Bitcoin: SEC ebnet neuen Weg
Die SEC öffnet regulierte Zugänge für tokenisierte US-Aktien, während deutsche Volksbanken den Kryptohandel zunehmend für Kunden vorbereiten.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin gewinnt 4,4 Prozent
- SEC testet fünfjährige Innovationsregel
- Volksbanken planen mehr Kryptohandel
- 30 Prozent bleiben weiterhin zurückhaltend
Nach einer schwachen Phase infolge der gescheiterten Abstimmung über den Clarity Act und der jüngsten Fed-Zinsentscheidung dreht der Kryptomarkt am Wochenende kräftig ins Plus. Bitcoin notiert bei rund 81.055 US-Dollar, ein Plus von 4,4 Prozent.
Noch stärker legen Ethereum mit 5,67 Prozent auf etwa 2.627 US-Dollar und Ripple mit 6,36 Prozent auf 1,41 US-Dollar zu. Auch Solana gewinnt deutlich, um 5,59 Prozent auf 111,58 US-Dollar.
Der Auslöser sitzt in Washington. Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine auf fünf Jahre befristete „Innovation Exemption“ vorgestellt, die den Handel mit tokenisierten US-Aktien über zugangsbeschränkte Plattformen erlaubt.
Diese Handelsplätze basieren auf automatisierten Market Makern und Liquiditätspools statt klassischer Börsenstrukturen. Für den Kryptomarkt ist das ein Signal: Die Regulierungsbehörde öffnet sich stärker für die Verschmelzung von traditionellen Kapitalmärkten und Blockchain-Technologie.
Deutsche Banken springen auf
Parallel zu den regulatorischen Bewegungen in den USA verändert sich auch die Landschaft hierzulande. Eine Umfrage des Genoverbands unter 196 Instituten zeigt: 6 Prozent der Volksbanken bieten bereits Kryptohandel an, weitere 26 Prozent wollen innerhalb von fünf Monaten nachziehen.
Auf Sicht von zwei Jahren dürften laut Umfrage 59 Prozent der Institute im Verbandsgebiet – das alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg umfasst – ihren Kunden den Handel mit Bitcoin und Ether ermöglichen.
Der Druck kommt von außen. Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut bieten Kryptohandel längst an, und auch die Sparkassen haben ihren jahrelangen Widerstand aufgegeben. Über die Dekabank soll ab Oktober der Kryptohandel in der Sparkassen-App starten.
Genoverbands-Chef Michael Hoeck begründet den Kurswechsel der Volksbanken damit, das Feld nicht Wettbewerbern überlassen zu wollen, die überwiegend risikoreichere Angebote bereitstellen. Immerhin 30 Prozent der befragten Institute planen laut Umfrage aber weiterhin keinen Einstieg.
Die Kombination aus regulatorischem Rückenwind in den USA und wachsender Bankeninfrastruktur in Deutschland verschafft Bitcoin damit gleich zwei Treiber an einem Tag. Ob die SEC-Ausnahmeregelung tatsächlich zu spürbarem Kapitalfluss in tokenisierte Aktienmärkte führt, dürfte sich in den kommenden Monaten an den Handelsvolumina der neuen Plattformen zeigen.
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