Bitcoin: Nordkorea wäscht über BTC

Chainalysis führt den Bitget-Diebstahl auf nordkoreanische Hacker zurück; ein Teil der Beute wurde über XRP in Bitcoin umgewandelt.

Dr. Robert Sasse ·
Ein Hardware-Wallet für Kryptowährungen liegt auf einem dunklen Schreibtisch in einem schattigen Raum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 387 Millionen Dollar beim Bitget-Hack gestohlen
  • Chainalysis weist die Tat Nordkorea zu
  • XRP floss über Cross-Chain-Protokolle in Bitcoin
  • Bitcoin bewegte sich zuletzt zwischen 82.500 und 87.000 Dollar

Der Bitget-Hack vom 24. September hat eine neue Wendung. Die Analysefirma Chainalysis ordnet den Diebstahl von 387 Millionen Dollar Hackern aus Nordkorea zu. Ein Teil der Beute landete am Ende in Bitcoin.

Wie die Beute wanderte

Binnen drei Stunden flossen die Gelder in 23 Überweisungen von der Börse ab. Fast die Hälfte ging auf Ethereum, gut 40 Prozent auf XRP, der Rest auf Zcash und Tron. Danach folgten Cross-Chain-Protokolle, Sofort-Swaps und Geldwäschedienste.

Auffällig ist der Umgang mit dem gestohlenen XRP. Die Angreifer schickten es nicht zu einer Börse, sondern über ein Cross-Chain-Liquiditätsprotokoll und zogen auf der anderen Seite Bitcoin heraus. Binnen etwa eineinhalb Tagen wanderten so Dutzende Millionen Dollar auf Bitcoin-Adressen, die unter Beobachtung stehen.

Chainalysis arbeitete dabei mit Bitget und Strafverfolgern zusammen und setzte eigene KI-Automatisierung ein. Sie verkürzte einen Abgleich von Brücken-Transaktionen von über 20 Stunden auf unter zehn Minuten.

Nach Schätzung der Analysten haben nordkoreanische Gruppen 2026 damit mehr als eine Milliarde Dollar erbeutet. Zuvor hatten bereits Bitget-Chefin Gracy Chen und die Analysefirma Elliptic auf eine Verbindung zu Pjöngjang verwiesen.

Marktbild: Spanne und Zinsdruck

Am Kurs hinterlässt die Nachricht bislang keine erkennbaren Spuren. Bitcoin pendelte zuletzt fünf Handelstage in einer Spanne zwischen gut 82.500 und knapp 87.000 Dollar. Am 2. Oktober lag der Kurs bei rund 86.400 Dollar, weit unter dem Rekord von 126.200 Dollar aus dem Oktober 2025.

Zwei Kräfte ziehen in entgegengesetzte Richtungen. US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten in der Vorwoche Zuflüsse in Milliardenhöhe. Steigende langfristige US-Renditen belasten dagegen Risikoanlagen.

Saylors Regulierungsagenda

Rückenwind für die Branche kommt aus der Politik. Strategy-Chef Michael Saylor hält langfristig einen Markt von 100 Billionen Dollar für möglich, rechnet dabei aber tokenisierte Wertpapiere und digitale Finanzdienste mit ein. Voraussetzung seien bessere Regeln in den USA. Beim geplanten Clarity Act sieht er Nachbesserungsbedarf.

Für Bitcoin fordert er, dass Banken die Coins verwahren und Kredite gegen BTC vergeben dürfen. Außerdem plädiert er für eine inflationsangepasste Freigrenze bei Alltagszahlungen, damit kleine Einkäufe nicht steuerlich erfasst werden müssen.

Kurzfristig dürfte der Markt an der Spanne zwischen 82.500 und 87.000 Dollar gemessen werden. Ein Ausbruch über die Obergrenze würde den ETF-Zuflüssen Raum geben, ein Rutsch unter die Untergrenze den Renditedruck bestätigen.

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