Bloom Energy Aktie: 1,7-Milliarden-Deal für Nebius
Bloom Energy sichert sich 1,7 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren, während eine Shortseller-Attacke und eine Klageprüfung den Aktienkurs belasten.

Kurz zusammengefasst
- 1,7-Milliarden-Finanzierung für KI-Rechenzentren
- Short-Seller-Bericht löst Kursrutsch aus
- UBS bestätigt Kaufempfehlung trotz Verlusten
- Quartalszahlen am 28. Juli erwartet
Ein 1,7-Milliarden-Dollar-Deal für Rechenzentren und eine Betrugsklage-Prüfung prallen bei Bloom Energy in diesen Tagen frontal aufeinander. Während das Unternehmen einen weiteren Großauftrag aus dem Boom der künstlichen Intelligenz verbucht, drückt eine Short-Seller-Attacke seit Anfang Juli auf den Kurs. Die Aktie erholte sich am Freitag zwar leicht, bleibt aber weit unter ihren Höchstständen aus dem Frühsommer.
Der Nebius-Deal als neuer Wachstumstreiber
Am 18. Juli wurde bekannt, dass IDF und Oaktree insgesamt 1,7 Milliarden Dollar bereitstellen, um Brennstoffzellen von Bloom Energy in Rechenzentren des KI-Cloud-Anbieters Nebius zu finanzieren. Die Finanzierung läuft über Drittinvestoren, ein Modell, das Bloom Energy bereits aus der ausgeweiteten Partnerschaft mit Brookfield kennt, die inzwischen ein Volumen von 25 Milliarden Dollar erreicht hat. Auch beim Oracle-Projekt Jupiter ist Bloom Energy mit einer möglichen Kapazität von bis zu 2,45 Gigawatt engagiert.
Die Nachfrage nach Bloom-Technologie zeigt sich auch außerhalb der Großkonzerne: Terra Ventures reichte erneut Pläne für ein Rechenzentrum im kalifornischen San Jose ein. Auf dem 9,3 Acres großen Gelände im Stadtteil Alviso sollen ein rund 295.100 Quadratfuß großes Rechenzentrum und ein knapp 167.400 Quadratfuß umfassender Energie-Hub entstehen. Die primäre Stromversorgung soll über Erdgas-Brennstoffzellen von Bloom Energy laufen, ergänzt durch Absorptionskältemaschinen zur Kühlung.
Short-Seller-Bericht und juristische Prüfung belasten die Stimmung
Der Kursdruck der vergangenen Wochen hat einen konkreten Auslöser. Anfang Juli veröffentlichte Hunterbrook einen Bericht, der Bloom Energy eine Abhängigkeit von chinesischem Scandium vorwirft – obwohl das Unternehmen erklärt habe, keine China-Abhängigkeit zu haben. Am 8. Juli fiel die Aktie im Zuge dieser Vorwürfe um 5,7 Prozent auf 254,29 Dollar. Die Kanzlei Law Offices of Frank R. Cruz prüft inzwischen mögliche Verstöße gegen US-Wertpapierrecht im Zusammenhang mit den Vorwürfen.
Der Abwärtsdruck setzte sich fort: Am 16. Juli brach die Aktie trotz der positiven Nebius-Meldung um 13 Prozent ein, was Beobachter auf eine Mischung aus dem Short-Report und Gewinnmitnahmen zurückführten. Bereits am 10. Juli hatte eine breitere Korrektur bei Brennstoffzellen-Titeln eingesetzt: FuelCell Energy verlor 11 Prozent, Bloom Energy fiel um 8 Prozent auf 235,69 Dollar, Plug Power gab 6 Prozent ab.
UBS hält an Kaufempfehlung fest, Investoren bauen Positionen unterschiedlich um
Trotz des Kursrutsches bleibt UBS optimistisch und rief Anleger dazu auf, die Schwäche zum Einstieg zu nutzen. Die Bank hob ihr Kursziel von 322 auf 350 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Fundamental untermauert wird dieser Optimismus durch die zuletzt vorgelegten Zahlen: Im ersten Quartal 2026 steigerte Bloom Energy den Umsatz um 130,4 Prozent auf 751,1 Millionen Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,44 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 0,12 Dollar deutlich. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Unternehmen seine Umsatzprognose auf eine Spanne von 3,4 bis 3,8 Milliarden Dollar an, die Gewinnprognose je Aktie liegt bei 1,85 bis 2,25 Dollar.
Bei den institutionellen Investoren zeigt sich ein gemischtes Bild. Bessemer Group stockte seine Position im ersten Quartal um 228 Prozent auf 587.947 Aktien auf. Avalon Trust reduzierte seinen Bestand dagegen um 34,1 Prozent auf 233.720 Aktien im Wert von 31,67 Millionen Dollar, bleibt damit aber weiterhin unter den größeren Positionen des Fonds. Diversify Wealth Management eröffnete eine neue Position im Volumen von 891.000 Dollar, während John G Ullman & Associates 7.113 Aktien abgab und nun noch 125.662 Aktien im Wert von 17,0 Millionen Dollar hält. Firmeninsider verkauften in den vergangenen 90 Tagen insgesamt 153.617 Aktien.
Blick auf Quartalszahlen und aktuelle Kursverfassung
Am 28. Juli legt Bloom Energy nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, der Analystenkonsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,39 Dollar. Am Freitag schloss die Aktie bei 183,80 Euro und legte um 1,77 Prozent zu, was für eine erste Stabilisierung nach den heftigen Wochenverlusten spricht. Der Relative-Stärke-Index von 37,1 deutet auf eine überverkaufte Marktlage hin. Zum 52-Wochen-Hoch von 308,50 Euro, erreicht am 25. Juni, beträgt der Abstand weiterhin 40,42 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark die Korrektur nach dem Frühsommer-Hoch ausgefallen ist.
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