Bloom Energy Aktie: JPMorgan hebt auf 346 Dollar
JPMorgan hebt das Kursziel für Bloom Energy deutlich an, Analysten bleiben jedoch gespalten. Die anstehenden Quartalszahlen könnten die Richtung vorgeben.

Kurz zusammengefasst
- Kursziel von JPMorgan auf 346 Dollar angehoben
- Analysten uneins über Unternehmensbewertung
- Scandium-Versorgung bleibt umstritten
- Quartalszahlen am 28. Juli erwartet
Ein Kursziel-Sprung von fast 30 Prozent reicht offenbar aus, um eine der volatilsten Aktien der Wall Street erneut in Bewegung zu setzen. Bloom Energy schoss nach der Anhebung durch JPMorgan zweistellig nach oben — nur wenige Tage vor den Quartalszahlen des Brennstoffzellen-Herstellers. Wie stark das Papier auf einzelne Analystenmeinungen reagiert, zeigt sich gerade eindrücklich.
JPMorgan traut Bloom deutlich mehr zu
JPMorgan-Analyst Mark Strouse beließ sein Rating bei „Overweight“, hob das Kursziel aber von 267 auf 346 Dollar an. Strouse erweiterte dafür seinen Analysehorizont bis 2030 und rechnet damit, dass Bloom Energy im Produktsegment 4,1 Gigawatt liefern kann. Seine Basis dafür: bereits unterschriebene Verträge, darunter eine ausgeweitete Partnerschaft mit Brookfield.
Der Analyst griff zudem eine Sorge auf, die den Kurs zuletzt belastet hatte. Scandium gilt als kritischer Rohstoff für die Keramik-Elektrolyte in jeder Bloom-Brennstoffzelle. JPMorgan verweist darauf, dass die verfügbare Versorgung Berichten zufolge eine Jahresproduktion von bis zu 25 Gigawatt stützen könnte.
Der Markt reagierte prompt. Am Dienstag stieg die Aktie zeitweise um 16,4 Prozent. Mittwoch schloss sie bei 195,60 Euro — nach einem Tagesminus von 1,61 Prozent liegt sie damit rund 37 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 308,50 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde.
Die Wall Street ist gespalten
Nicht alle Analysten teilen den Optimismus. TD-Cowen-Analyst Jeff Osborne beließ sein Rating bei „Hold“ mit Kursziel 235 Dollar. Er hält die Aktie beim aktuellen Niveau für fair bewertet und verweist auf zwei Großprojekte, die im Zeitplan zurückliegen.
Konkret fehlt für Oracles 2,45-Gigawatt-Projekt weiterhin die Luftgenehmigung. Die Erdgaspipeline, die den Standort versorgen soll, steckt zudem in einem Streit mit Bundesbehörden fest. Auch das AEP-Projekt nahe Cheyenne im US-Bundesstaat Wyoming hat sich verschoben — der Zeitplan rutschte innerhalb von weniger als 90 Tagen um zwei Jahre nach hinten.
Andere Häuser positionieren sich vorsichtiger, aber nicht negativ. Clear-Street-Analyst Tim Moore bestätigte „Hold“ mit Kursziel 290 Dollar und verweist auf den Ausverkauf bei KI-Chip-Aktien seit Mitte Juni, der auch Bloom belastet hat. Susquehanna hielt an „Positive“ fest und hob das Kursziel von 293 auf 298 Dollar an — begründet mit wachsender Stromnachfrage durch Rechenzentren und Elektrifizierung.
Insgesamt bleibt das Bild an der Wall Street konstruktiv. Der Analysten-Konsens lautet „Moderate Buy“: Von 27 Analysten vergeben acht ein „Strong Buy“, zwei ein „Moderate Buy“, 16 ein „Hold“ und einer ein „Strong Sell“.
Scandium bleibt Streitpunkt
Die Scandium-Frage geht auf Vorwürfe eines Leerverkäufers zurück, die die Aktie Anfang des Monats erschütterten. TD Cowen griff das Thema ebenfalls auf: China verlangt Exportlizenzen für den Rohstoff. Ob Peking damit effektiv Bloom Energys Fähigkeit zur Produktionsausweitung kontrolliert, ist zum zentralen Streitpunkt zwischen Optimisten und Skeptikern geworden.
Zahlen als nächster Prüfstein
Bloom Energy will die Ergebnisse zum zweiten Quartal 2026 am 28. Juli nach Börsenschluss veröffentlichen. Das Management hält am selben Tag um 23 Uhr deutscher Zeit eine Telefonkonferenz ab.
Investoren werden genau beobachten, ob das Management die optimistischen Langfrist-Ziele von JPMorgan untermauern kann. Oder ob die von vorsichtigeren Analysten benannten Projektverzögerungen und Lieferketten-Sorgen den Ausblick belasten. Bei einer annualisierten Volatilität von über 120 Prozent dürfte der Bericht zum entscheidenden Test für die KI-Wachstumsgeschichte des Brennstoffzellen-Herstellers werden.
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