Bloom Energy Aktie: AI-Fantasie im Härtetest

Bloom Energy profitiert mit einem 2,65-Milliarden-Dollar-Deal und Plänen für KI-Rechenzentren vom KI-Boom, doch Analysten sind tief gespalten über die hohe Bewertung.

Kurz zusammengefasst:
  • Milliardenauftrag mit US-Versorger AEP in Wyoming
  • Aktie erreicht 52-Wochen-Hoch nach Kursrally
  • Große Analysten-Kluft bei Bewertung und Kurszielen
  • Starkes Umsatzwachstum von rund 44,5 Prozent

Bloom Energy ist in den vergangenen Wochen vom Nischenwert zum Symbol der „AI-Energieknappheit“ geworden. Ein Milliardenvertrag mit einem US-Versorger und große Pläne für Rechenzentren in Wyoming haben die Erwartungen nach oben geschraubt. Doch wie belastbar ist diese Story, wenn man hinter die Schlagzeilen schaut?

AEP-Megadeal verändert die Perspektive

Der zentrale Treiber der aktuellen Rally ist ein abgeschlossenes Abkommen mit American Electric Power (AEP). Dessen nicht regulierte Sparte hat Anfang Januar 2026 Brennstoffzellen von Bloom im Volumen von 2,65 Milliarden US‑Dollar bestellt.

Bloom Energy

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Geplant ist der Aufbau von rund 900 Megawatt Kapazität an einem Standort in Wyoming. Wichtig: Es handelt sich nicht um einen Testlauf, sondern um ein Projekt in Versorgergröße mit einem 20‑jährigen Abnahmevertrag. Für Bloom bedeutet das deutlich bessere Planbarkeit der Erlöse und ein starkes Signal, dass die eigene Festoxid-Technologie als Lösung für kurzfristig verfügbare, skalierbare Stromerzeugung akzeptiert wird.

Der Markt reagiert entsprechend: Die Aktie hat in den letzten 30 Tagen um 128 % zugelegt und schloss am Freitag bei 149,50 US‑Dollar – dem aktuellen 52‑Wochen-Hoch.

Drehscheibe für AI-Rechenzentren

Parallel dazu speist sich die Fantasie aus der Verbindung zum AI-Boom. In Wyoming wird ein separates Projekt von Crusoe und Tallgrass vorangetrieben, das ein AI-Rechenzentrum mit 1,8 Gigawatt Leistung vorsieht. Auch hier sollen Bloom-Brennstoffzellen eine zentrale Rolle spielen, um Engpässe im Stromnetz zu umgehen.

Hintergrund: In den USA müssen neue Großprojekte oft jahrelang auf Netzanschlüsse warten, während Tech-Konzerne ihre GPU-Cluster so schnell wie möglich hochziehen wollen. Genau hier setzt Bloom an. Die Möglichkeit, quasi „am Zaun des Rechenzentrums“ eine dauerhaft verfügbare, netzunabhängige Stromversorgung aufzubauen, macht die Technologie aus Sicht vieler Investoren zu einem Hebel auf das Wachstum von Generativer KI.

Im Markt wird der Titel daher zunehmend als Infrastruktur-Zulieferer der AI-Industrie gesehen – vergleichbar mit einem Ausstatter in einem Goldrausch-Szenario, der die Werkzeuge liefert.

Analysten tief gespalten

Der steile Kursanstieg hinterlässt jedoch eine große Kluft bei den Einschätzungen an der Wall Street. Die Spanne der Kursziele ist ungewöhnlich breit und zeigt, wie umstritten Bewertung und Umsetzungsrisiken sind.

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  • Evercore ISI bleibt klar positiv und hat ein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 152 US‑Dollar. Begründung: Bloom sei einer der wenigen Anbieter, der saubere Energie für Rechenzentren schnell und im großen Maßstab bereitstellen könne.
  • BMO Capital ist vorsichtiger und stuft mit „Market Perform“ ein, erkennt aber den Schwung der Story an und setzt das Ziel bei 136 US‑Dollar.

Auf der anderen Seite stehen deutlich skeptischere Stimmen:

  • Jefferies sieht die Aktie mit „Underperform“ und einem Ziel von 53 US‑Dollar als stark überbewertet. Aus dieser Perspektive liegt der Kurs fast 180 % über dem, was fundamental derzeit gerechtfertigt scheint.
  • Clear Street hebt das Kursziel zwar an, bleibt mit 68 US‑Dollar aber ebenfalls klar unter dem aktuellen Niveau und verweist vor allem auf Bewertungsbedenken trotz des dynamischen Umsatzwachstums.

Diese Diskrepanz zwischen 53 und 152 US‑Dollar Kursziel macht deutlich: Die Erwartungen sind hoch, die Unsicherheit aber ebenso.

Bewertung: Wachstum trifft Anspruch

Operativ legt Bloom derzeit zu. Die Umsätze wachsen laut jüngsten Daten mit rund 44,5 % – ein Wert, der die hohe Nachfrage nach der Technologie untermauert. Gleichzeitig liegt die Marktkapitalisierung mittlerweile bei knapp 35 Milliarden US‑Dollar, was die Latte für die kommenden Jahre weit nach oben legt.

Klar ist: Um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, müssen Großprojekte wie der AEP-Vertrag über 900 MW und das AI-Vorhaben von Crusoe/Tallgrass nicht nur gestartet, sondern über viele Jahre hinweg sauber umgesetzt werden. Der Markt preist dabei bereits ein, dass Bloom als einer der zentralen Profiteure der AI-Infrastrukturwelle agiert.

Auffällig ist der Abstand zu gängigen Bewertungsankern: Der Kurs liegt exakt auf dem 52‑Wochen-Hoch und rund 153 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt, der RSI von 92 signalisiert einen deutlich überhitzten Zustand. Das deutet auf eine Rally hin, die stark von Momentum und möglicherweise Short-Eindeckungen geprägt ist und sich zeitweise von klassischen Fundamentalkennzahlen lösen kann.

Fazit: AI-Hebel mit hohem Anspruch

Bloom Energy hat sich in kurzer Zeit zur Schlüsselerzählung rund um die Energieversorgung von AI-Rechenzentren entwickelt. Der 2,65‑Milliarden-Dollar-Deal mit AEP gibt der Wachstumsstory Substanz und verbessert die Visibilität deutlich, während die Projekte in Wyoming das Bild eines „Enablers“ für AI-Infrastruktur abrunden.

Gleichzeitig spiegelt der aktuelle Kurs eine nahezu perfekte Umsetzung dieser Projekte und anhaltend hohes Wachstum bereits heute wider – deutlich stärker, als es die vorsichtigen Analystenziele von Jefferies und Clear Street hergeben. In den kommenden Quartalen wird sich zeigen, ob Bloom den Spagat zwischen ambitionierter Bewertung und operativer Realität mit den Großaufträgen aus Versorger- und AI-Segment tatsächlich einlösen kann.

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