Bitcoin: ETF-Abflüsse enden vor dem Wochenende
Nach Nettoabflüssen von 681,1 Millionen Dollar erholten sich Bitcoin-ETFs am Freitag leicht; neue Verwahrungsregeln wurden vorgestellt.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin fällt binnen einer Woche 4,3 Prozent
- Spot-ETFs verzeichnen 681,1 Millionen Dollar Abflüsse
- Freitagszuflüsse von 21,1 Millionen Dollar
- SEC legt Entwurf zu Krypto-Verwahrung vor
Geopolitische Spannungen und Umschichtungen an den Kapitalmärkten haben Bitcoin in der abgelaufenen Woche spürbar unter Druck gesetzt. Nach Berichten über Angriffe auf iranische Öltanker trieben steigende Rohölpreise, anziehende US-Anleiherenditen und ein stärkerer Dollar die Krypto-Leitwährung zunächst nach unten.
Erst als Äußerungen von Donald Trump bekannt wurden, vor den anstehenden US-Kongresswahlen keine Angriffe auf den Iran durchzuführen, setzte an den Krypto-Märkten eine spürbare Gegenbewegung ein.
Aktuell notiert Bitcoin bei 82.794,00 USD. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Minus von 4,3 Prozent, womit sich der Kurs jedoch weiterhin 2,3 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt behauptet.
ETF-Abflüsse stoppen vor dem Wochenende
Verstärkt wurde der zwischenzeitliche Kursrutsch durch deutliche Verkäufe bei den US-amerikanischen Spot-ETFs. Nach drei Wochen mit kontinuierlichen Zuflüssen verzeichneten die börsengehandelten Fonds in der zurückliegenden Handelswoche Nettoabflüsse von insgesamt 681,1 Millionen Dollar.
Besonders am Mittwoch und Donnerstag zogen institutionelle Adressen hohe Beträge ab, als an den beiden Tagen zusammengenommen mehr als 700 Millionen Dollar aus den Fonds flossen.
Am Freitag drehte die Stimmung jedoch wieder ins Positive. Mit Nettozuflüssen von 21,1 Millionen Dollar fand die Serie massiver Rücknahmen vor dem Wochenende ein vorläufiges Ende.
Medienberichten zufolge zeigte sich auch in den Orderbüchern der Krypto-Börsen eine veränderte Struktur: Die Liquidität rund um den aktuellen Marktpreis hatte sich im Vorfeld gegenüber dem Vorjahr merklich erholt, ehe der Ausverkauf zur Wochenmitte die Tiefe der Bücher wieder um rund 12 Prozent reduzierte.
Behörden und Regulierer setzen Signale
Neben den makroökonomischen Treibern sorgten auch staatliche Transaktionen für Aufmerksamkeit im Handel. Datenanalysten registrierten am Donnerstag Wallets der US-Regierung, die 12.267 Bitcoin aus der Beschlagnahmung des Bitfinex-Hacks von 2016 auf neue Adressen transferierten.
Medienberichten zufolge handelte es sich dabei um reine Wallet-Verschiebungen ohne Einzahlungen auf Handelsbörsen, womit kein direkter Verkauf im Raum stand. Tags zuvor waren zudem rund 3.200 Bitcoin an Verwahr-Adressen von Coinbase Prime bewegt worden.
Regulatorisch zeichnen sich unterdessen neue Rahmenbedingungen ab. Die US-Wertpapieraufsicht SEC stellte einen Richtlinienentwurf für die Verwahrung von Krypto-Assets durch registrierte Anlageberater und Fonds vor.
In Thailand legte die dortige Aufsichtsbehörde zudem Regeln für Spot-ETFs auf Bitcoin und Ether vor, die am 16. Oktober in Kraft treten sollen. Der Krypto-Markt schließt eine von starken Schwankungen geprägte Woche damit in einer Phase vorsichtiger Stabilisierung ab.
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