BlackBerry Aktie: QNX-Rückenwind trägt Prognose
BlackBerry meldet erstmals seit neun Jahren positiven operativen Cashflow und hebt dank starker QNX-Nachfrage die Jahresprognose an.

Kurz zusammengefasst
- Erster positiver Cashflow seit neun Jahren
- Umsatzplus von 26 Prozent im ersten Quartal
- QNX-Sparte treibt Wachstum mit Milliarden-Auftragsbestand
- Jahresprognose nach oben korrigiert
Neun Jahre lang gelang es BlackBerry nicht, ein erstes Quartal mit positivem operativem Cashflow abzuschließen. Im Q1 des Geschäftsjahres 2027 ist es nun passiert — und die Zahlen dahinter zeigen, dass dies kein Zufall ist.
Der Gesamtumsatz kletterte um 26 Prozent auf 152,9 Millionen Dollar. Beide Kerndivisionen zogen dabei gleichmäßig: Die QNX-Sparte, die Betriebssysteme für sicherheitskritische Systeme vor allem in der Automobilindustrie liefert, wuchs um 26 Prozent auf 72,3 Millionen Dollar. Der Bereich Secure Communications — verschlüsselte Kommunikationslösungen, überwiegend für Regierungskunden — legte um 24 Prozent auf 73,6 Millionen Dollar zu.
Profitable Transformation
Das Besondere: Beide Segmente erfüllten die sogenannte Rule of 40, eine Kennzahl, die Wachstum und Marge kombiniert und als Gradmesser für nachhaltige Software-Qualität gilt. Das bereinigte EBITDA des Gesamtkonzerns stieg um 144 Prozent auf 36,3 Millionen Dollar. Das GAAP-Nettoergebnis blieb fünf Quartale in Folge positiv — bei 8,5 Millionen Dollar.
Für ein Unternehmen, das lange als Negativbeispiel für verpassten technologischen Wandel galt, sind das bemerkenswerte Zahlen.
QNX als Wachstumsmotor
QNX hat einen Auftragsrückstand von fast einer Milliarde Dollar an künftigen Lizenzgebühren aufgebaut. CEO John Giamatteo verwies auf wachsende Nachfrage im Bereich softwaredefiniierter Fahrzeuge: Kunden arbeiteten eng mit BlackBerry zusammen, um die Plattform flächendeckend einzusetzen. Das chinesische Elektrofahrzeug-Unternehmen Leapmotor wählte die QNX-Plattform als Basis für sein kommendes Premium-SUV. Parallel dazu weitete BlackBerry die Kooperation mit NVIDIA auf sicherheitskritische KI-Anwendungen in Robotik, Medizin und Industrie aus.
Angesichts dieser Dynamik hob das Management die Jahresprognose an. Der Konzern erwartet nun für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz zwischen 594 und 621 Millionen Dollar, gegenüber der bisherigen Spanne von 584 bis 611 Millionen Dollar. Für QNX allein wird ein Jahresumsatz von 295 bis 312 Millionen Dollar angepeilt. Das Investmenthaus Stifel sieht BlackBerry ohnehin als unterschätzten KI-Profiteur und hat die Aktie mit einem Kursziel von 12 Dollar zum Kauf empfohlen.
Für das laufende zweite Quartal bis Ende August 2026 rechnet der Vorstand mit einem Gesamtumsatz von 137 bis 148 Millionen Dollar und einem operativen Cashflow von ausgeglichen bis 10 Millionen Dollar — womit die Cashflow-Wende keine Eintagsfliege bleiben soll.
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