BMW Aktie: Operative Ergebnis um 60 Prozent eingebrochen

BMW verzeichnet im zweiten Quartal massive Gewinneinbußen, vor allem wegen des China-Geschäfts. Der Konzern reagiert mit einem umfangreichen Stellenabbau und hofft auf die 'Neue Klasse'.

Eduard Altmann ·
BMW Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Nettogewinn bricht um 35 Prozent ein
  • China-Absatz fällt um ein Drittel
  • 8.000 Stellen werden weltweit gestrichen
  • DZ Bank senkt Kursziel auf 65 Euro

BMW hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die Anleger und Analysten gleichermaßen aufgeschreckt haben. Der Nettogewinn des Münchner Autobauers brach im zweiten Quartal um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ein, der Umsatz sank um 9 Prozent auf 31 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel der Rückgang im Kerngeschäft aus: Das operative Ergebnis der Automobilsparte stürzte um 60 Prozent auf nur noch 629 Millionen Euro. Hauptgrund ist der China-Einbruch – der Absatz dort fiel um ein Drittel.

China-Schwäche trifft den Kern des Geschäfts

Der Rückgang in China wiegt bei BMW besonders schwer, weil das Land über Jahre einer der wichtigsten Absatzmärkte war. Die WirtschaftsWoche ordnete den Einbruch in einem Kommentar als Symptom eines strukturellen Problems ein: BMW, VW und Mercedes hätten den Wandel im chinesischen Markt zu spät erkannt und kurzfristige Gewinne über nötige Strategieanpassungen gestellt. Auch andere deutsche Zulieferer bekommen die Schwäche zu spüren, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität – während BMW deutlich einbrach, fiel der Umsatzrückgang beim Zulieferer Forvia geringer aus als erwartet.

Verschärft wird die Lage durch die Konjunktur in China selbst. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im Juli auf 49,2 Punkte von 50,3 im Juni und rutschte damit unter die Wachstumsschwelle von 50 – der tiefste Stand seit fünf Monaten. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal nur noch um 4,3 Prozent, nach 5,0 Prozent im ersten Quartal. Chinas Politbüro kündigte zwar Unterstützungsmaßnahmen an, blieb aber bislang ohne konkrete Details.

8.000 Stellen sollen Kosten senken

Als Reaktion auf den Gewinneinbruch kündigte BMW an, weltweit 8.000 Stellen zu streichen – mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Konzernchef Milan Nedeljković setzt zugleich auf die „Neue Klasse“ als Hoffnungsträger, die die Wende bringen soll. Der Stellenabbau stößt jedoch auf Widerstand: Die taz kritisierte die Strategie als Angriff auf die Mitbestimmung, da Teile der Belegschaft an kleinere Firmen ohne eigenen Betriebsrat ausgelagert werden könnten.

BMW steht damit nicht allein. Auch Volkswagen plant laut eigenen Angaben weitere 50.000 Stellenstreichungen bis 2030 und stellt sogar Werksschließungen in Deutschland in Aussicht. Die Branche kämpft branchenweit mit hohen Energiekosten, US-Zöllen und wachsendem Druck aus China. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche forderte die EU-Kommission deshalb auf, bei den CO2-Flottengrenzwerten mehr Technologieoffenheit zu zeigen und auf Strafzahlungen zu verzichten, die den Autobauern Mittel für die Transformation entziehen würden.

DZ Bank stuft ab, Aktie fällt weiter zurück

Die DZ Bank reagierte am Donnerstag mit einer Herabstufung: Analyst Michael Punzet senkte die Einstufung von „Kaufen“ auf „Halten“ und kürzte den fairen Wert von 75 auf 65 Euro. Begründung: Die China-Schwäche dürfte sich vor dem Kapitalmarkttag Ende September kaum aufhellen. Damit bleibt der zuletzt ausgegebene faire Wert der DZ Bank weiterhin oberhalb des aktuellen Kursniveaus.

Am Markt kommt die Nachrichtenlage entsprechend an: Die BMW-Aktie gibt am heutigen Freitag um 2,11 Prozent auf 59,40 Euro nach. Damit notiert das Papier rund 6,20 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der kurzfristige Abwärtstrend intakt bleibt. Für Anleger bleibt die Gemengelage aus schwachem China-Geschäft, angekündigtem Stellenabbau und vorsichtigeren Analystenstimmen damit vorerst belastend.

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– 1,22 EUR -2,01 %
KGV 5,38
Sektor Zyklischer Konsum
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Marktkapitalisierung 35,91 Mrd. EUR
ISIN: DE0005190003 WKN: 519000

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