Bitcoin: Neue Kräfteverhältnisse

Bitcoin konsolidiert bei hoher Volatilität, während institutionelle ETF-Zuflüsse und neue Großinvestoren auf nachlassende Netzwerkaktivität und unklare Regulierung treffen.

Kurz zusammengefasst:
  • Starke Zuflüsse in US-Bitcoin-ETFs Anfang Januar
  • Neue Großanleger übertreffen alte Halter an Volumen
  • Netzwerkaktivität und Mining-Leistung gehen zurück
  • Regulierungsgesetzgebung in den USA stockt

Bitcoin schwankt weiter kräftig, doch hinter den Kursausschlägen verändert sich die Marktstruktur spürbar. Neue Großanleger gewinnen an Einfluss, während Netzwerkaktivität und Mining-Leistung nachlassen und die Regulierung in den USA auf der Stelle tritt. Entscheidend ist: Wie wirken diese gegensätzlichen Kräfte auf den weiteren Verlauf des aktuellen Seitwärtstrends?

Volatile Session, geteilter Liquidationsschock

Am heutigen Donnerstag pendelte Bitcoin in einer engen, aber nervösen Spanne. Der Kurs liegt mit rund 89.947 US‑Dollar zwar nur leicht im Plus, auf Wochensicht steht jedoch ein Rückgang von gut 7 % zu Buche – bei gleichzeitig erhöhter Volatilität.

Bitcoin

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Auslöser der jüngsten Turbulenzen war unter anderem der Handelstag vom 22. Januar: Innerhalb von 24 Stunden schwankte BTC zwischen 87.264 und 90.574 US‑Dollar. In dieser Phase kam es zu einem seltenen Liquidationsmuster im Derivatemarkt: Laut CoinGlass wurden mehr als 625 Millionen US‑Dollar an gehebelten Positionen glattgestellt, betroffen waren rund 150.000 Trader.

Bemerkenswert: Die Verluste verteilten sich fast gleichmäßig auf beide Seiten – etwa 306 Millionen US‑Dollar bei Longs und 319 Millionen US‑Dollar bei Shorts. Üblicherweise werden bei schnellen Bewegungen vor allem eine der beiden Gruppen „aus dem Markt gewaschen“.

  • Größte Einzelliquidation: 40,22 Mio. US‑Dollar in einem ETH‑USD‑Trade auf Hyperliquid
  • Hyperliquid insgesamt: ca. 220,8 Mio. US‑Dollar Liquidationen, davon über 72 % Short‑Positionen
  • Binance: rund 120,8 Mio. US‑Dollar, Schwerpunkt auf Longs
  • Bybit: knapp 95 Mio. US‑Dollar an Zwangsliquidationen

Diese Verteilung zeigt, wie abrupt die Richtung mehrfach drehte und wie eng die Positionierung vieler Marktteilnehmer war.

Makrotreiber: Trump und die Zölle

Die heftigsten Ausschläge folgten auf einen politischen Impuls: den Auftritt von US‑Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort relativierte er zuvor angedrohte Strafzölle im Zusammenhang mit Streitigkeiten um Grönland.

Konkret kündigte Trump an, auf die für den 1. Februar geplanten Zölle gegen acht europäische Staaten zu verzichten. Er sprach von einem „sehr produktiven Treffen“ mit NATO‑Generalsekretär Mark Rutte. Diese Entschärfung im Handelskonflikt löste an den Märkten eine kurzfristige Erleichterungsreaktion aus.

Bei Bitcoin spiegelte sich das in einem schnellen Sprung von etwa 87.653 auf ein Intraday-Hoch von 90.240 US‑Dollar wider. Gerade für riskantere Anlageklassen wie Kryptowährungen spielen die Erwartungen an Wachstum, Handel und Zinsen eine große Rolle – eine ruhigere Zollfront wird als Entlastung gewertet.

On-Chain-Daten: Ruhiger, aber schwächer

30‑Tage‑Bild: Weniger Schwankung, andere Korrelationen

Laut VanEcks „Mid‑January 2026 Bitcoin ChainCheck“ legte BTC in den vergangenen 30 Tagen um 12 % zu. Gleichzeitig ging die 30‑Tage‑Volatilität um 29 % auf einen Wert von 27 zurück – damit bewegt sich Bitcoin im unteren Bereich seiner Schwankungsintensität der letzten zwölf Monate (unterhalb des 13. Perzentils).

Auch die Kopplung an andere Anlageklassen verschiebt sich:

  • Korrelation mit dem S&P 500: auf 0,18 gefallen – niedrigster Stand seit Oktober 2025
  • Korrelation mit Gold: auf 0,28 gestiegen

Damit reagiert Bitcoin aktuell weniger im Gleichschritt mit US‑Aktien und nähert sich in seinem Verhalten leicht dem „digitalen Gold“-Narrativ an, ohne diese Rolle vollständig einzunehmen.

Netzwerkaktivität kühlt ab

Parallel dazu zeigen On‑Chain‑Kennzahlen eine Abkühlung der Nutzung:

  • Tägliche Netzwerkumsätze (Fees/Revenue): −15 %
  • Aktive Adressen: −6 %
  • Neue Adressen: −4 %
  • Aktives Angebot: +7 %

Weniger aktive und neue Adressen deuten darauf hin, dass weniger Nutzer Transaktionen durchführen und insgesamt weniger Nachfrage nach Blockspace besteht. Das passt eher zu einer Konsolidierungsphase als zu einem euphorischen Bullenmarkt.

Der Anstieg des aktiven Angebots signalisiert dagegen mehr Bewegung in bestehenden Beständen – Coins wechseln häufiger den Besitzer. Marktbeobachter interpretieren dies als Zeichen für eine gewisse „Durchmischung“ der Halterstruktur statt reinem „Hodln“.

Mining: Längster Rückgang seit 2024

Auch im Mining‑Sektor zeigt sich eine leichte Schwächephase. Die Hashrate – also die gesamte Rechenleistung im Netzwerk – verzeichnet den längsten anhaltenden Rückgang seit dem Frühjahr 2024.

  • Mining‑Schwierigkeit: −2 % (von 646 auf 635)
  • Geschätzter globaler Stromverbrauch der Miner: −2 % (von 206 auf 203 TWh)
  • 30‑Tage‑Durchschnitt der Hashrate: −6 % gegenüber dem Hoch von Mitte November 2025

Analysten führen diese Entwicklung vor allem auf zwei Faktoren zurück: saisonale Beschränkungen in Wintermonaten und eine zunehmende Verlagerung von Energie in Richtung KI‑Rechenzentren.

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Ein Beispiel: Der börsennotierte Miner Riot erzielte im Dezember Stromgutschriften von 6,2 Mio. US‑Dollar – ein Plus von 113 % gegenüber November 2025. Offenbar lohnt es sich für einzelne Betreiber zeitweise mehr, Strom zu verkaufen oder alternative Verträge zu nutzen, als maximal BTC zu schürfen.

Institutionelle Ströme: ETFs drehen wieder auf

Starke Zuflüsse nach schwachem Dezember

Auf der institutionellen Seite zeichnet sich hingegen ein deutlich freundlicheres Bild ab. US‑Spot‑ETFs auf Bitcoin verzeichneten vom 13. bis 15. Januar Zuflüsse von insgesamt 1,7 Mrd. US‑Dollar und machten damit die Abflüsse aus den ersten Januartagen wieder wett.

  • BlackRocks IBIT: 648 Mio. US‑Dollar am 14. Januar – größter Tageszufluss seit Oktober
  • Fidelitys FBTC: 351 Mio. US‑Dollar am 13. Januar

Im 30‑Tage‑Vergleich ergibt sich damit eine klare Trendwende: In den vergangenen 30 Tagen flossen per Saldo 440 Mio. US‑Dollar in Bitcoin‑ETPs, nachdem im vorherigen 30‑Tage‑Zeitraum noch 1,3 Mrd. US‑Dollar abgeflossen waren. Allein zwischen dem 12. und 14. Januar summierten sich die ETP‑Zuflüsse auf 1,66 Mrd. US‑Dollar.

Diese Daten unterstreichen eine wieder erwachte Nachfrage institutioneller Investoren nach börsengehandelten Bitcoin‑Produkten.

Neue „Whales“ übernehmen das Ruder

Parallel verschiebt sich die Struktur der Großanleger. Nach Daten von CryptoQuant kontrollieren Investoren mit Beständen von über 1.000 BTC, die ihre Coins weniger als 155 Tage halten („neue Whales“), inzwischen rund 130 Mrd. US‑Dollar in Bitcoin. Damit übertreffen sie die „alten Whales“ (gleiche Größenordnung, aber längere Haltedauer), die auf etwa 126 Mrd. US‑Dollar kommen.

Zu dieser neuen Kohorte zählen auch bekannte Institutionelle wie MicroStrategy und Twenty One Capital. Letzteres hält mit 43.514 BTC im Wert von 3,91 Mrd. US‑Dollar den drittgrößten Unternehmensbestand weltweit.

US‑Spot‑ETFs auf Bitcoin kommen zusammen auf 116,59 Mrd. US‑Dollar – etwa 6,5 % der gesamten Marktkapitalisierung von rund 1,8 Bio. US‑Dollar.

Gleichzeitig sitzen die neuen Whales derzeit auf Buchverlusten von geschätzt 6 Mrd. US‑Dollar. Ihr durchschnittlicher Einstandskurs liegt bei etwa 98.000 US‑Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau um 90.000 US‑Dollar. Wie lange diese Gruppe an ihren Positionen festhält, könnte mittelfristig zu einem wichtigen Faktor für Angebot und Nachfrage werden.

Regulierung: CLARITY Act stockt

Auf der Gesetzesseite versucht die US‑Politik, einen einheitlichen Rahmen für Kryptowährungen zu schaffen. Am 13. Januar legten US‑Senatoren einen Entwurf für den sogenannten CLARITY Act vor. Ziel: klar definieren, wann Krypto‑Token als Wertpapiere, Rohstoffe oder als eigene Kategorie gelten. Für die Branche wäre das ein großer Schritt Richtung Rechtssicherheit.

Der Prozess geriet jedoch sofort ins Stocken. Der Bankenausschuss des Senats verschob die für den 15. Januar geplante Abstimmung, nachdem Coinbase‑CEO Brian Armstrong seine Unterstützung für den Entwurf zurückgezogen hatte. Er kritisierte insbesondere ein mögliches Verbot von Stablecoin‑Renditeprodukten und erweiterte Kompetenzen der SEC.

Da sich der Kongress zunehmend auf die Zwischenwahlen 2026 ausrichtet, ist eine schnelle Verabschiedung ungewiss. Für den Markt bedeutet das: Der erhoffte regulatorische Durchbruch lässt weiter auf sich warten.

Marktstruktur und Ausblick

Trotz der jüngsten Schwankungen bewegt sich Bitcoin aus struktureller Sicht in einer Konsolidierungsphase. Laut Glassnodes „Week 4 Market Pulse“ bleibt die Positionierung vieler Marktteilnehmer defensiv, gleichzeitig verbessern sich aber mehrere interne Faktoren.

  • Offenes Interesse in BTC‑Futures: +7 % auf 32,4 Mrd. US‑Dollar
  • 90‑Tage‑Funding‑Rates bei Perpetuals: Anstieg auf 4,8 % (von 3,7 % Mitte Dezember)

Steigende Funding‑Raten und höheres Open Interest sprechen für wachsenden spekulativen Appetit und mehr Kapital im Derivatemarkt. Zusammen mit den ETF‑Zuflüssen deutet dies auf eine allmähliche Stärkung der Nachfrageseite hin.

Dem gegenüber stehen:

  • nachlassende Netzwerkaktivität,
  • der Rückgang der Hashrate,
  • und anhaltende Unsicherheit rund um Handelspolitik, Zinsen und Regulierung.

Zwischen alten und neuen Whales entsteht damit ein spürbares Ringen um Angebot und Einfluss, während der Kurs auf Jahressicht nur moderat zugelegt hat und rund 28 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch liegt. Solange diese Umverteilung großer Bestände und der politische Rahmen nicht klarer sind, spricht vieles für eine Fortsetzung der Seitwärtsphase mit punktuellen Ausschlägen – bis ein neuer, klarer Impuls die Richtung vorgibt.

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