Bitcoin: Mai endet mit Abfluss-Rekord

Bitcoin verzeichnet im Mai Rekordabflüsse aus ETFs und Kursverluste. Steigende Zinsen und Inflation setzen die Kryptowährung unter Druck.

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Bitcoin Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rekordabflüsse bei Bitcoin-ETFs
  • Zinsängste belasten Kryptomarkt
  • Bitcoin unter historischem Durchschnitt
  • Derivatemarkt zeigt keine Kapitulation

Der Mai 2026 war kein guter Monat für Bitcoin. Rund drei Prozent Kursverlust, ein zweiwöchiger Abfluss aus Spot-ETFs von mehr als 2,5 Milliarden Dollar — und die zwischenzeitliche Erholung auf über 81.000 Dollar ist längst Geschichte. Kein Wunder, dass institutionelle Anleger nervös reagieren.

Zinsen als Hauptbelastung

Der entscheidende Faktor ist das Zinsumfeld. Der PCE-Preisindex — das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank — stieg im April auf 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so schnell wie zuletzt vor rund drei Jahren. Das festigt die Erwartung, dass die Fed die Leitzinsen länger hoch hält. Für zinslosen Anlagen wie Kryptowährungen ist das strukturell ungünstig.

Hinzu kommt ein geopolitischer Störfaktor. Die de facto geschlossene Straße von Hormuz hat seit Ende Februar für massive Ölpreisaufschläge gesorgt, was wiederum die Inflation anheizt und den Druck auf die Zentralbanken erhöht. Hoffnungen auf eine 60-tägige Verlängerung des US-Iran-Waffenstillstands sorgten zwar für kurzfristige Kursimpulse, doch Washington und Teheran lieferten bis Freitagabend keine endgültige Bestätigung.

ETF-Abflüsse brechen Zufluss-Streak

Die Zahlen sprechen für sich: Eine sechswöchige Zuflussreihe bei Krypto-Investmentprodukten endete abrupt mit Abflüssen von 1,07 Milliarden Dollar in einer einzigen Woche. Dabei zog allein der iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock an einem Tag 178 Millionen Dollar ab. Die Risikoaversion traf nahezu alle Regionen gleichzeitig.

André Dragosch von Bitwise macht auf einen interessanten Punkt aufmerksam: Bitcoin und US-Tech-Aktien, die sich lange synchron bewegten, laufen seit Wochen auseinander. Gemessen am Marktwert-zu-Realisierungswert-Verhältnis notiert Bitcoin weiterhin unter seinem historischen Durchschnitt — während Nasdaq-Titel nahe Rekordniveaus bei den Bewertungskennzahlen stehen. Sollte die KI-Investitionseuphorie bei US-Tech-Giganten nachlassen, könnte sich dieses Ungleichgewicht zugunsten von Bitcoin auflösen.

Derivatives-Markt signalisiert noch keine Kapitulation

Trotz der schwachen ETF-Nachfrage zeigen die Derivatemärkte ein anderes Bild. Das offene Interesse an Bitcoin-Futures liegt laut Glassnode oberhalb von 35 Milliarden Dollar und steuert auf 40 Milliarden Dollar zu. Das deutet darauf hin, dass größere Marktteilnehmer ihre Positionen nicht auflösen, sondern über Terminkontrakte neu aufstellen — was bei einer Richtungsentscheidung die Ausschläge in beide Seiten verstärken könnte.

Auf Jahressicht hat Bitcoin gut 16 Prozent an Wert eingebüßt. Gegenüber dem Allzeithoch von rund 126.000 Dollar aus Oktober 2025 beträgt der Rückstand inzwischen mehr als 40 Prozent. Ob das Niveau um 73.000 Dollar eine tragfähige Basis darstellt, wird sich spätestens beim nächsten US-Inflationsdatenpunkt Mitte Juni zeigen.

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