Bitcoin: Wall Street baut Quantenschutz

BlackRock, Fidelity und andere gründen ein Konsortium zur Absicherung von Bitcoin gegen zukünftige Quantencomputer-Risiken. Derweil belasten Zölle und Zinsängste den Kurs.

Redaktion Stock-World ·
Futuristischer digitaler Tresor schützt ein Bitcoin-Symbol als Metapher für Quantensicherheit. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neun Finanzriesen gründen Sicherheits-Konsortium
  • 15 Millionen Dollar für Quantenschutz-Forschung
  • Bitcoin-Kurs fällt auf 65.010 Dollar
  • US-Zölle und Zinsangst belasten Kryptomarkt

Während Bitcoin unter neuen Zöllen, robusten Jobdaten und dem eskalierenden Nahost-Konflikt leidet, formiert sich im Hintergrund ein ungewöhnliches Bündnis der größten Namen aus Finanzwelt und Krypto-Industrie. Ihr Ziel: die Kryptowährung gegen eine Bedrohung absichern, die technisch noch gar nicht existiert – leistungsfähige Quantencomputer, die eines Tages ihre Verschlüsselung knacken könnten.

Neun Schwergewichte gründen Sicherheits-Konsortium

BlackRock, Coinbase, Strategy, Fidelity Digital Assets, ARK Invest, Anchorage Digital, Block, Blockstream und Galaxy haben sich zum „Bitcoin Security Consortium“ zusammengeschlossen. Über drei Jahre stellen sie zusammen 15 Millionen Dollar für Sicherheitsforschung und Open-Source-Entwicklung bereit. Koordiniert wird die Initiative ehrenamtlich von Mike Schmidt von der Entwickler-Stiftung Brink, während jedes Mitglied selbst entscheidet, welche Entwickler es unterstützt.

Der Hintergrund: Rund 6,9 Millionen Bitcoin im Gegenwert von etwa 450 Milliarden Dollar liegen in Adressen, die im Fall eines funktionsfähigen Quantencomputers angreifbar wären. Ein Umbau der Kryptografie – etwa über den Vorschlag BIP 360 – würde Jahre dauern, weil Wallets, Börsen, Miner und Nutzer gemeinsam mitziehen müssten. Für Firmen wie BlackRock und Fidelity, die über Spot-ETFs Milliardenwerte verwalten, und für Strategy mit seinem Bestand von 843.775 BTC ist das Engagement damit auch schlicht günstige Absicherung eines Langfristrisikos.

Zölle und Zinsangst drücken den Kurs

Kurzfristig hat Bitcoin mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Die Kryptowährung notiert bei rund 65.010 Dollar, ein Minus von 0,93 Prozent. Damit liegt der Kurs rund 48 Prozent unter seinem Rekordhoch aus dem vergangenen Herbst, das Jahresminus beträgt 25,7 Prozent.

Auslöser der aktuellen Schwäche ist ein Bündel aus neuen US-Zöllen von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Handelspartnern, die praktisch den gesamten US-Handel betreffen und seit Freitag gelten. Hinzu kommen überraschend robuste Arbeitsmarktdaten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 187.000, den niedrigsten Stand seit 1969. Das nährt zusammen mit dem eskalierenden Iran-Konflikt die Sorge, dass die Federal Reserve statt zu lockern eher an der Zinsschraube dreht – der Markt preist mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 56 Prozent für eine Zinsanhebung im September ein.

Die Nervosität zeigt sich auch bei den US-Bitcoin-Spot-ETFs. Nach zwei Tagen mit Nettozuflüssen wechselten die Fonds am Donnerstag die Richtung: Netto flossen 225 Millionen Dollar ab, davon allein 203 Millionen Dollar aus dem iShares Bitcoin Trust von BlackRock.

Die nächste Fed-Sitzung am 29. Juli dürfte richtungsweisend werden. Bleibt der Leitzins dort unverändert, könnte das kurzfristig Druck aus dem Markt nehmen – die steigenden Erwartungen für eine Anhebung im September halten die Unsicherheit aber vorerst am Leben.

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