Bitcoin: Erholung mit Fragezeichen

Bitcoin startet mit einem Liquidations-Squeeze und deutlichen Abflüssen von Börsen ins neue Jahr. Die Stimmung bleibt jedoch ängstlich, während Analysten zwischen neuen Höchstständen und tiefer Korrektur schwanken.

Kurz zusammengefasst:
  • Kräftiger Short Squeeze mit 133 Mio. USD Liquidierungen
  • 20.000 BTC von Handelsplattformen abgezogen
  • Hashrate erreicht neues Rekordniveau
  • Fear-&-Greed-Index signalisiert extreme Angst

Bitcoin meldet sich zum Jahresauftakt mit frischem Schwung zurück. Nach einem schwachen Abschluss des Halving-Jahres 2025 ziehen gleich mehrere Faktoren in die gleiche Richtung: Eindeckungen leerverkaufter Positionen, geopolitische Spannungen und auffällige Bewegungen auf der Blockchain. Doch wie tragfähig ist diese Erholung, wenn Stimmungsindikatoren weiterhin Angst signalisieren?

Kurzfristige Dynamik: Short Squeeze und geopolitische Impulse

Zu Beginn des Jahres 2026 hat Bitcoin einen Teil der Dezember-Schwäche wettgemacht. Im Mittelpunkt steht ein deutlicher Short Squeeze: Innerhalb von 24 Stunden wurden Terminkontrakte im Volumen von rund 180 Millionen US‑Dollar liquidiert, davon etwa 133 Millionen auf der Short-Seite und nur rund 47 Millionen bei Long-Positionen. Diese klare Schieflage zeigt, dass viele Trader auf weiter fallende Kurse gesetzt hatten – und nun zum Rückkauf gezwungen wurden, als der Markt nach oben drehte.

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Solche erzwungenen Rückkäufe verstärken Aufwärtsbewegungen, weil sie zusätzliches Kaufvolumen in einen ohnehin anziehenden Markt bringen. Der Bruch wichtiger technischer Marken fungiert dabei oft als Auslöser, weil Stopps und Margin Calls ausgelöst werden.

Parallel dazu sorgten politische Entwicklungen in Venezuela für zusätzliche Bewegung: Die Festnahme des früheren Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA und Ankündigungen von Präsident Trump zu einem stärkeren US‑Engagement im Land erhöhten die geopolitische Unsicherheit. Für viele Krypto-Händler sind solche Schlagzeilen vor allem Volatilitätskatalysatoren. Gleichwohl stützt das Umfeld die Erzählung von Bitcoin als nichtstaatlichem Wertspeicher in Zeiten politischer Spannungen.

Im aktuellen Marktbild spiegelt sich das in einer moderaten Erholung wider: Mit rund 88.700 US‑Dollar liegt Bitcoin zwar nur knapp unter seinem 50‑Tage-Durchschnitt, aber immerhin einige Prozent über dem jüngsten Jahrestief und noch deutlich unter dem Hoch von Oktober 2025. Der Abstand von knapp 29 % zum 52‑Wochen-Hoch unterstreicht, dass von einer neuen Rally noch keine Rede sein kann. Der RSI von 38 signalisiert zudem eher eine abgekühlte als eine überhitzte Marktlage.

On-Chain-Daten: Hinweise auf Akkumulation

Abflüsse von Börsen

Auf der Blockchain deutet einiges auf eine fortgesetzte Akkumulation hin. Laut On-Chain-Analysen wurden in der vergangenen Woche rund 20.000 BTC von zentralisierten Börsen abgezogen, ein Gegenwert von etwa 1,8 Milliarden US‑Dollar. Solche Abflüsse gelten typischerweise als bullishes Signal, weil die Coins in der Regel in eigene Wallets wandern und damit kurzfristig dem Marktangebot entzogen werden.

Je weniger Bitcoin auf Börsen liegt, desto geringer ist der unmittelbare Verkaufsdruck. Historisch korrelieren sinkende Bestände auf Handelsplattformen häufig mit Phasen steigender Kurse, da Halter eher auf längerfristige Wertsteigerung als auf kurzfristigen Handel setzen.

Hashrate auf Rekordniveau

Auch aus Sicht der Netzwerksicherheit präsentiert sich Bitcoin robust. Die Hashrate erreichte Anfang Januar rund 1,13 Zettahash pro Sekunde, ein Plus von 7,6 % gegenüber dem Vortag und fast 47 % im Vergleich zum Jahresbeginn 2025. Dieser anhaltende Ausbau der Rechenleistung ist ein klares Vertrauenssignal der Miner – trotz der im April 2024 halbierten Blockbelohnung.

Für das Netzwerk bedeutet die steigende Hashrate ein höheres Sicherheitsniveau, da Angriffe teurer und aufwändiger werden. Für Miner wiederum ist die Investitionsbereitschaft ein Hinweis darauf, dass sie weiterhin mit langfristiger Profitabilität rechnen.

Stimmung und Technik: Skepsis trotz Erholung

Extreme Angst trotz steigender Kurse

Bemerkenswert ist der Kontrast zwischen Kursverlauf und Sentiment. Der vielbeachtete Fear-&-Greed-Index steht bei 25 Punkten und signalisiert damit „Extreme Fear“. Ein solch niedriger Wert würde typischerweise zu stark fallenden Kursen passen – nicht zu einer Phase, in der Bitcoin sich von den Tiefs löst.

Diese Diskrepanz legt nahe, dass viele Marktteilnehmer der Erholung misstrauen. Aus Sicht erfahrener Trader kann genau diese Skepsis weiteren Nährboden für Aufwärtsbewegungen liefern: Wer zu spät umdenkt, läuft Gefahr, Short-Positionen in steigende Märkte hinein schließen zu müssen – mit entsprechendem Aufwärtsdruck.

Wichtige Chartmarken im Blick

Charttechnisch rückt vor allem die Zone um 94.000 US‑Dollar in den Fokus. Analysten sehen hier einen entscheidenden Widerstand, dessen Bruch ein klares Signal für eine Fortsetzung der Erholung wäre. Als mögliche Musterformation wird ein sogenanntes „Adam-und-Eva“-Setup beschrieben – eine Kombination aus scharfem Einbruch und anschließender runder Bodenbildung. Gelingt der Ausbruch über 94.000 US‑Dollar, wäre das für viele Marktbeobachter ein Zeichen, dass die Käufer wieder klar das Ruder übernehmen.

Darüber hinaus gelten folgende Marken als relevant:

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  • Widerstände
  • 94.000 US‑Dollar: zentrale Ausbruchszone
  • 98.880 US‑Dollar: obere Begrenzung der jüngsten Konsolidationsphase
  • 126.200 US‑Dollar: bisheriges Allzeithoch vom Oktober 2025

  • Unterstützungen

  • 88.000–89.000 US‑Dollar: kurzfristiger Bodenbereich der letzten Wochen
  • 80.687 US‑Dollar: Untergrenze einer breiten Handelsspanne, die einige Analysten für 2026 erwarten

Fällt der Kurs unter die engere Unterstützungszone um 88.000 bis 89.000 US‑Dollar zurück, würde sich das Bild eintrüben und die Chance auf eine längere Seitwärtsphase oder tiefere Korrektur zunehmen.

Szenarien für 2026: Zwischen neuen Hochs und tiefer Korrektur

Optimistische Prognosen

Mehrere bekannte Marktbeobachter bleiben trotz der schwachen Performance 2025 konstruktiv für das neue Jahr. Einige erwarten ein Wiedersehen mit dem bisherigen Rekordstand von 126.200 US‑Dollar. Andere gehen noch weiter und halten sogar Niveaus um 210.000 US‑Dollar im Jahresverlauf für möglich.

Als Argumente führen sie vor allem die strukturellen Faktoren an: anhaltende Abflüsse von Börsen, eine stetig steigende Hashrate und die historisch oft positive Entwicklung im zweiten Jahr nach einem Halving. In diesem Lager überwiegt die Sicht, dass die Korrektur 2025 zwar außergewöhnlich war, die langfristige Angebotsverknappung aber weiterhin wirkt.

Warnende Stimmen

Auf der Gegenseite verweisen skeptische Analysten darauf, dass Bitcoin 2025 erstmals ein Halving-Jahr mit negativer Jahresperformance abgeschlossen hat. Aus dieser Perspektive ist die bisherige Erholung eher ein Zwischenspiel als der Beginn einer neuen Hausse.

Einige technische Analysten halten es für möglich, dass der klassische Vierjahreszyklus intakt bleibt – allerdings mit einer zeitlichen Verschiebung der Hoch- und Tiefpunkte. In diesem Punkt werden auch deutlich tiefere Kursziele ins Spiel gebracht: Ein Szenario sieht im Falle eines größeren Abwärtsschubs einen Rückgang bis in den Bereich um 32.000 US‑Dollar.

Zwischen diesen Polen steht die Einschätzung, Bitcoin könne „eine Weile“ in einer breiten Spanne zwischen rund 80.700 und 98.880 US‑Dollar pendeln, bevor sich ein klarer Trend etabliert. Dieses Range-Szenario würde die aktuelle Uneinigkeit am Markt widerspiegeln.

Regulierung 2026: Mehr Transparenz, mehr Reife?

Mit Jahresbeginn 2026 ist die Crypto Asset Reporting Framework (CARF) der OECD in 52 Ländern in Kraft getreten. Krypto-Börsen, Broker und Wallet-Anbieter müssen Transaktionsdaten nun automatisiert an die Finanzbehörden melden. In der EU greift mit DAC8 ein ähnliches Regime.

Kurzfristig dürfte die zusätzliche Berichtspflicht bei einem Teil der Anleger für Verunsicherung sorgen, gerade bei grenzüberschreitenden Aktivitäten. Mittel- bis langfristig sehen viele Marktteilnehmer darin jedoch einen Schritt hin zu klareren Spielregeln, was vor allem institutionellen Investoren entgegenkommen könnte. Mehr Transparenz und definierte Compliance-Pfade gelten als Voraussetzung dafür, dass große Vermögensverwalter und Unternehmen ihr Engagement im Kryptobereich weiter ausbauen.

Fazit: Erholung auf unsicherem Fundament

Bitcoin startet mit einer Mischung aus technischen Rückenwinden und geopolitischen Impulsen ins Jahr 2026. Der kräftige Short Squeeze, die deutlichen Abflüsse von Börsen und eine Rekord-Hashrate sprechen für eine gewisse Unterfütterung des jüngsten Kursanstiegs. Gleichzeitig signalisiert der niedrige Fear-&-Greed-Wert anhaltende Skepsis, was weiteres Überraschungspotenzial nach oben eröffnen kann – insbesondere bei einem Durchbruch der Widerstandszone um 94.000 US‑Dollar.

Ob daraus ein nachhaltiger Aufwärtstrend oder nur eine Zwischenrally innerhalb einer breiten Seitwärtsphase wird, dürfte sich in den kommenden Wochen an zwei Fronten entscheiden: Zum einen an den charttechnischen Schlüsselmarken zwischen etwa 88.000 und knapp 100.000 US‑Dollar, zum anderen an der Frage, wie der Markt die Kombination aus historischem Halving-Dämpfer 2025, verschärfter Regulierung und geopolitischer Unsicherheit einpreist.

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