Bitcoin: Uptober-Hoffnung trifft Zinsangst
Bitcoin erholt sich, während Zinssorgen und der US-Arbeitsmarktbericht die weitere Kursentwicklung beeinflussen.

Kurz zusammengefasst
- Kurs steigt auf rund 86.500 Dollar
- Citigroup erhöht Zwölf-Monats-Kursziel auf 113.000 Dollar
- US-Arbeitsmarktbericht könnte Zinserwartungen beeinflussen
- Widerstand bei etwa 89.700 Dollar
Bitcoin startet mit Rückenwind in den Oktober, doch der Blick geht heute Nachmittag nach Washington. Der US-Arbeitsmarktbericht dürfte darüber mitentscheiden, ob die Erholung der vergangenen Monate trägt. Die Kryptowährung notiert bei rund 86.500 Dollar, ein Plus von knapp drei Prozent.
Saisonalität und Erholung
Der Oktober gilt unter Krypto-Händlern als „Uptober“. In 10 der vergangenen 15 Jahre legte Bitcoin in diesem Monat zu, im Schnitt um 27,4 Prozent. Die Verluste in den übrigen Jahren lagen bei durchschnittlich 13 Prozent. Im Oktober 2025 ging die Serie allerdings zu Ende: Eine Zolldrohung gegen China löste Zwangsliquidationen in Milliardenhöhe aus.
Der aktuelle Lauf ist eine Erholung, kein neues Hoch. Vom Tief bei rund 58.000 Dollar im Sommer hat Bitcoin fast 50 Prozent gutgemacht, vom Rekord im Oktober 2025 fehlen noch etwa 31 Prozent. Seit Jahresbeginn steht noch ein kleines Minus.
Rückenwind liefert Citigroup. Die Bank hob ihr Zwölf-Monats-Ziel von 82.000 auf 113.000 Dollar an. Sie verweist auf höhere Marktaktivität, ein stützendes Makroumfeld und zurückkehrende ETF-Zuflüsse, erwartet davon aber nur rund fünf Milliarden Dollar. Anfang Juli hatte sie noch von null Zuflüssen gesprochen. Die Prognose folgt dem Kurs also eher, als dass sie ihn vorwegnimmt.
Zinsen als Bremse
Die Kehrseite zeigt sich am Rentenmarkt. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen diese Woche kräftig, die Federal Reserve hatte im September die Zinsen angehoben und vor hartnäckiger Inflation gewarnt. Aus der Notenbank kamen zuletzt gemischte Signale. Ein starker Arbeitsmarktbericht gäbe weiteren Zinserhöhungen Spielraum, was für Kryptowerte meist belastend wirkt.
Hinzu kommt die Regulierung. Der US-Senat brachte Mitte September den Clarity Act nicht voran, der einen Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte schaffen sollte. Die Börsenaufsicht SEC kündigte danach eigene Regeln an, die die Stimmung etwas stützten.
Der Hackerangriff auf die Börse Bitget mit einer Beute von knapp 388 Millionen Dollar belastete den Kurs nicht erkennbar. Die Handelsplattform hat ihren Schutzfonds aus eigenen Mitteln wieder aufgefüllt, Abhebungen für Bitcoin laufen wieder.
Marken für die nächsten Tage
Technisch ist das Bild intakt: Bitcoin liegt über allen gleitenden Durchschnitten, die 200-Tage-Linie verläuft bei etwa 71.400 Dollar. Allerdings zeigen mehrere Indikatoren überkaufte Zonen an, der tägliche RSI liegt bei knapp 69.
Die erste ernsthafte Hürde liegt bei etwa 89.700 Dollar, dem 100-Wochen-Durchschnitt. Ein Ausbruch darüber stützte das Aufwärtsszenario. Fällt Bitcoin dagegen unter 80.000 Dollar, wäre der Trend angeschlagen. Als nächste Auffanglinie gilt der 20-Tage-Durchschnitt bei rund 82.200 Dollar.
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