Bitcoin: Erholung ohne Rückenwind
Trotz leichter Kursgewinne zogen Anleger im November rund 1,28 Milliarden Dollar aus Bitcoin-ETFs ab.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin notiert wieder über 76.000 Dollar
- ETF-Abflüsse im November: rund 1,28 Milliarden Dollar
- MEXC drohen Einschränkungen in den USA
- Griechenland besteuert Kryptoerträge ab 2027
Bitcoin stabilisiert sich über 76.000 Dollar, doch die großen Adressen bleiben an der Seitenlinie. Nach dem jüngsten Ausverkauf zeigt der Kurs ein leichtes Plus, die ETF-Zahlen erzählen eine andere Geschichte.
ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Freitag Nettoabflüsse von 411,9 Millionen Dollar, den zweiten Handelstag in Folge. Den Löwenanteil machte BlackRocks iShares Bitcoin Trust mit 403 Millionen Dollar aus. Fidelitys Fonds sammelte immerhin 42,8 Millionen Dollar ein.
Im November summieren sich die Abzüge damit auf rund 1,28 Milliarden Dollar. Nur der Mittwoch brachte Zuflüsse. Das ist ein Kontrast zum dritten Quartal, als den Fonds netto rund sechs Milliarden Dollar zuflossen — nach vielen Monaten mit Abflüssen.
Auslöser des Rücksetzers war zuletzt ein breiter Ausverkauf bei Technologiewerten. Sorgen um KI-Investitionen und den Ausbau von Rechenzentren drückten die Risikobereitschaft. Bitcoin verlor binnen 24 Stunden etwa 5 Prozent, nachdem die Erholung nach den US-Zwischenwahlen verpufft war. Zwangsliquidationen bei Derivaten über 1,2 Milliarden Dollar verstärkten die Bewegung, der Großteil entfiel auf Wetten auf steigende Kurse.
Regulierung und Langfristrisiken
Der regulatorische Gegenwind nimmt zu. Das US-Finanzministerium will der Börse MEXC den Zugang zu amerikanischen Finanzinstituten beschneiden. Der Vorwurf: verdächtige Transaktionen von mindestens 16 Milliarden Dollar mit Bezug zu Sanktionsumgehung.
In Griechenland steht ein Steuerrahmen. Krypto-Kursgewinne werden mit 10 Prozent besteuert, sobald sie 500 Euro im Jahr übersteigen. Auf Erträge aus Staking, Lending und DeFi fallen 15 Prozent an, ab Januar 2027.
Technisch wirft Bitcoin-Core-Entwickler Cory Fields eine alte Sorge neu auf. Sein Konzept sieht vor, dass potenzielle Quantenangreifer Bitcoin als Sicherheit hinterlegen müssen, die rechtmäßige Eigentümer beanspruchen könnten. Der Vorschlag ist rein konzeptionell und setzt quantenresistente Wallets voraus.
Hougans Langfristthese
Bitwise-Investmentchef Matt Hougan hält Bitcoin in nahezu jedem Konjunkturszenario für einen Gewinner. Selbst bei einem Platzen der KI-Blase erwartet er nach einem ersten Rückschlag Zinssenkungen und Notenbank-Liquidität, die den Kurs kräftig antreiben würden. Er räumt aber ein, dass der Weg holprig werden dürfte.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf Charts und Mittelflüsse. Als Erholungsmarke gilt die Zone um 80.000 Dollar, nach unten wird 73.000 Dollar als mögliche Unterstützung genannt. Ob der Samstagsanstieg trägt, hängt maßgeblich davon ab, ob die ETF-Abflüsse abebben.
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