Bitcoin: SEC schlägt 75-Millionen-Ausnahme vor

SEC-Entwurf erleichtert Krypto-Fundraising, Citi startet Bitcoin-Verwahrung. Der Kurs hält sich bei rund 64.700 USD, bleibt aber weit unter dem Jahreshoch.

Redaktion Stock-World ·
Ein minimalistischer Schreibtisch in einem modernen Büro mit unscharfen Finanzdaten auf einem Monitor im Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • SEC-Entwurf mit Ausnahmeregelungen
  • Citi startet Bitcoin-Verwahrung
  • Kurs stabil bei 64.688 USD
  • Miner wechseln zu KI-Anwendungen

Die US-Börsenaufsicht SEC hat mit dem Vorschlag der „Regulation Crypto Assets“ einen neuen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte präsentiert, während der Bankenriese Citi seinen Einstieg in die Bitcoin-Verwahrung forciert.

Trotz dieser richtungsweisenden Nachrichten zeigt sich der Bitcoin-Kurs stabil und notiert aktuell bei 64.688,00 USD. Damit liegt der Wert etwa 1,3 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 63.884,27 USD, verweilt jedoch weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 126.198,07 USD, zu dem derzeit ein Abstand von 49 % besteht.

SEC schlägt Befreiungen von der Registrierungspflicht vor

Die SEC hat gestern mit der „Regulation Crypto Assets“ einen weitreichenden Verordnungsentwurf vorgelegt, der Erleichterungen bei der Kapitalbeschaffung für Krypto-Unternehmen vorsieht.

Der Vorschlag umfasst zwei zentrale Ausnahmeregelungen von der herkömmlichen Registrierungspflicht für Wertpapiere: Eine „Startup-Exemption“ für Angebote bis zu 5 Millionen USD über einen Zeitraum von vier Jahren sowie eine „Fundraising-Exemption“ für Beträge bis zu 75 Millionen USD pro Jahr. Letztere ist allerdings an die Vorlage von Finanzberichten und verstärkte Offenlegungspflichten gebunden.

Ein wesentlicher Bestandteil der Initiative ist zudem ein bedingter „Safe Harbor“. Dieser soll es ermöglichen, dass Token ihren Status als Investmentvertrag verlieren können, sobald die unternehmerischen Bemühungen des Managements abgeschlossen sind.

Laut Reuters stellt dieser Vorstoß den ersten großen regulatorischen Schritt unter der aktuellen US-Administration dar. Marktteilnehmer haben nun 60 Tage Zeit, den Vorschlag öffentlich zu kommentieren.

Citi forciert institutionelle Krypto-Verwahrung

Parallel zur regulatorischen Entwicklung baut der Wall-Street-Riese Citi sein Engagement im Krypto-Sektor aus. Die Bank plant, im Rahmen ihrer neuen Plattform „Custody+“ noch im Laufe dieses Jahres eine Verwahrungslösung für Bitcoin für institutionelle Kunden zu starten. Das Angebot soll Bitcoin als ersten Wert integrieren, wobei weitere digitale Assets folgen könnten.

Das Institut gab bekannt, dass die zugrundeliegende Technologie eine deutliche Effizienzsteigerung ermöglicht. So sollen etwa 80 % der Ereignisse in Echtzeit verarbeitet werden können, was die Abwicklung in der Spitze um bis zu 92 % beschleunigt. Die Ankündigung folgt auf den Rückzug der restriktiven SEC-Richtlinie SAB 121 im vergangenen Jahr, was den Weg für Banken zur Haltung digitaler Assets ebnete.

Politischer Druck in Washington und Wandel im Mining

Die regulatorischen Bemühungen der SEC erfolgen in einem Umfeld, in dem die Gesetzgebung im US-Kongress stockt. Die Analysten von Galaxy Research senkten die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung des „Clarity Act“ zuletzt auf nur noch 10 %. Vor diesem Hintergrund trifft sich der US-Präsident heute mit Führungskräften der Krypto-Branche und von Prognosemärkten im Weißen Haus, um über die künftige Ausrichtung zu beraten.

Gleichzeitig durchläuft der Sektor der Bitcoin-Miner eine fundamentale Transformation. Medienberichten zufolge ist die Hashrate im Netzwerk zuletzt um 21 % auf etwa 900 EH/s gesunken, da viele Unternehmen ihre Rechenkapazitäten zunehmend für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (AI) und High-Performance-Computing (HPC) nutzen.

Diese Diversifizierung spiegelt sich auch in der Marktbewertung wider: Laut Daten von CoinShares werden Miner mit Fokus auf AI-Kontrakte deutlich höher bewertet als reine Bitcoin-Produzenten. Während die Mining-Einnahmen pro Rechenleistung zuletzt unter Druck gerieten, sicherten sich Unternehmen wie HIVE bereits umfangreiche GPU-Cloud-Verträge für das kommende Jahr.

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