BMW Aktie: Schwerer Einstand für Nedeljkovic

BMW-Chef Nedeljkovic meldet schwache Quartalszahlen und plant 8.000 Stellenstreichungen weltweit. Die China-Krise belastet das Ergebnis massiv.

Redaktion Stock-World ·
Moderne, technologisch fortschrittliche Fertigungshalle in der Automobilindustrie mit atmosphärischer Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzrückgang um knapp 8 Prozent
  • Operative Marge im Autogeschäft eingebrochen
  • China-Absatz um fast ein Drittel gesunken
  • Hoffnung auf neue Elektroplattform 'Neue Klasse'

Noch keine drei Monate im Amt, und schon die erste Gewinnwarnung: Milan Nedeljkovic hat als neuer BMW-Chef einen denkbar harten Einstand. Am Donnerstag musste der Münchner Autobauer schwache Quartalszahlen vorlegen und gleichzeitig einen weltweiten Stellenabbau bestätigen. Die China-Krise, die andere deutsche Hersteller schon länger plagt, hat BMW nun mit voller Wucht erreicht.

Der Umsatz sank im zweiten Quartal um knapp 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Deutlich schmerzhafter fiel der Effekt auf die Marge aus: Die operative Gewinnmarge im Autogeschäft brach von 5,4 auf 2,3 Prozent ein. Das Konzern-EBIT sackte um 39 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro, unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro übrig — ein Rückgang von mehr als einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Immerhin: Analysten hatten im Vorfeld noch mit einem stärkeren Einbruch gerechnet, die Aktie gab vorbörslich moderat nach.

China bleibt der wunde Punkt

Der Absatz in China brach im zweiten Quartal um fast ein Drittel ein, bei Verbrennermodellen sackten die Juni-Verkäufe sogar um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bringt das Problem auf den Punkt: BMW habe in den vergangenen vier Jahren bereits ein Drittel seiner China-Verkäufe verloren, und der Trend zeige eher nach unten als nach oben. Sein Befund fällt hart aus — das über Jahrzehnte in Deutschland entwickelte, kostenintensive und vielfältige Geschäftsmodell funktioniere in China schlicht nicht mehr.

Der Preisvergleich, den Dudenhöffer zieht, verdeutlicht das Dilemma: Während Xiaomi sein Einstiegsmodell für unter 30.000 Euro anbietet, startet die neue iX3 aus der „Neue Klasse“-Reihe in Deutschland bei 63.400 Euro. Rechnet man das Modell auf rund 40.000 Euro für den chinesischen Markt um, gilt es dort bereits als zu teuer. Nedeljkovic selbst betonte, man wolle die Transaktionspreise stabil halten, um die Profitabilität der Händler nicht zu gefährden — auf aggressive Rabattschlachten will BMW demnach verzichten.

Während China schwächelt, laufen die Geschäfte in Europa und Amerika deutlich besser: Beide Regionen verzeichneten Zuwächse von über 7 beziehungsweise über 9 Prozent. Diese Stärke reicht bislang jedoch nicht aus, um den China-Einbruch auszugleichen.

Stellenabbau als Antwort

BMW will weltweit 8.000 Stellen streichen und legt dafür ein Abfindungsprogramm in Deutschland auf. Nedeljkovic beschreibt die Maßnahme als Teil einer umfassenderen Reorganisation von Vertrieb, Einkauf, Entwicklung und Technologie — nicht als reinen Personalabbau. Der Umbau soll über zwölf bis achtzehn Monate laufen, mit dem Ziel, das Unternehmen schlanker und schneller zu machen. Finanzvorstand Walter Mertl verwies zusätzlich auf bereits realisierte Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, die nun weiter beschleunigt werden sollen.

Der Vergleich mit den deutschen Konkurrenten zeigt, wie eng das Feld inzwischen zusammengerückt ist. BMW lag beim Quartalsgewinn zwar noch vor Mercedes-Benz, das 1,09 Milliarden Euro auswies. Volkswagen kam mit 1,54 Milliarden Euro zwar auf einen höheren Wert, ist aber auch deutlich größer aufgestellt.

Hoffnungsträger Neue Klasse

Die Zahlen der vergangenen Jahre zeichnen ein klares Abwärtsbild: Nach 6,6 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2023 und 5,7 Milliarden im Jahr 2024 sackte der Wert 2025 auf 4,0 Milliarden Euro ab. Im ersten Halbjahr 2026 stehen nun noch 2,9 Milliarden Euro zu Buche.

Auf die neue Elektroplattform „Neue Klasse“ setzt BMW seine Hoffnung für die Trendwende. Das Modell iX3 wurde bereits mehr als 50.000-mal produziert, die Bestellungen nähern sich der Marke von 100.000. Der Ramp-up in China soll bis Jahresende erfolgen, das Feedback zur Langversion des iX3 bezeichnete Mertl als „extrem positiv“.

Eine schnelle Erholung zeichnet sich damit trotzdem nicht ab. Die Restrukturierungskosten werden das Ergebnis auch in der zweiten Jahreshälfte belasten. Die Konzernprognose einer EBIT-Marge zwischen 1 und 3 Prozent für das laufende Jahr bleibt bestehen — den strategischen Zielbereich von 8 bis 10 Prozent will BMW nach eigenen Angaben erst zu Beginn des kommenden Jahrzehnts wieder erreichen.

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