Bloom Energy Aktie: Sammelklage bis 28. September
Bloom Energy übertrifft Q2-Erwartungen deutlich, hebt Prognose an. Kritik an Technologie und Sammelklage trüben das Bild trotz Kursgewinn.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn und Umsatz übertreffen Erwartungen
- Prognose für 2026 angehoben
- Sammelklage wegen Scandium-Abhängigkeit
- Insider verkaufen Aktien im Wert von Millionen
Bloom Energy hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen – und sorgt am Markt trotzdem für ein zwiespältiges Bild. Die Aktie des Brennstoffzellen-Herstellers legt im heutigen Handel um 5,82 Prozent auf 189,20 Euro zu, nachdem sie im zurückliegenden Monat unter dem Strich noch 23,09 Prozent verloren hatte.
Gewinn und Umsatz weit über Konsens
Bloom Energy meldete für das zweite Quartal einen Gewinn pro Aktie von 0,78 US-Dollar – gut doppelt so hoch wie der von Analysten erwartete Konsenswert von 0,39 US-Dollar. Der Umsatz kletterte auf 1,07 Milliarden US-Dollar und damit um 165,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Unternehmen die Prognose an: Der Gewinn pro Aktie soll nun zwischen 2,55 und 2,85 US-Dollar liegen, der Umsatz zwischen 3,90 und 4,20 Milliarden US-Dollar.
Trotz der klaren Zahlen geriet die Aktie an der Wall Street am Montag zeitweise unter Druck, nachdem sie zum Handelsstart bei 206,06 US-Dollar eröffnet hatte. Belastend wirkte ein Bericht von Hunterbrook Capital, der die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Brennstoffzellen infrage stellt und eine schnellere Degradation der Systeme behauptet, als vom Unternehmen beworben.
Analysten uneins, Kursziele weit gestreut
Von 26 Brokerhäusern erhält Bloom Energy im Konsens ein „Moderate Buy“-Rating – drei Häuser empfehlen „Strong Buy“, zehn „Buy“, zwölf „Hold“ und eines „Sell“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 246,18 US-Dollar. Mizuho stufte die Aktie zuletzt auf „Outperform“ hoch und siedelt ihr Kursziel bei 242 US-Dollar an, während Evercore mit 350 US-Dollar noch optimistischer bleibt und ebenfalls „Outperform“ bestätigt. Die Kursziele der übrigen Häuser reichen von 188 bis 310 US-Dollar. Nach dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate notiert die Aktie weiterhin deutlich unter ihrem Rekordhoch von Ende Juni.
Sammelklage wegen Scandium-Lieferungen
Der Hunterbrook-Bericht vom 8. Juli hat inzwischen handfeste juristische Folgen. Die Kanzlei Kaplan Fox & Kilsheimer LLP wirbt für eine Sammelklage von Anlegern, die Bloom-Energy-Aktien zwischen dem 27. Februar 2025 und dem 8. Juli 2026 erworben haben. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe falsche Angaben zu seiner Abhängigkeit von chinesischem Scandium gemacht, einem Rohstoff, den es dem Bericht zufolge über Zwischenhändler aus China bezieht. Anleger, die als Lead Plaintiff auftreten wollen, müssen sich bis zum 28. September 2026 melden.
Institutionelle Anleger uneins, Insider verkaufen
Auch bei den Investoren zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. The Manufacturers Life Insurance Company reduzierte ihre Position im ersten Quartal um 30,2 Prozent, andere institutionelle Adressen wie Blue Trust und Cedar Mountain bauten ihre Bestände dagegen zweistellig aus. Insgesamt halten institutionelle Investoren rund 77,04 Prozent der Aktien. Auf der Insider-Seite dominieren dagegen Verkäufe: Innerhalb von 90 Tagen trennten sich Führungskräfte und Direktoren von Aktien im Wert von 34,24 Millionen US-Dollar, unter anderem Direktor John T. Chambers, der Ende Mai 55.000 Aktien zu 297,69 US-Dollar abgab.
Die Nervosität beschränkt sich nicht auf Bloom Energy allein. Der britische Brennstoffzellen-Konkurrent Ceres Power verlor nach einer Kapitalerhöhung binnen eines Monats 37 Prozent an Wert – Marktbeobachtern zufolge hat dieser Kursrutsch auch auf Bloom Energy und FuelCell Energy abgefärbt. Für Anleger bleibt damit die Gemengelage unübersichtlich: starke operative Zahlen und angehobene Prognosen stehen einer laufenden Sammelklage und anhaltenden Insiderverkäufen gegenüber.
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