Bitcoin: Banken-Offensive läuft!

Großbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs bringen eigene Bitcoin-ETFs auf den Markt, während regulatorische Fortschritte und geopolitische Entspannung den Kryptokurs stützen.

Eduard Altmann ·
Bitcoin Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Morgan Stanley startet ersten Banken-Spot-Bitcoin-ETF
  • Goldman Sachs plant ETF mit Optionsstrategie
  • Regulatorische Fortschritte in Pakistan und Großbritannien
  • Bitcoin profitiert von entspannter geopolitischer Lage

Zwei der größten Namen der Wall Street machen Bitcoin zu ihrem eigenen Produkt — das ist die eigentliche Nachricht dieser Woche. Nicht nur Kursbewegungen, sondern ein struktureller Wandel in der institutionellen Landschaft.

Am 16. April feierte die New York Stock Exchange den Start des Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) mit dem Läuten der Schlussglocke. Es ist der erste Spot-Bitcoin-ETF, den eine große US-Bank direkt herausgibt — mit einer Kostenquote von nur 0,14 Prozent. Zwei Tage zuvor hatte Goldman Sachs bei der SEC eine Registrierung für einen „Bitcoin Premium Income ETF“ eingereicht, der über aktiv gemanagte Call-Optionen auf bestehende Spot-ETFs monatliche Prämien generieren soll.

Geopolitik gibt Rückenwind

Parallel dazu sorgte die Wiedereröffnung der Straße von Hormus für Entspannung an den Märkten. Irans Ankündigung, die strategische Meerenge vollständig für den Schiffsverkehr freizugeben, ließ Ölpreise fallen und die Risikobereitschaft der Anleger steigen. Bitcoin profitierte: Der Kurs handelte zuletzt bei rund 75.150 Dollar, rund 4,7 Prozent über dem Stand vor einer Woche.

Die Korrelation mit klassischen Märkten bleibt hoch — 84 Prozent mit dem S&P 500, 87 Prozent mit Gold. Das macht Bitcoin zunehmend zu einem Makro-Asset, das auf geopolitische Signale ähnlich reagiert wie Aktien oder Edelmetalle.

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Regulierung nimmt Form an

Auf der regulatorischen Seite verdichten sich die Signale weltweit. Pakistan erlaubt seit dem 14. April lizenzierten Krypto-Dienstleistern erstmals den Zugang zum regulären Bankensystem — eine formelle Kehrtwende nach einem Verbot aus dem Jahr 2018. In Großbritannien legte die FCA ein Konsultationspapier vor, das den Rahmen für das britische Krypto-Regime absteckt: Ab Oktober 2027 tritt es vollständig in Kraft, der Zulassungsprozess für Unternehmen soll im September 2026 starten.

In den USA präzisierte die SEC-Abteilung für Handel und Märkte, unter welchen Bedingungen Anbieter von Software-Schnittstellen für Krypto-Transaktionen keine Broker-Dealer-Lizenz benötigen. Die Klarstellung gilt vorerst für fünf Jahre und schafft Rechtssicherheit für DeFi-Entwickler.

Noch weit vom Allzeithoch entfernt

Trotz der positiven Nachrichten bleibt der Kurs deutlich unter seinem Höchststand von knapp 125.000 Dollar aus dem Oktober 2025 — der Abstand beträgt aktuell rund 40 Prozent. Mit einem RSI von 48,5 zeigt Bitcoin weder überkaufte noch überverkaufte Signale. Der nächste Belastungstest liegt beim 200-Tage-Durchschnitt bei rund 87.000 Dollar, den der Kurs seit Monaten nicht mehr erreicht hat. Ob die Kombination aus Wall-Street-Produkten und regulatorischer Reife ausreicht, um diese Marke zurückzuerobern, hängt maßgeblich davon ab, ob das makroökonomische Umfeld stabil bleibt.

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