Blue Owl steht weiter unter dem Einfluss zweier scheinbar gegensätzlicher Kräfte: einer anhängigen Sammelklage wegen angeblicher Verschleierung von Liquiditätsproblemen und einem spektakulären Infrastruktur-Engagement mit Meta. Kann das Unternehmen die Erholung stabilisieren, während die Gerichtsfrist für Führungsklagen näher rückt? Die Antwort fällt zwiespältig aus.
Die Klage und ihre Folgen
Mehrere Anwaltskanzleien erinnerten Anfang Januar Investoren daran, dass potenzielle Kläger, die zwischen dem 6. Februar 2025 und dem 16. November 2025 Verluste erlitten haben, bis zum 2. Februar 2026 die Rolle des Lead-Plaintiffs beantragen können. Die Klage wirft dem Management vor, relevante Informationen zur Belastung der Bilanz durch Rücknahmen in bestimmten Business Development Companies (BDCs) verschwiegen oder verharmlost zu haben. In Folgeberichten im November 2025 kam es bereits zu einem Kursrückgang, als über die Aussetzung von Rücknahmen berichtet wurde.
Diese Vorwürfe bergen das Risiko weiterer Unsicherheit: Sollte ein Lead-Plaintiff berufen werden und die Klage substanzielle Fortschritte machen, könnte das die Marktstimmung gegenüber der Aktie zusätzlich belasten. Bis dahin bleibt die rechtliche Entwicklung jedoch ein zentrales, aber noch offenes Risikothema.
Strategische Zäsur und Großprojekte
Parallel zur Rechtslage änderte Blue Owl seine strategische Fahrtrichtung. Die geplante Zusammenführung zweier Blue-Owl-Einheiten wurde am 19. November 2025 wegen Marktvolatilität und notwendiger Neubeurteilung abgesagt. Folge: Die bestehenden Fondsstrukturen bleiben bestehen, und das Unternehmen plant, Rückkauf- bzw. Tenderprogramme im ersten Quartal 2026 wieder aufzunehmen.
Gleichzeitig steht Blue Owl im Zentrum eines sehr großen Infrastrukturprojekts: Ein gemeinsames, rund 27 Milliarden US-Dollar schweres Vorhaben mit Meta finanziert den Hyperion-Rechenzentrumskomplex in Louisiana. Blue Owl verwaltet Fonds, die 80 % des Joint Ventures halten. Solche Großgeschäfte stützen die Einnahmenseite und zeigen, dass das Geschäftsmodell weiterhin Zugang zu bedeutendem privatem Kapital hat.
Ein internes Signal setzte der CFO: Alan Kirshenbaum kaufte am 1. Dezember 2025 rund 33.670 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 14,87 USD (Gesamtvolumen etwa 500.672 USD). Das zeigt Management-Überzeugung, wenngleich Insiderkäufe keine Garantie gegen Rechtsrisiken sind.
Bewertung und Ausblick
Wesentliche Eckdaten auf einen Blick:
– Lead-Plaintiff-Deadline: 2. Februar 2026.
– Geplante Wiederaufnahme von Tenderprogrammen: Q1 2026.
– Joint Venture mit Meta: ~27 Mrd. USD, Blue Owl-Fonds halten 80 %.
– Aktives Rückkaufprogramm: 200 Mio. USD bleibt in Kraft.
Marktdaten (kurz): Schlusskurs zuletzt 15,31 USD; die Aktie notiert rund 41 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch (25,89 USD) und knapp 11 % über dem 52‑Wochen‑Tief (13,74 USD). Der 50‑Tage‑Durchschnitt liegt nahe dem aktuellen Kurs, während der 200‑Tage‑Durchschnitt deutlich darüber notiert — ein technisches Signal für weiterhin vorhandenen Abwärtsdruck.
Fazit: Blue Owl weist sowohl stabilisierende als auch belastende Faktoren auf. Die rechtsbezogenen Unsicherheiten rund um die BDC-Rücknahmen und die anstehende Frist Anfang Februar sind kurzfristig bedeutsam. Demgegenüber stehen ein großes Infrastrukturprojekt, ein aktives Rückkaufprogramm und ein bestätigter Insiderkauf, die als Stützpfeiler wirken. Entscheidend werden konkrete rechtliche Schritte nach dem 2. Februar und die praktische Umsetzung der angekündigten Tenderprogramme im ersten Quartal 2026 sein.
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