Kryptowährung — nicht als Kernposition, aber als renditesteigernde Beimischung.

Im Juni 2026 legte BlackRock den iShares Bitcoin Premium Income ETF auf. Das Produkt verkauft Optionen auf Bitcoin-Bestände und soll so laufende Erträge generieren. Zielgruppe: Finanzberater und institutionelle Kunden, die Bitcoin-Exposure mit Einkommenskomponente kombinieren wollen.

Netzwerk stark, Altinhaber zurückhaltend

Auf der Blockchain selbst zeigt sich ein anderes Bild. Die Netzwerkaktivität erreichte im Juni ein Mehrjahreshoch. Kleine Transaktionen unter 0,01 BTC und Protokollanwendungen wie Bitcoin-NFTs treiben das Volumen. Das Netzwerk läuft — unabhängig vom Preis.

Langfristinhaber, deren Wallets seit 2012 aktiv sind, haben ihre Verkaufsaktivität auf ein Zweijahrestief reduziert. Dieses Muster zeigte sich zuletzt vor der Rallye 2024. Kapital verlässt den Markt also nicht — es wartet.

Ein längerfristiges Thema rückt ebenfalls in den Blick. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am 22. Juni Dekrete zur Entwicklung von Quantencomputern. Bis Ende 2031 sollen Bundesbehörden auf quantensichere Kryptografie umstellen. Coinbases Quantenberatungsrat schätzt, dass rund 7 Millionen BTC in Adressen mit offengelegten öffentlichen Schlüsseln liegen — potenziell anfällig für künftige Quantenangriffe. Für die Infrastruktur des Netzwerks ist das eine Aufgabe, die sich nicht ignorieren lässt.

Der RSI liegt aktuell bei 33,7 — technisch überverkauftes Terrain. Ob das als Boden reicht, hängt davon ab, ob die ETF-Abflüsse abreißen. Solange institutionelle Anleger weiter verkaufen, bleibt der Druck auf den Kurs bestehen.

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