Bitcoin: Erholung mit hawkischem Hintergrundrauschen

Bitcoin steigt über 77.900 Dollar, obwohl höhere Erzeugerpreise und teures Öl den geldpolitischen Spielraum der Fed einengen.

Dr. Robert Sasse ·
Ein moderner, minimalistischer Arbeitsplatz mit einem Laptop, auf dem ein digitaler Kurstrend zu sehen ist. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Bitcoin überschreitet erneut 77.900 Dollar
  • PPI übertrifft August-Prognose der Analysten
  • Strategy hält 845.050 Bitcoin unverändert
  • BitFuFu steigert August-Ausstoß deutlich

Bitcoin klettert zurück über 77.900 Dollar — und das ausgerechnet in einem Umfeld, das eigentlich für fallende Kurse spricht. Ein heißer Erzeugerpreisindex und ein Ölpreissprung nach einem Angriff auf eine saudi-arabische Pipeline liefern der US-Notenbank neue Argumente für eine straffere Geldpolitik. Die Reaktion am Kryptomarkt fällt trotzdem positiv aus.

Inflationsdaten heizen die Fed-Erwartungen an

Der Produzentenpreisindex für August stieg auf 5,4 Prozent im Jahresvergleich und lag damit über der Prognose von 5,3 Prozent. Der Kern-PPI kletterte auf 4,6 Prozent — den höchsten Stand seit Juni. Hinzu kommt ein geopolitischer Preisschub: Nach dem Angriff auf eine saudi-arabische Pipeline am Wochenende zog der Ölpreis binnen fünf Handelstagen um rund 11 Prozent an. Da Energiepreise direkt in die Verbraucherpreise einfließen, dürfte auch der September-Verbraucherpreisindex Aufwärtsdruck bekommen.

Diese Gemengelage trifft auf eine ohnehin schon hawkische Ausgangslage vor der Fed-Sitzung am Mittwoch. Ethereum und Solana bewegten sich am Montag im Gleichschritt mit Bitcoin nach oben, ein Zeichen dafür, dass die Erholung nicht auf ein einzelnes Asset beschränkt blieb.

Strategy hält die Bitcoin-Bestände unverändert

Während der Markt auf die Zinsentscheidung wartet, zeigt sich bei den großen Bitcoin-Haltern Zurückhaltung. Strategy kaufte in der vergangenen Woche keine Bitcoin und hält weiterhin 845.050 BTC — bereits die zweite Woche in Folge ohne Bewegung im Bestand.

Stattdessen floss Kapital in den Rückkauf der eigenen STRC-Vorzugsaktien, für die das Unternehmen in der Berichtswoche rund 139 Millionen Dollar ausgab, nach 176 Millionen Dollar in der Woche zuvor.

Bei den börsennotierten Minern zeigt sich ein gemischtes Bild. BitFuFu steigerte seine August-Produktion um mehr als die Hälfte auf 174 Bitcoin, getrieben von einer kräftigen Kapazitätserweiterung. CleanSpark blieb mit 593 geförderten Bitcoin nahezu stabil, während Canaan den dritten Monat in Folge weniger Bitcoin schürfte und zugleich seine gesamten Ethereum-Bestände verkaufte.

Der eigentliche Testfall steht noch bevor: Am Mittwoch entscheidet die Fed über die Zinsen, begleitet von einem neuen Dot Plot. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte oder Signale für weitere Schritte dürften Bitcoin unter die Marke von 76.500 Dollar drücken, mit der nächsten Unterstützung bei rund 72.000 Dollar. Bleibt die Fed dagegen bei einer Pause ohne aggressive Rhetorik, dürfte sich die aktuelle Spanne zwischen 76.000 und 79.000 Dollar zunächst halten.

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