Bitcoin: Warsh übernimmt, Markt zittert
Die erste Pressekonferenz des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh hält den Kryptomarkt in Atem, während Bitcoin um die 65.000-Dollar-Marke schwankt.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin handelt nahe 65.000 Dollar
- Fed-Zinsentscheidung rückt in den Fokus
- Angst-Sentiment dominiert den Kryptomarkt
- Long-Positionen im Wert von 230 Mio. liquidiert
Der Wechsel an der Fed-Spitze sorgt für mehr Nervosität als der eigentliche Zinsentscheid. Kevin Warsh hält heute seine erste Pressekonferenz als Fed-Vorsitzender — und der Kryptomarkt wartet angespannt auf jeden Hinweis zur künftigen Zinspolitik.
Geopolitik weicht, Fed-Unsicherheit bleibt
Bitcoin handelt rund um die 65.000-Dollar-Marke, nachdem ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und Iran die Ölpreise drückte und damit den energiebedingten Inflationsdruck etwas milderte. Die Entspannung im Nahen Osten hatte Bitcoin zunächst Auftrieb gegeben — dieser Schub verpuffte jedoch, als die Aufmerksamkeit zurück auf Washington schwenkte.
Der Leitzins dürfte unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben — die Wahrscheinlichkeit dafür liegt laut Marktpreisen bei nahezu 100 Prozent. Was Anleger wirklich beschäftigt, ist der Ausblick. Noch im März hatte die Fed für 2026 einen moderaten Rückgang des Leitzinses signalisiert. Inzwischen preist der Markt keinerlei Senkung mehr in diesem Jahr ein — ein erheblicher Stimmungswandel, der spekulative Assetklassen wie Bitcoin strukturell belastet.
Das Fear-and-Greed-Sentiment für Krypto liegt bei 23 — tief im „Angst“-Bereich. Kein Wunder, denn die Liquidationsstatistiken zeigen eine klare Richtungsänderung: Wurden zuletzt noch Short-Positionen im großen Stil abgeräumt, dominierten in den vergangenen 24 Stunden Long-Liquidationen mit rund 230 Millionen Dollar.
Technisch angespannt, ETF-Bild gemischt
Das charttechnische Bild liefert wenig Orientierung. Bitcoin handelt innerhalb eines Bereichs zwischen rund 64.500 und 66.300 Dollar — ein Bereich, in dem weder Bullen noch Bären eine klare Oberhand haben. Die Ichimoku-Cloud drückt als Widerstand von oben, während der SuperTrend-Indikator bei knapp 64.500 Dollar eine Unterstützung markiert. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben würde erst bei einem Tagesschluss oberhalb von 67.276 Dollar als bestätigt gelten.
Bei den Spot-ETFs signalisieren erste Daten eine Stabilisierung: Nach fünf Wochen mit zum Teil deutlichen Abflüssen gab es zuletzt einen kleinen Nettozufluss. iShares Bitcoin Trust verbuchte dabei Zuflüsse, während Grayscales GBTC weiter Mittel verlor — ein Muster, das sich im bisherigen Jahresverlauf hartnäckig hält.
Der heutige Fed-Entscheid allein dürfte Bitcoin kaum bewegen. Entscheidend wird sein, ob Warsh in seiner ersten Pressekonferenz einen hawkishen Ton anschlägt — oder ob er Raum für Zinssenkungen lässt, sobald sich die Inflation weiter abkühlt.
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