Bitcoin startet mit Rückenwind ins neue Jahr, bleibt aber unter einer entscheidenden Marke stecken. Steigende Umsätze, ein bereinigtes Derivatemarkt-Umfeld und wieder anziehende ETF-Zuflüsse sprechen für stabilere Strukturen. Gleichzeitig wartet der Markt heute gespannt auf die US-Inflationsdaten, die den nächsten größeren Impuls liefern dürften.
Wichtiger Widerstand vor Inflationsdaten
Bitcoin notiert aktuell bei rund 91.900 US-Dollar und liegt damit leicht im Minus gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein moderater Zuwachs von knapp 2 %, während der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bei gut 26 % bleibt – die Spuren der Korrekturphase seit Oktober sind also klar sichtbar.
Charttechnisch rückt vor allem die Zone um 94.500 US-Dollar in den Fokus. Dieses Niveau hat in den vergangenen Wochen mehrfach weitere Anstiege ausgebremst. Erst ein klarer Ausbruch darüber würde ein Ende der Serie aus tieferen Hochs und Tiefs signalisieren, die seit Anfang Oktober 2025 den Markt dominiert und die übergeordnete Aufwärtsbewegung immer wieder gedeckelt hat.
Kurzfristig kommt zusätzliche Spannung durch den heute anstehenden US-Verbraucherpreisindex (CPI). Die Daten gelten als wichtiger Gradmesser für die Zinsfantasie und damit für die generelle Risikobereitschaft, von der Kryptowährungen stark abhängen.
On-Chain-Daten: Verkaufsdruck lässt nach
On-Chain-Kennzahlen deuten darauf hin, dass der Markt bereinigt ins Jahr 2026 gestartet ist.
- Gewinnmitnahmen deutlich abgeflaut: Die realisierten Gewinne (7‑Tage-Schnitt) sind von über 1 Milliarde US-Dollar pro Tag im vierten Quartal auf rund 183,8 Millionen US-Dollar Ende Dezember gefallen. Das signalisiert, dass der Verkaufsdruck von Anlegern, die im Plus waren, deutlich nachgelassen hat.
- Kurzfristige Anleger noch leicht im Minus: Der Short-Term-Holder-MVRV ist von 0,79 auf 0,95 gestiegen. Das bedeutet: Neuere Marktteilnehmer liegen im Schnitt nur noch etwa 5 % im Buchverlust. Ein nachhaltiger Sprung über 1,0 würde anzeigen, dass diese Gruppe wieder im Gewinn ist – oft ein Umfeld, in dem die Bereitschaft zu weiteren Verkäufen zunächst begrenzt bleibt.
- Optionsmarkt zurückgesetzt: Mit dem Verfallstermin am 26. Dezember wurden über 45 % der offenen Bitcoin-Optionen aus dem Markt genommen. Das Open Interest fiel von 579.258 BTC auf 316.472 BTC. Damit sind viele alte Positionen bereinigt, was die Signale aus dem Derivatemarkt für 2026 klarer macht.
Auch auf Netzwerkebene zeigt sich ein gemischtes, aber robustes Bild. Die Zahl der Transaktionen schwankt deutlich von Tag zu Tag, während die Hashrate mit knapp 982 EH/s weiterhin hoch bleibt. Eine leichte Anpassung der Mining-Schwierigkeit zu Jahresbeginn spricht für eine gesunde Anpassung der Miner an die Marktbedingungen.
ETF-Zuflüsse und institutionelles Interesse
Auf der institutionellen Seite mehren sich die Hinweise, dass das Interesse wieder zunimmt. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Anfang Januar nach vorherigen Abflüssen wieder Nettozuflüsse von rund 400 Millionen US-Dollar. Marktbeobachter sehen darin ein Signal, dass größere Adressen nach der Positionsbereinigung zum Jahresende wieder Engagement aufbauen.
Auffällig ist auch das Verhalten von Strategy (ehemals MicroStrategy). Das Unternehmen hat am Montag, den 12. Januar, weitere 13.627 BTC gekauft und damit seine bekannte Akkumulationsstrategie fortgesetzt. Die bevorzugte Aktie STRC setzte dabei mit einem Handelsvolumen von 175,7 Millionen US-Dollar ein Ausrufezeichen – fast das Dreifache des 30‑Tage-Durchschnitts. Das unterstreicht, dass Bitcoin-bezogene Unternehmenswerte bei institutionellen Investoren weiter gefragt sind.
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Im Derivatesegment wurden in den vergangenen 24 Stunden gehebelte Futures-Positionen im Gegenwert von rund 180 Millionen US-Dollar liquidiert – sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite. Das deutet auf ein ausgeglicheneres Kräfteverhältnis hin, statt einer einseitigen Marktpositionierung. Die Basis der CME-Bitcoin-Futures liegt mit knapp unter 5 % nur noch moderat über der Rendite der 10‑jährigen US-Staatsanleihe. Die früher sehr lukrativen Cash-and-Carry-Arbitragestrategien wirken damit deutlich weniger attraktiv als in Phasen mit Renditen jenseits von 20 %.
Regulierung und globaler Rahmen
Regulatorisch bleibt die Lage in Bewegung, ohne den Markt derzeit aus der Bahn zu werfen. In den USA wurde die geplante Beratung zum Digital Asset Market Clarity Act im Senat vom 15. Januar auf die letzte Januarwoche verschoben. Offiziell wird mehr Zeit für eine parteiübergreifende Einigung benötigt. Die Entscheidung ist vor allem für die mittelfristige Marktstruktur relevant, kurzfristige Preisreaktionen bleiben jedoch aus.
Parallel verschärfen andere Länder gezielt bestimmte Bereiche des Kryptomarktes. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Montag neue restriktive Regeln für Privacy-Coins eingeführt. Interessanterweise hat das die Stimmung im breiteren Kryptosektor nicht eingetrübt: Dash legte um 60 % zu, Monero (XMR) stieg um mehr als 8 %. Das zeigt, dass regulatorische Eingriffe regional begrenzt wirken können und Anleger zwischen verschiedenen Marktsegmenten differenzieren.
Im größeren Kontext verweist eine Analyse des Weltwirtschaftsforums vom Januar 2026 darauf, dass mehr Klarheit bei den Regeln die globale Akzeptanz digitaler Assets eher beschleunigt. Der bereits 2025 verabschiedete Genius Act hat weltweit Diskussionen über Stablecoin-Regeln in Gang gesetzt, während der vorgeschlagene Clarity Act in den USA die Marktstrukturen für digitale Vermögenswerte präziser fassen soll.
Altcoins und Volatilität
Während Bitcoin unterhalb von 95.000 US-Dollar in einer Spanne gefangen bleibt, zeigen viele Altcoins relative Stärke. Der CoinDesk 80 Index, der breiter diversifizierte Kryptoassets abbildet, entwickelt sich in dieser Woche besser als der stärker Bitcoin-lastige CoinDesk 20 Index. Kapital fließt also vermehrt in kleinere Werte, was auf eine höhere Risikobereitschaft einzelner Marktteilnehmer schließen lässt.
Auch im Memecoin-Segment dreht sich das Rad schnell. Auf der Solana-basierten Plattform Pump.fun hat das Handelsvolumen nach nur 13 Tagen im Januar bereits das gesamte Niveau des Vormonats erreicht. Spekulative Aktivitäten bleiben damit ein fester Bestandteil des Marktes, auch wenn Bitcoin selbst aktuell eher von Makrofaktoren und größeren Strukturdaten getrieben wird.
Auffällig zurückhaltend ist dagegen die implizite Volatilität. Über Laufzeiten von einer Woche bis zu sechs Monaten bewegt sich diese mit rund 42,6 bis 45,4 % im unteren Bereich der jüngsten Drei-Monats-Spanne. Trader sichern sich also vergleichsweise weniger aggressiv gegen starke Ausschläge ab, was zu dem Bild eines abwartenden, aber nicht panischen Marktes passt.
Fazit: Entscheidende Marken klar definiert
Bitcoin startet mit verbessertem Marktumfeld, aber ohne klaren Ausbruch in das Jahr 2026. Technisch bleibt der Widerstand bei 94.500 US-Dollar die zentrale Marke: Ein Bruch darüber würde die seit Oktober laufende Korrekturstruktur infrage stellen und könnte den Weg in Richtung der psychologisch wichtigen 100.000 US-Dollar öffnen. Fundamentale Signale – von nachlassenden Gewinnmitnahmen über bereinigte Derivatepositionen bis hin zu wieder anziehenden ETF-Zuflüssen – liefern dafür Rückenwind. Kurzfristig dürfte jedoch der heute anstehende US-CPI-Bericht vorgeben, ob Bitcoin den nächsten Versuch nach oben startet oder zunächst in seiner Handelsspanne unterhalb von 95.000 US-Dollar festhängt.
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