Bitcoin: Neue Wall-Street-Phase!

Großbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs drängen mit neuen Bitcoin-Produkten in den Markt, während BlackRock weiterhin Kapital anzieht. Die regulatorische Klarstellung als Digital Commodity ebnet den Weg.

Eduard Altmann ·
Bitcoin Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Morgan Stanley startet günstigsten großen US-Bitcoin-ETF
  • Goldman Sachs beantragt Ertrags-Fonds mit Optionsstrategie
  • BlackRock verzeichnet Rekordzuflüsse für seinen Bitcoin-ETF
  • Regulatorische Einstufung als Digital Commodity schafft Rechtssicherheit

Wall Street hat Bitcoin in wenigen Tagen gleich dreifach neu definiert. Morgan Stanley startete das erste Spot-Bitcoin-ETF einer großen US-Bank, Goldman Sachs reichte einen eigenen Bitcoin-Fonds ein — und BlackRock zieht weiter Kapital an, als gäbe es kein Morgen.

Morgan Stanley setzt den Maßstab

Der Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) startete am 8. April an der NYSE Arca. Das Besondere: eine Kostenquote von 0,14 Prozent — niedriger als bei BlackRocks IBIT und damit der günstigste unter den großen US-Spot-Bitcoin-ETFs.

Das Netzwerk dahinter ist enorm. Rund 16.000 Berater betreuen bei Morgan Stanley zusammen 9,3 Billionen Dollar an Kundenvermögen. Schon eine Allokation von einem Prozent würde MSBT auf knapp 93 Milliarden Dollar heben. Seit dem Start hat der Fonds rund 1.348 BTC akkumuliert. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas ordnete den Debüt unter die besten ein Prozent aller ETF-Starts des vergangenen Jahres ein.

Goldman folgt — mit einer Einkommens-Strategie

Goldman Sachs hat einen Bitcoin Premium Income ETF beantragt. Das Konzept: Der Fonds kauft bestehende Spot-Bitcoin-ETFs wie IBIT und verkauft darauf gedeckte Call-Optionen — um monatliche Erträge für Anleger zu erzeugen. Analyst Balchunas nannte das Produkt treffend „Boomer Candy“. Goldman könnte BlackRocks ähnlichen Fonds durch sein Vertriebsnetz überflügeln. Genehmigt die SEC innerhalb der üblichen 75 Tage, könnte der Fonds Ende Juni oder Anfang Juli 2026 starten.

BlackRock dominiert, Bitcoin hält sich

IBIT verzeichnete zuletzt einen Tageszufluss von 284 Millionen Dollar — der höchste unter allen Spot-Bitcoin-ETFs. Die kumulierten Nettozuflüsse liegen mittlerweile bei 64,6 Milliarden Dollar. BlackRock hat in acht Tagen insgesamt 1,34 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert.

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Der Kurs selbst notiert bei rund 75.150 Dollar — rund 7,6 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, aber noch deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt. On-Chain-Daten zeigen: Die Bitcoin-Reserven auf großen Börsen wie Binance sind auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn gefallen. Coins wandern in Cold Storage — das reduziert den unmittelbaren Verkaufsdruck.

Regulierung und Protokoll als Fundament

Hinter der institutionellen Welle steckt auch ein regulatorisches Signal. SEC und CFTC haben Bitcoin im März offiziell als „Digital Commodity“ eingestuft. Das beendet Jahre der Regulierung durch Strafverfolgung — und gibt Banken die Rechtssicherheit, die sie für eigene Produkte brauchen.

Parallel entwickelt sich das Protokoll weiter. Bitcoin Core v31.0 befindet sich im Testbetrieb. Die Version bringt ein überarbeitetes Mempool-Design für effizientere Transaktionsverarbeitung sowie verpflichtende Weiterleitung über Tor oder I2P — mehr Privatsphäre für Node-Betreiber. Der finale Release ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

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