BMW Aktie: 26.119 Neuzulassungen im Juni
BMW übertrifft Mercedes und Audi bei Neuzulassungen, doch der Aktienkurs leidet unter gesenkten Gewinnprognosen und der schwachen China-Nachfrage.

Kurz zusammengefasst
- BMW führt Neuzulassungen in Deutschland an
- Aktienkurs trotz Rekordabsatz im Minus
- Gewinnprognose wegen China-Schwäche gesenkt
- Kurs nahe 52-Wochen-Tief
BMW verkauft im Juni 2026 mehr Autos als Mercedes und Audi in Deutschland zusammen. Die Aktie honoriert das nicht. Der Kurs bleibt tief im Minus und notiert bei 59,16 Euro.
BMW überholt Mercedes und Audi in Deutschland
Im Juni meldet BMW 26.119 Neuzulassungen in Deutschland. Das entspricht einem Plus von 18,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mercedes-Benz kommt laut Kraftfahrtbundesamt auf 23.728 Einheiten, ein Zuwachs von 5,9 Prozent. Audi liegt mit 19.097 Neuzulassungen klar auf Rang drei.
Der starke Juni verhilft BMW auch beim Halbjahr zum Sieg über Mercedes. BMW kommt auf 126.766 Fahrzeuge, ein Plus von 6,5 Prozent.
Mercedes bleibt mit 125.960 Einheiten leicht im Minus, ein Rückgang von 0,8 Prozent. Auch in den USA läuft das Geschäft rund: Im zweiten Quartal steigt der Absatz um 13,0 Prozent auf 102.713 Einheiten.
Pkw- und SUV-Baureihen tragen mit 12,8 beziehungsweise 13,2 Prozent nahezu gleichmäßig zum Wachstum bei.
Die Lücke zwischen Absatz und Aktienkurs
Trotz der starken Zahlen aus Deutschland und den USA dominiert an der Börse ein anderes Thema. BMW hat seine Gewinnerwartungen für das Segment Automobile deutlich gesenkt. Als Hauptgrund gilt die schwache Nachfrage in China.
Allein in den vergangenen sieben Handelstagen verlor die Aktie 2,21 Prozent. Binnen 30 Tagen summiert sich das Minus auf 14,53 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 38,32 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Minus 27,98 Prozent.
Der aktuelle Kurs von 59,16 Euro liegt 15,38 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 69,92 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 82,23 Euro beträgt der Abstand sogar 28,06 Prozent.
Seit dem 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro im Dezember 2025 hat die Aktie fast 40 Prozent verloren. Aktuell notiert sie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro vom 30. Juni 2026.
Der RSI von 33,3 deutet auf eine überverkaufte Aktie hin. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 31,62 Prozent und zeigt die erhöhte Nervosität am Markt.
China bleibt der zentrale Belastungsfaktor
BMW meldet für das erste Quartal 2026 einen Rückgang der Auslieferungen in China um 10 Prozent. Der gesamte chinesische Pkw-Markt schrumpft im gleichen Zeitraum sogar um 17,5 Prozent.
China bleibt für die deutschen Hersteller strategisch wichtig. Der Wettbewerb wächst jedoch, weil heimische Autobauer kontinuierlich Marktanteile gewinnen.
Trotz der gesenkten Gewinnprognose hält BMW an zentralen Finanzzielen fest. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem operativen Free Cashflow von über 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2026. Die Dividendenausschüttungsquote bleibt unverändert zwischen 30 und 40 Prozent des Nettogewinns.
Die Kombination aus starkem Westgeschäft und schwachem China-Geschäft dürfte den Kurs kurzfristig weiter belasten. Erst die Quartalszahlen im weiteren Sommerverlauf werden zeigen, ob sich die Juni-Stärke aus Deutschland und den USA fortsetzt und ob sich das China-Geschäft stabilisiert.
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