Die jüngste Kehrtwende in Washington nimmt spürbar Druck von der BMW-Aktie. Der vorläufige Stopp der angedrohten US-Strafzölle auf europäische Autoimporte entschärft eine akute Belastung, gleichzeitig unterstreicht der Konzern mit einem großen Anleihe-Deal und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm seine finanzielle Stärke. Wie solide steht der Titel damit zum Wochenschluss tatsächlich da?
Politische Entspannung und Rückkaufprogramm
US-Präsident Donald Trump hat die für den 1. Februar 2026 angedrohten Strafzölle auf europäische Autoimporte vorerst ausgesetzt. Grundlage ist eine grundsätzliche Einigung im Streit um Grönland und die Arktis-Region. Für die europäische Autoindustrie bedeutet das eine wichtige Entlastung – auch BMW profitiert, nachdem die Aktie zuvor unter der Unsicherheit gelitten hatte.
Parallel rückt die Kapitalallokation des Konzerns in den Mittelpunkt. Eine aktuelle Analyse von Simply Wall St kommt zu dem Schluss, dass die BMW-Aktie auf dem aktuellen Bewertungsniveau fundamental unterbewertet wirkt. Vor diesem Hintergrund gewinnt das laufende Aktienrückkaufprogramm (Tranche 2025/2027) an Bedeutung. Die zweite Tranche läuft bereits seit dem 2. Januar 2026, das Management nutzt die jüngste Kursschwäche aktiv zum Rückkauf eigener Anteile.
Marktbeobachter interpretieren dies als Indiz für Vertrauen in die eigene Ertragskraft. Am Markt spiegelt sich die gemischte Gemengelage in einem moderaten Rückgang: Mit rund 88 Euro liegt der Kurs zwar knapp 8 % unter dem Niveau zu Jahresbeginn, aber immer noch deutlich über dem 52-Wochen-Tief von gut 63 Euro.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Strafzölle der USA auf europäische Autoimporte vorerst ausgesetzt
- BMW nutzt Kursrückgang für laufendes Aktienrückkaufprogramm (Tranche 2025/2027)
- Anleiheemission über 2,3 Mrd. Euro mehrfach überzeichnet
- Analysten uneins: günstige Bewertung vs. strukturelle China-Risiken
- Kurs etwa 9 % unter 52-Wochen-Hoch, aber klar über 200-Tage-Durchschnitt
Anleihemarkt signalisiert Vertrauen
Während Wettbewerber wie Volkswagen mit Personalnachrichten im Top-Management für Unruhe sorgen, setzt BMW in dieser Woche ein anderes Signal. Am 20. Januar platzierte der Konzern eine Unternehmensanleihe in drei Tranchen mit einem Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BMW?
Die Nachfrage war deutlich: Das Orderbuch summierte sich auf mehr als 7,6 Milliarden Euro und war damit mehrfach überzeichnet. Für institutionelle Investoren scheint die Bonität der Münchener trotz branchenspezifischer Risiken wie China-Schwäche und Transformationskosten in Richtung Elektromobilität weiterhin attraktiv.
Die aufgenommenen Mittel dienen der Refinanzierung und stärken gleichzeitig die Liquidität. Damit schafft sich der Konzern finanziellen Spielraum für die anstehende Markteinführung der „Neuen Klasse“, die für die nächste Phase der E-Auto-Strategie zentral ist.
Analystenbild und Charttechnik
Fundamental spricht aus Sicht vieler Bewertungsmodelle die günstige Kennzahlenbasis für den Titel. Das für 2025 erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 8,2 deutet im Branchenvergleich auf eine moderate Bewertung hin. Dennoch bleiben große Investmentbanken vorsichtig.
- Barclays bestätigte jüngst das Votum „Underweight“ und verweist vor allem auf strukturelle Risiken im China-Geschäft.
- Berenberg stufte die Aktie auf „Hold“ herab, da kurzfristige positive Katalysatoren für eine deutliche Neubewertung derzeit fehlen.
Charttechnisch versucht die Aktie, sich oberhalb von 87 Euro zu stabilisieren. Mit einem aktuellen Niveau von rund 88 Euro notiert der Kurs etwa 9 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch von gut 97 Euro, bleibt aber komfortabel über dem 200‑Tage‑Durchschnitt von knapp 85 Euro. Der 50‑Tage‑Durchschnitt bei gut 91 Euro verläuft dagegen noch darüber, was die Konsolidierungsphase der vergangenen Wochen widerspiegelt. Der 14‑Tage‑RSI von rund 37 signalisiert eine technisch eher schwache, aber nicht überverkaufte Verfassung.
Ein klarer Ausbruch über die Marke von 90 Euro, die zuletzt als Widerstand fungierte, erscheint ohne neue fundamentale Impulse kurzfristig wenig wahrscheinlich.
Ausblick: März als nächster Prüfstein
In den kommenden Wochen verschiebt sich der Fokus auf die operative Umsetzung der Strategie im ersten Quartal. Der nächste zentrale Termin ist die Vorlage des Geschäftsberichts 2025 inklusive detaillierter Prognose für das laufende Jahr am 12. März 2026. Dann dürfte sich zeigen, ob die finanzielle Stärke, das politische Aufatmen bei den Zöllen und das aktive Rückkaufprogramm ausreichen, um die anhaltende Skepsis vieler Analysten zu relativieren und dem Kurs neue Dynamik zu geben.
BMW-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BMW-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:
Die neusten BMW-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BMW-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BMW: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

