Bitcoin: Geopolitik trifft ETF-Abflüsse

Geopolitische Spannungen und massive Kapitalabflüsse aus Bitcoin-ETFs setzen den Kryptomarkt unter Druck. Eine fragile Erholung läuft.

Redaktion Stock-World ·
Bitcoin-Symbol überlagert mit geopolitischen Karten und einem abstrakten Fluss von Daten, der Abflüsse darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Eskalierender Iran-Konflikt belastet
  • Über fünf Milliarden ETF-Abflüsse
  • SpaceX-Börsengang entzieht Liquidität
  • Inflationsdaten geben leichte Entlastung

Der Krypto-Markt kämpft gleich gegen mehrere Gegenwinde. Gestiegene US-Zinshoffnungen, massive institutionelle Abflüsse und ein eskalierender Militärkonflikt im Nahen Osten haben Bitcoin in den vergangenen Wochen unter Druck gesetzt — eine Erholung läuft, steht aber auf dünnem Eis.

Krieg und Kapitalflucht

Der Konflikt zwischen den USA und Iran dominiert das Sentiment. Nachdem US-Streitkräfte innerhalb von zwei Tagen wiederholt Ziele im Iran angriffen und Teheran mit Gegenschlägen gegen Ziele am Golf reagierte, flüchteten Anleger in sichere Häfen wie den Dollar. Bitcoin fiel in der Vorwoche zeitweise auf rund 59.000 Dollar. Am Donnerstag erholte sich der Kurs auf über 62.600 Dollar — ausgelöst durch erste Signale, dass die USA ihre jüngste Angriffswelle beendet haben könnten.

Fortschritt in den Friedensverhandlungen ist dennoch kaum erkennbar. Der Streit um Irans Atomprogramm und die Kontrolle über die Straße von Hormuz bleibt ungelöst, was Öl- und Energiepreise weiter treibt.

ETF-Abflüsse und SpaceX-Sog

Der institutionelle Verkaufsdruck der vergangenen Wochen ist erheblich. Binnen drei Wochen flossen über fünf Milliarden Dollar aus Bitcoin-Spot-ETFs ab. Allein am Mittwoch betrugen die Abflüsse knapp 214 Millionen Dollar — nach 77 Millionen Dollar am Dienstag, als eine kurze Entspannung gehofft worden war.

Ein Teil dieser Rotation erklärt sich durch den bevorstehenden SpaceX-Börsengang. Das Unternehmen strebt eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an und will dabei rund 75 Milliarden Dollar einsammeln — eine Größenordnung, die Investoren zwingt, Liquidität freizusetzen. Hinzu kommt eine anhaltende Rotation in KI-Aktien, die dem Kryptomarkt seit Wochen Kapital entzieht.

Inflationsdaten geben kleinen Trost

Das US-Verbraucherpreisindex-Ergebnis für Mai lieferte zumindest einen moderaten Lichtblick. Die Kerninflation stieg auf Monatsbasis um nur 0,2 Prozent — weniger als die erwarteten 0,3 Prozent. Das hat Händler veranlasst, ihre Erwartungen für weitere Zinserhöhungen der Fed leicht zurückzuschrauben. Die Gesamtinflation kletterte auf 4,2 Prozent im Jahresvergleich, getrieben vor allem durch Energiepreise, die durch den Nahostkonflikt in die Höhe schossen.

Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, hat inzwischen mehrere Altcoin-Positionen verkauft und warnt vor einer möglichen KI-Blasenkorrektur, die Bitcoin mitreißen könnte. Ob der Kurs bei rund 59.000 Dollar einen tragfähigen Boden gefunden hat, wird die nächste Eskalationsstufe im Iran-Konflikt zeigen — oder eben deren Ausbleiben. Der Fed-Zinsentscheid kommende Woche dürfte das nächste handfeste Datum für die Richtungsentscheidung sein.

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