Bitcoin: Hayes‘ KI-Crash-These
Arthur Hayes hält staatliche Hilfen nach einem KI-Einbruch für möglich, warnt jedoch vor anfänglichem Druck auf Bitcoin.

Kurz zusammengefasst
- Hayes erwartet mögliche Hilfen nach KI-Crash
- Bitcoin könnte von neuer Liquidität profitieren
- Anfänglicher Kursdruck bleibt möglich
- Binance beendet seinen Mining-Pool im November
Arthur Hayes sieht in einem möglichen Platzen des KI-Booms eine Chance für Bitcoin. Der frühere BitMEX-Chef erwartet nach einem Crash eine staatliche Rettungsaktion, bei der frische Liquidität in Kryptowerte fließen könnte. Die These hat allerdings einen Haken.
Überbau, Crash, Rettung
Auf einer Investmentkonferenz in Singapur sagte Hayes am Dienstag, die Menschheit „verschwende Billionen“ für den Bau von KI-Rechenzentren. Jede große technologische Neuerung sei in der Vergangenheit überbaut worden. Auf den Überbau folgten stets ein Crash und eine Rettungsaktion.
Greifen Regierungen und Notenbanken ein, würden Bitcoin und andere Kryptowährungen laut Hayes am stärksten profitieren. Als Vorbild nennt er die Zeit nach der Finanzkrise 2008. Den Härtetest verortet er auf Ende 2027 oder 2028, wenn ein Großteil der neuen Rechenzentren fertig ist und Betreiber zugesagte Zahlungen für Rechenleistung einfordern.
Er räumt aber ein, dass es auch anders kommen kann. Wird KI binnen zwölf Monaten so nützlich, dass die Nachfrage stark steigt, könnten die Betreiber profitabel werden. NVIDIA und Speicherchiphersteller verdienen bereits Geld. Offen sei, ob Anleger den richtigen Multiplikator auf künftige Gewinne zahlen.
Erst der Rückschlag, dann die Liquidität
Der Haken liegt in der Reihenfolge. Platzt die Blase, könnten riskante Anlagen inklusive Bitcoin zunächst unter Druck geraten. Neue Liquidität käme erst in einer anschließenden Kreditkrise. Wer auf dieses Szenario setzt, müsste also zuerst einen Rückschlag aushalten.
Auch die Rolle des Absenders ist relevant: Hayes ist Mitgründer und Investmentchef des Krypto-Investmenthauses Maelstrom. Sein Projekt Flop soll einen Spotmarkt für Rechenleistung und ein Zahlungsnetzwerk für KI-Agenten schaffen. Der Start ist für das erste Quartal 2027 geplant. Seine Thesen stammen damit von einem Akteur mit eigenem Interesse am Krypto-Markt.
Binance schließt Mining-Pool
Aus dem Mining-Sektor kommt eine weitere Nachricht. Binance stellt seinen Bitcoin-Mining-Pool nach rund sechs Jahren ein. Am 10. November enden Binance Pool, Pool Savings, Cloud Mining und der Transaction Accelerator. Miner müssen ihre Hardware vorher auf einen anderen Pool umstellen.
Der Pool lag Ende 2025 auf Rang neun mit etwa 2,3 Prozent der Netzwerkleistung. Er galt als letzter Pool aus der Zeit, in der Börsen ins Mining drängten. Binance baut parallel sein Angebot in der traditionellen Finanzwelt aus, etwa mit Zugang zu mehr als 7.000 US-Aktien und ETFs. Für die Netzwerksicherheit dürfte der Rückzug wenig ändern, die Hashrate verteilt sich auf andere Pools.
Das Rekordhoch von Bitcoin liegt seit Oktober 2025 bei rund 126.198 Dollar. Hayes‘ Zeitfenster für den Härtetest, Ende 2027 oder 2028, bleibt die nächste konkrete Wegmarke seiner These.
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