BMW Aktie: 8.000 Stellen bis Ende 2027
BMW plant den Abbau von rund 8.000 Arbeitsplätzen bis Ende 2027. Der Autobauer reagiert damit auf schwache Margen und einen deutlichen Absatzrückgang in China.
Kurz zusammengefasst
- Stellenabbau in Verwaltung und Entwicklung
- Abfindungsprogramm startet im Oktober
- Neue Personalchefin ab September
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
BMW konkretisiert den harten Sparkurs, den der Konzern nach der Gewinnwarnung im Juni angekündigt hatte. Bis Ende 2027 sollen rund 8.000 Stellen wegfallen, wie das Unternehmen Ende Juli mitteilte. Betroffen sind vor allem indirekte Bereiche wie Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb – rund 40.000 Beschäftigte in diesen Bereichen erhalten ein Angebot zum freiwilligen Ausscheiden. Die Produktion bleibt von den Kürzungen ausgenommen.
Ein freiwilliges Abfindungsprogramm startet im Oktober. Für die Personalmaßnahmen der Jahre 2026 und 2027 plant BMW Rückstellungen von rund einer Milliarde Euro.
Der Stellenabbau ist die direkte Folge eines Ergebniseinbruchs, der sich durch das gesamte erste Halbjahr zieht: Die operative Marge im Automobilsegment lag im zweiten Quartal bei nur 2,0 Prozent – weit unter der eigentlichen Zielspanne von 4 bis 6 Prozent, die BMW im Juni bereits auf 1 bis 3 Prozent gesenkt hatte.
Führungswechsel in schwieriger Phase
Der Sparkurs fällt in eine Phase personeller Umbrüche. Zum 1. September übernimmt Dorothea von Boxberg als neue Arbeitsdirektorin und Personalvorständin – sie wechselt von der Position der Brussels-Airlines-Chefin zu BMW und folgt auf Ilka Horstmeier, die im gegenseitigen Einvernehmen ausscheidet.
Zuvor hatte bereits im Mai Milan Nedeljković den Vorstandsvorsitz von Oliver Zipse übernommen, der den Konzern seit 2015 geführt hatte. Der neue BMW-Chef muss nun das Sparprogramm gegen sinkende Absatzzahlen in China – dort brach der Absatz im ersten Halbjahr um gut ein Fünftel ein – und schwächelnde Margen im Kerngeschäft verteidigen.
Parallel dazu treibt BMW den Umbau der Produktion voran. Im Werk München startete im August die Serienfertigung des BMW i3, ab 2027 soll dort ausschließlich elektrisch produziert werden. Der Konzern erwartet dadurch eine weitere Reduzierung der Produktionskosten um 10 Prozent – ein Baustein, der die Sparanstrengungen im Vertrieb und in der Verwaltung ergänzen soll.
Aktie nahe Jahrestief
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage deutlich wider. Die BMW-Aktie schloss am Montag bei 58,20 Euro und damit nur wenige Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das erst vor gut einem Monat erreicht wurde.
Der Wert notiert damit rund ein Viertel unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend seit dem Rekordhoch von Anfang Dezember. Seit Jahresbeginn hat das Papier gut ein Drittel an Wert verloren.
Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 35 Milliarden Euro. Anleger dürften genau beobachten, ob das angekündigte Abfindungsprogramm ab Oktober tatsächlich greift und die Kosten spürbar senkt – oder ob die schwache China-Nachfrage und der Margendruck im Kerngeschäft die Sparanstrengungen weiter überlagern.
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