Bitcoin: Ledger-Skandal belastet kaum
Sinkende Ölpreise stützen Bitcoin, während manipulierte Ledger-Geräte Nutzer verunsichern und die Reichweite des Betrugs ungeklärt bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin steigt auf rund 82.700 Dollar
- Ölpreisrückgang stärkt Risikoanlagen
- Ledger stoppte Verkäufe über CryptoBilis
- Citigroup setzt Kursziel auf 113.000 Dollar
Bitcoin startet mit leichten Gewinnen in die Woche und hält sich klar über der Marke von 80.000 Dollar. Dabei gibt es Gegenwind: Manipulierte Hardware-Wallets verunsichern Nutzer, während der Ölpreis überraschend fällt.
Ölpreis entlastet Risikoanlagen
Am Montagmorgen notiert die Digitalwährung rund ein Prozent fester bei etwa 82.700 Dollar. Zuvor hatte sie zwei Wochen in Folge jeweils rund zwei Prozent verloren. Seit gut einem Monat pendelt der Kurs zwischen 80.000 und 87.000 Dollar.
Auslöser der Erholung ist ein deutlicher Rückgang der Ölpreise. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Anordnung, Sanktionen auf russisches Öl auszusetzen. Das Angebot könnte steigen und die Knappheit bei Treibstoffen mildern. Europäische Staats- und Regierungschefs sowie die Ukraine kritisieren den Schritt.
Für Bitcoin zählt vor allem der Zinseffekt. Billigeres Öl nährt die Hoffnung, dass die Inflation weniger hartnäckig ausfällt und Notenbanken seltener die Zinsen anheben müssen. Hohe Zinsen verteuern den Besitz renditeloser, spekulativer Anlagen.
Allerdings rechnen die Märkte weiterhin mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung der Fed im Jahresverlauf. Auch die übrigen Kryptowährungen legten zu, blieben aber in ihren Handelsspannen. Ether stieg um 0,9 Prozent auf 2.432,60 Dollar.
Ledger-Manipulation sorgt für Unruhe
Seit dem 9. Oktober melden Nutzer leergeräumte Konten, vor allem in Südostasien. Ledger fand in einem über den Wiederverkäufer CryptoBilis verkauften Gerät einen verdeckten Chip. Er las die 24 Wörter der Wiederherstellungsphrase vom Display ab und funkte sie per Mobilfunk an die Täter. Die Echtheitsprüfung schlug nicht an, weil das Gerät normal funktionierte.
Ledger stoppte den Verkauf über CryptoBilis. MediaMarkt nahm in Deutschland sämtliche Ledger-Produkte aus dem Sortiment. Wie weit die Manipulationen reichen, ist offen.
Die Blockchain selbst ist nicht betroffen, das Risiko liegt in der Verwahrung. Betroffene Nutzer sollten laut Hersteller ihre Coins auf ein neues Gerät mit frisch erzeugter Phrase übertragen.
Citigroup hebt Ziel an
Die Citigroup erhöhte ihr Zwölf-Monats-Kursziel auf 113.000 Dollar. Dazu passt das Verhalten großer Adressen: Bitcoin-Wale kauften in den vergangenen 60 Tagen rund 43.000 Bitcoin im Wert von 2,75 Milliarden Dollar. Aus Spot-ETFs flossen zuletzt allerdings 228 Millionen Dollar ab.
Parallel dazu öffnet sich der Zugang für Privatkunden weiter. Die Sparkassen rollen schrittweise den Handel mit Bitcoin und Ethereum über ihre App aus, die ersten Kunden können bereits handeln. Gleichzeitig warnt der Verband vor den Risiken. Hält die Unterstützung bei 80.000 Dollar, bleibt die Spanne bis 87.000 Dollar das nächste Szenario.
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