Bitcoin: Verkaufsdruck trifft ETF-Fortschritt

Der Bitcoin-Kurs sinkt unter 69.000 USD bei extremer Marktangst, während Morgan Stanley mit einem eigenen Spot-ETF vorprescht und der Mining-Sektor schrumpft.

Redaktion Stock-World ·
Bitcoin Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Bitcoin fällt unter die 69.000-Dollar-Marke
  • Morgan Stanley plant eigenen Spot-Bitcoin-ETF
  • Mining-Schwierigkeit sinkt deutlich um 7,76 Prozent
  • Geopolitische Spannungen belasten Krypto-Assets

Der Kryptomarkt steht am Sonntag unter erheblichem Druck. Bitcoin rutschte unter die 69.000-USD-Marke, der Fear & Greed Index fiel auf einen Wert von 10 — das entspricht „extremer Angst“. Gleichzeitig macht das traditionelle Finanzwesen konkrete Schritte in Richtung Bitcoin-Integration.

Mining-Sektor im Umbruch

Am Samstag passte sich die Bitcoin-Mining-Schwierigkeit automatisch an — und zwar deutlich nach unten. Bei Blockhöhe 941.472 sank die Difficulty um 7,76 % auf 133,79 Billionen, der zweitgrößte Rückgang in diesem Jahr. Ursache ist eine sinkende Hashrate, die im Wochendurchschnitt auf rund 937,76 EH/s fiel.

Der Rückgang spiegelt einen strukturellen Wandel im Mining-Sektor wider. Große Unternehmen wie Core Scientific und Bitdeer fahren Kapazitäten herunter oder widmen ihre Infrastruktur zunehmend KI-Rechenleistungen um. Bitdeer hält nach einer vollständigen Liquidation im Februar aktuell null Bitcoin in der eigenen Bilanz.

Morgan Stanley prescht vor

Während der Spotpreis schwächelt, treibt die Wall Street die Institutionalisierung voran. Morgan Stanley reichte am Donnerstag eine zweite Änderung seines S-1-Formulars bei der SEC ein — für den „Morgan Stanley Bitcoin Trust“ (Ticker: MSBT). Die Großbank wäre damit die erste US-Bank, die einen Spot-Bitcoin-ETF direkt unter eigenem Namen emittiert, ohne eine Tochtergesellschaft vorzuschalten.

Coinbase Custody soll als primärer Verwahrer fungieren, BNY Mellon als Administrator. Das Seed-Investment ist mit 50.000 Anteilen geplant, was einem Startvolumen von rund einer Million USD entspricht. Morgan Stanley erlaubt seinen Kunden bereits heute, bis zu 4 % ihres Portfolios in Bitcoin zu allokieren.

Makro belastet kurzfristig

Das regulatorische Fundament ist solide: Der gemeinsame Leitfaden von SEC und CFTC vom 17. März klassifiziert Bitcoin, Ether und Solana offiziell als digitale Rohstoffe — eine Einordnung, die ETF-Anträge wie den von Morgan Stanley erst möglich macht.

Kurzfristig überwiegen jedoch die Risiken. Geopolitische Spannungen rund um den Iran-Konflikt erhöhen die Volatilität an den Energiemärkten und belasten Bitcoin als Risk-Asset. Die Korrelation zum S&P 500 hat laut Analysten wieder zugenommen. Innerhalb von 24 Stunden wurden im gesamten Kryptomarkt Long-Positionen von über 200 Millionen USD liquidiert — ein deutliches Zeichen für die angespannte Stimmung.

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