Bloom Energy Aktie: 72,91-MW-Anlage für Amazon in Ohio
Bloom Energy erlebt Kursrückgang nach Rekordlauf, bleibt aber dank Amazon-Projekt und solider Finanzierung auf Wachstumskurs.
Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt 8,37 Prozent
- Amazon-Rechenzentrum als Kunde
- Keine Kapitalerhöhung geplant
- Gewinnprognose für 2026 bestätigt
Ein rauer Freitag für Bloom Energy. Die Aktie des Brennstoffzellen-Spezialisten verlor 8,37 Prozent und schloss bei 230,00 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 5,74 Prozent.
Kein Grund zur Panik. Seit Jahresanfang steht immer noch ein Plus von 173,19 Prozent. Auf zwölf Monate gerechnet sind es sogar über 1.180 Prozent. Marktbeobachter sprechen von einer Konsolidierung nach einem historischen Lauf. Das 52-Wochen-Hoch bei 282,00 Euro, erreicht Ende Mai, ist noch 18,44 Prozent entfernt.
Der RSI (14 Tage) ist mit 49,8 in den neutralen Bereich zurückgekehrt. Die überkauften Bedingungen der Vorwochen haben sich damit abgebaut. Der Kurs bleibt deutlich über den gleitenden Durchschnitten – 19 Prozent über dem 50-Tage-Schnitt von 192,60 Euro, mehr als 100 Prozent über dem 200-Tage-Schnitt.
Amazon-Projekt in Ohio sorgt für Fundament
Positive Nachrichten gab es dennoch. American Electric Power (AEP) bestätigte Pläne für eine 72,91-Megawatt-Anlage in Hilliard, Ohio. Bloom Energy liefert die Brennstoffzellentechnologie. Der Strom versorgt ein benachbartes Amazon-Rechenzentrum – direkt angeschlossen, ohne Umweg über das überlastete Stromnetz.
Genau das ist Bloom Energies größter Trumpf. In manchen US-Regionen dauert ein Netzanschluss für Rechenzentren mittlerweile fünf bis sieben Jahre. Wer vor Ort selbst Strom erzeugt, umgeht dieses Problem. Der Bau der Anlage beginnt noch 2026, die Fertigstellung ist für Mitte 2027 geplant. Amazon prüft zudem ein ähnliches 20-MW-Projekt in Santa Clara, Kalifornien.
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Kein neues Geld nötig
Entscheidend für Anleger: CEO KR Sridhar stellte klar, dass Bloom Energy für die laufenden Expansionspläne keine weiteren Kapitalerhöhungen braucht. Die neuen Fertigungskapazitäten finanzieren sich durch Direktverkäufe – und das innerhalb von rund sechs Monaten.
Hinzu kommen niedrigere Produktionskosten. Die USA haben Zölle auf Stahl und Aluminium gesenkt. Das verbessert die Marge für die Kraftwerksausrüstung. Bloom Energy selbst peilt für das Gesamtjahr 2026 einen Gewinn je Aktie zwischen 1,85 und 2,25 Euro an.
Für die kommende Woche bleibt die Frage, ob 230,00 Euro als Unterstützung halten oder ob der Kurs auf den 50-Tage-Schnitt bei 192,60 Euro fällt. Die Branche insgesamt ist in Bewegung. Der Hype um KI-Rechenzentren treibt auch Wettbewerber wie Fluence Energy – und sorgt für Volatilität, sobald die Kurse einer Mega-Rally eine Verschnaufpause einlegen.
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