Bitcoin: Midterms drücken auf 76.500 Dollar
Wahlunsicherheit, Sicherheitsvorfälle und ETF-Mittelabzüge begleiten Bitcoins Rückgang auf den niedrigsten Stand seit Anfang September.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin notiert rund zwei Prozent niedriger
- US-Spot-ETFs verzeichnen 643 Millionen Dollar Abflüsse
- Binance will Kundenverluste vollständig ausgleichen
- Liquid Network meldet wieder volle Token-Deckung
Bitcoin fällt auf den tiefsten Stand seit Anfang September. Am Wahltag in den USA hält sich der Markt zurück, dazu kommen Sicherheitsthemen und schwache Tech-Werte. Die Marke von 80.000 Dollar rückt damit außer Reichweite.
Am Morgen notierte die Kryptowährung bei rund 76.600 Dollar, etwa 2 Prozent tiefer als am Vortag. Im Oktober summierte sich das Minus auf mehr als 6 Prozent. Der historisch oft starke Börsenmonat für Krypto blieb damit im zweiten Jahr in Folge aus.
Regulierung und Sicherheit belasten
Die Zwischenwahlen entscheiden mit über den regulatorischen Kurs. Der CLARITY Act scheiterte bereits im Senat an der nötigen Mehrheit von 60 Stimmen. Gewinnen die Demokraten den Kongress, dürfte weitere pro-Krypto-Gesetzgebung kaum Chancen haben. Regulierung bliebe dann Sache der Exekutive und wechselt mit jeder Regierung. Händler reduzieren vor der Wahl Hebelpositionen, statt neue aufzubauen.
Hinzu kommt der Hack bei Binance über rund 6,3 Milliarden Dollar. Seit der Wiederaufnahme der Auszahlungen flossen etwa 6 Milliarden Dollar ab, weniger als 4 Prozent der Bestände. Die Börse will alle Kundenverluste ausgleichen. Zusätzlich forderte der Zahlungsdienst BTCPay Server Betreiber auf, ältere Instanzen abzuschalten, nachdem Angreifer Bitcoin aus Hot Wallets gezogen hatten.
Ein Lichtblick kommt aus dem Bitcoin-Ökosystem. Die Sidechain Liquid Network meldet nach dem Exploit im September wieder die volle 1:1-Deckung ihres Tokens LBTC. Damals wurden rund 4.000 BTC abgezogen, den Großteil gab der Angreifer zurück. Die Lücke von etwa 600 BTC schloss laut Federation-Vertretern Blockstream mit Einzahlungen. Wie genau, kommunizierte die Federation nicht.
Schwache Nachfrage, Tech-Gleichklang
Die Großanleger halten sich zurück. US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten am Freitag Abflüsse von 643 Millionen Dollar, auch zum Wochenstart gab es deutliche Mittelabzüge. Parallel verlor der Nasdaq am Freitag 2,86 Prozent. Bitcoin bewegt sich derzeit wie eine Technologieaktie mit hohem Beta, solange Chip- und KI-Werte nicht stabilisieren, werden Erholungen verkauft.
Technisch liegt die erste Unterstützung an der 100-Tage-Linie bei rund 76.035 Dollar. Darunter folgen der Bereich um 74.000 Dollar und die 200-Tage-Linie bei etwa 73.200 Dollar. Nach oben müsste Bitcoin die 80.000 Dollar zurückerobern, ein Wochenschluss über 83.000 Dollar würde den Abwärtstrend beenden.
Terminkalender
Die Wahlergebnisse werden in Europa erst spät in der Nacht erwartet. Heute um 16:00 Uhr MEZ erscheinen die JOLTS-Daten, morgen der ISM-Index für Dienstleister. Am Freitag um 14:30 Uhr MEZ folgt der US-Arbeitsmarktbericht, am 10. November die Inflationsdaten. Sie prägen die Erwartungen für die Fed-Sitzung am 8. und 9. Dezember, für die der Markt eine Zinserhöhung zu rund 83 Prozent einpreist.
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