Bitcoin: Tief im Angstbereich
Bitcoin fällt auf 63.173 Dollar, während der Angst-und-Gier-Index tief im Angstbereich notiert. Die Fed-Entscheidung und geopolitische Risiken belasten die Stimmung.

Kurz zusammengefasst
- Angst-und-Gier-Index bei 29 Punkten
- Bitcoin fällt unter 64.200 Dollar
- Fed-Entscheidung sorgt für Nervosität
- Peter Schiff gesteht verpassten Einstieg
Wenige Stunden vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank gerät Bitcoin unter Druck – und die Stimmung kippt merklich. Der Angst-und-Gier-Index steht bei 29 Punkten und damit tief im Angstbereich. Genau in dieser Gemengelage muss die Fed heute zeigen, ob sie den Märkten eine Verschnaufpause gönnt oder den Druck erhöht.
Bitcoin fiel binnen 24 Stunden um 2,82 Prozent auf rund 63.173 Dollar, nachdem der Kurs tags zuvor noch bei 65.141 Dollar notiert hatte. Die Marke von 64.200 Dollar, die vergangene Woche noch als Sprungbrett galt, ist gerissen. Darunter rückt nun die nächste Unterstützungszone in den Blick, tiefer bei 62.500 Dollar.
Fed-Sitzung als Belastungsprobe
Die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses läuft in Washington, das Statement wird für Mittwochnachmittag erwartet, die Pressekonferenz von Kevin Warsh folgt wenig später. Der Leitzins liegt aktuell zwischen 3,50 und 3,75 Prozent, die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von rund 25 bis 30 Prozent für eine Anhebung um einen Viertelpunkt ein.
Die Nervosität zeigt sich auch im ETF-Markt. Vergangene Woche flossen an zwei Handelstagen 465 Millionen Dollar aus den US-Spot-ETFs ab – die erste Netto-Abgabe nach sieben Zuflusstagen in Folge. Über das laufende Jahr steht damit ein Minus von rund 4,8 Milliarden Dollar bei den Bitcoin-ETFs. Am Wochenanfang gab es überdies eine Liquidationswelle mit einem Volumen von rund 438 Millionen Dollar.
Ceasefire-Zweifel und ein ungewöhnliches Geständnis
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, die den Kurs zuletzt zeitweise gestützt hatte, steht auf wackligen Beinen. Wettmärkte preisen inzwischen nur noch rund 53 Prozent Wahrscheinlichkeit dafür ein, dass 14 Tage ohne einen US-Angriff auf iranisches Gebiet vergehen – vor wenigen Tagen lag dieser Wert noch über 60 Prozent. US-Präsident Donald Trump signalisierte zugleich Bereitschaft, notfalls wieder zu militärischen Mitteln zu greifen, sollten Verhandlungen scheitern. Bereits eine frühere Waffenruhe hatte Bitcoin und Ölpreise kurzfristig beflügelt, Analysten nannten die Entspannung damals jedoch nur eine fragile Atempause.
Auch aus der Kritikerecke kommt an diesem Tag ein bemerkenswerter Zwischenruf. Der langjährige Bitcoin-Skeptiker Peter Schiff räumte öffentlich ein, den frühen Einstieg in die Kryptowährung verpasst zu haben. Dabei stellte er jedoch klar, selbst bei einem Kurs von 20.000 Dollar keinen Kauf zu erwägen, und warnte, mehr Anleger würden bald bereuen, nicht über 60.000 Dollar verkauft zu haben. An seiner grundsätzlichen Präferenz für Gold gegenüber Bitcoin ändert das Eingeständnis nichts.
Am Nachmittag entscheidet sich, welche der beiden Kräfte – Zinssignal oder geopolitisches Risiko – den Ton für die kommenden Wochen angibt. Bleibt der Leitzins unverändert und fällt die Kommunikation von Kevin Warsh moderat aus, könnte die Unterstützung um 62.500 Dollar halten. Fällt der Ton restriktiver aus, dürfte genau diese Marke als erste auf dem Prüfstand stehen.
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