BMW Aktie: Deutsche Bank kappt Ziel auf 71 Euro
BMW plant Portfoliofokus und Werkmodernisierung; die Deutsche Bank sieht trotz gesenktem Kursziel weiterhin Kaufpotenzial.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche Bank reduziert Kursziel auf 71 Euro
- Kaufempfehlung für BMW bleibt bestehen
- Zwei Milliarden Euro für deutsche Werke
- Automobile-Marge von 3 bis 5 Prozent bis 2028 angepeilt
Mit gedämpften Erwartungen an das Branchenumfeld blicken Analysten auf den Münchner Autobauer. Deutsche Bank Research hat das Kursziel für die BMW-Aktie am gestrigen Donnerstag von 78 auf 71 Euro gesenkt, hält jedoch an der Einstufung „Buy“ fest. Im Xetra-Handel verliert das Papier heute 1,4 Prozent auf 54,32 Euro.
Analyst Tim Rokossa begründete die Anpassung laut dpa-AFX mit einer schwindenden Hoffnung auf eine breite Erholung des Automobilsektors. Gleichzeitig äußerte sich das Analysehaus zuversichtlich hinsichtlich der unternehmenseigenen Selbsthilfemaßnahmen, die der Konzern im Rahmen seines zweitägigen Kapitalmarkttags in Gmund und München präsentiert hatte.
Strategische Weichenstellungen im Automobilgeschäft
Hintergrund der Neueinschätzung sind die weitreichenden Initiativen, mit denen der Konzern auf das herausfordernde Marktumfeld reagiert. Das Management kündigte an, das Produktportfolio künftig stärker zu fokussieren, renditestarke Segmente auszubauen und die Managementstrukturen um 20 Prozent zu verschlanken.
Zudem soll die Entwicklung durch den Einsatz künstlicher Intelligenz beschleunigt werden. Weitere operative Themenfelder will der Vorstand bis zum Frühjahr 2027 entscheiden.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die Modernisierung seiner Fertigungsstandorte voran. Rund zwei Milliarden Euro fließen in die deutschen Werke Dingolfing und München sowie in die Batteriefertigung, um die Produktion der neuen 3er-Reihe aufzubauen.
Während der vollelektrische i3 am Münchner Stammsitz gefertigt werden soll, sind für das Werk Dingolfing die Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Varianten vorgesehen. Die Versorgung mit Hochvoltbatterien für die Neue Klasse übernimmt das neu eröffnete Werk Irlbach-Straßkirchen, in das eine Milliarde Euro investiert wurde.
Margenziele und nächste Finanztermine
Finanziell stellte der Konzern für das Segment Automobile einen Zwischenschritt in Aussicht: Bis 2028 wird eine EBIT-Marge von 3 bis 5 Prozent angepeilt. Die Rückkehr in den langfristigen Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent erwartet das Management zu Beginn der 2030er-Jahre.
Die Aktie spiegelt den anhaltenden Gegenwind im Sektor wider und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 42 Prozent. Neue operative Detailzahlen erhalten die Marktteilnehmer am 4. November 2026, wenn BMW die Quartalsmitteilung zum 30. September vorlegt.
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