BMW Aktie: China-Desaster überlagert alles?
Europas E-Auto-Zuwachs gleicht den Rückgang in China nicht aus; weltweit sanken die Auslieferungen im dritten Quartal um 6,3 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Europäische E-Auto-Auslieferungen stiegen um 37,5 Prozent
- China verzeichnete 24,8 Prozent weniger Auslieferungen
- USA und Europa meldeten regionale Zuwächse
- Weltweiter Absatz sank im dritten Quartal
BMW wächst mit Elektroautos in Europa deutlich, kann damit aber den Rückgang der weltweiten Auslieferungen nicht ausgleichen. Die heute veröffentlichten Absatzdaten zeigen ein geteiltes Bild: Europa und die USA legen zu, während das Geschäft in China erheblich schrumpft. Für Anleger ist das europäische Elektroautogeschäft damit ein Lichtblick, aber noch kein konzernweiter Wendepunkt.
Europa gewinnt durch Elektroautos
Die BMW Group steigerte ihre europäischen Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge im dritten Quartal um 37,5% auf 81.941 Autos. Damit waren 34,7% der in Europa ausgelieferten Fahrzeuge reine Elektroautos. Die Angaben des Unternehmens sind vorläufig.
Das Elektroautogeschäft wächst damit deutlich stärker als der gesamte europäische Absatz. Die Entwicklung stützt das Geschäft in der Region, reicht auf Konzernebene jedoch nicht aus, um die Schwäche in China aufzufangen.
In Europa stiegen die gesamten Auslieferungen um 2,7% auf 235.628 Fahrzeuge. In den USA verzeichnete die BMW Group ein Plus von 2,5%.
Beide Regionen bilden damit ein Gegengewicht zum chinesischen Markt. Laut dpa-AFX unterstützen die europäische Elektroauto-Nachfrage und das Werk in Spartanburg den Absatz. Die regionalen Zuwächse verhindern allerdings keinen Rückgang der weltweiten Auslieferungen.
China überlagert die regionalen Zuwächse
In der Vertriebsregion China sanken die Auslieferungen im dritten Quartal um 24,8% auf 114.355 Fahrzeuge. Laut dpa-AFX leidet BMW dort unter einem Preiskrieg und einem schrumpfenden Markt.
Das Problem liegt damit nicht allein in einer schwächeren Absatzentwicklung. Der berichtete Preiskampf erschwert zugleich das Geschäftsumfeld. Für die Einordnung der Konzernzahlen ist entscheidend, dass die positiven Entwicklungen in anderen Regionen diese Belastung bislang nicht ausgleichen.
Weltweit lieferte die BMW Group im dritten Quartal 2026 insgesamt 551.072 Fahrzeuge aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Minus von 6,3%.
Die regionale Spreizung bleibt somit das zentrale Merkmal der Absatzbilanz. Wachstum in Europa und den USA steht einem deutlich stärkeren prozentualen Rückgang in China gegenüber.
Noch keine konzernweite Absatzwende
In den ersten neun Monaten 2026 erreichten die weltweiten Auslieferungen 1.707.799 Fahrzeuge. Das waren 4,9% weniger als im Vorjahreszeitraum.
Auch über den längeren Zeitraum bleibt die Konzernbilanz rückläufig. Der Erfolg mit Elektroautos ist deshalb als Stütze zu verstehen, nicht als Beleg für eine allgemeine Erholung.
Weltweit stiegen die Auslieferungen reiner Elektroautos im dritten Quartal um 7,2% auf 110.257 Fahrzeuge. Damit entwickelt sich dieses Geschäft gegen den rückläufigen Gesamtabsatz.
Für Anleger liegt die Kernaussage in diesem Kontrast: BMW erzielt Fortschritte bei vollelektrischen Fahrzeugen und wächst in wichtigen Absatzregionen. Solange der Einbruch in China diese Zuwächse überlagert, lässt sich daraus jedoch keine konzernweite Absatzwende ableiten.
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