BMW Aktie: EBIT-Marge fällt auf 2,3 Prozent
BMW verzeichnet deutlichen Umsatz- und Margenrückgang, reagiert mit Stellenabbau und hofft auf neue Elektromodelle aus Ungarn.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz sinkt um acht Prozent
- EBIT-Marge bricht auf 2,3 Prozent ein
- Bernstein senkt Kursziel auf 85 Euro
- 8000 Stellen sollen bis 2027 wegfallen
BMW hat am Donnerstag vergangener Woche Zahlen vorgelegt, die selbst vorsichtige Anleger aufhorchen ließen. Der Konzernumsatz sank im Jahresvergleich um knapp 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Deutlich schwerer wiegt der Einbruch der EBIT-Marge im Automobilsegment: Sie fiel von 5,4 Prozent im Vorjahr auf nur noch 2,3 Prozent. Als Hauptursache nennt der Konzern einen Absatzrückgang von fast einem Drittel im Kernmarkt China sowie einen verschärften Wettbewerbsdruck.
Bernstein senkt Kursziel spürbar
Die Reaktion der Analysten ließ nicht lange auf sich warten. Bernstein Research senkte das Kursziel für die BMW-Aktie am Freitag von 108,00 Euro auf 85,00 Euro und begründete den Schritt mit der enttäuschenden Margenentwicklung im zweiten Quartal. Die Einstufung „Outperform“ blieb dabei unverändert bestehen – ein Hinweis darauf, dass die Analysten die aktuelle Schwäche als vorübergehend einordnen, auch wenn das Ausmaß der Kürzung die Ernüchterung über den China-Einbruch widerspiegelt.
Der Kurs selbst zeigt sich von den schlechten Nachrichten bereits gezeichnet: Mit einem Minus von 36,12 Prozent seit Jahresbeginn hat die Aktie einen erheblichen Teil ihres Wertes eingebüßt. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 35,38 Milliarden Euro – ein Signal dafür, wie stark die operativen Probleme bereits eingepreist sind.
Stellenabbau als Reaktion auf den Margendruck
Parallel zu den Zahlen bestätigte BMW ein umfassendes Restrukturierungsprogramm: Bis Ende 2027 sollen rund 8.000 Stellen abgebaut werden, mit Schwerpunkt auf Verwaltung und Entwicklung an deutschen Standorten. Der Schritt fügt sich in das Bild eines Konzerns, der auf sinkende Erträge mit strukturellen Einschnitten reagiert, statt allein auf eine Erholung des chinesischen Marktes zu hoffen.
Vorstandsvorsitzender Milan Nedeljković bestätigte im Rahmen der Quartalsberichterstattung die bereits im Juni aufgrund der Marktschwäche in China nach unten korrigierte Jahresprognose. Nedeljković hatte den Vorstandsvorsitz erst im Mai von seinem Vorgänger Oliver Zipse übernommen und steht damit früh in seiner Amtszeit vor der Aufgabe, den Konzern durch eine der schwierigsten Phasen der jüngeren Unternehmensgeschichte zu steuern.
Lichtblick aus Ungarn
Nicht alle Nachrichten aus dem Konzern fallen negativ aus. Das neue Werk in Debrecen meldete kürzlich einen Produktionsmeilenstein: Innerhalb von nur neun Monaten nach Serienstart wurden dort 50.000 Einheiten des iX3 gefertigt, der ersten Modellreihe der „Neuen Klasse“. Der reibungslose Hochlauf zeigt, dass BMW zumindest bei der Einführung neuer Elektromodelle operative Stärke demonstrieren kann – ein Kontrapunkt zur schwachen Marge im Bestandsgeschäft.
Zusätzlich hatte der Konzern Ende Juni die Umwandlung sämtlicher Vorzugsaktien in Stammaktien abgeschlossen, um die Kapitalstruktur zu vereinfachen und die Liquidität der Stammaktie zu erhöhen. Ob sich diese strukturellen Maßnahmen und der eingeleitete Stellenabbau in den kommenden Quartalen in einer stabilisierten Marge niederschlagen, dürfte sich frühestens bei der für den 5. November angesetzten Quartalsmitteilung zum dritten Quartal zeigen.
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