BMW Aktie: Sparkurs trifft Rückenwind
BMW senkt die Margenerwartung für 2026, während Anleger auf den beschleunigten Umbau des Konzerns setzen.

Kurz zusammengefasst
- Auto-Marge 2026 zwischen minus und plus 0,5 Prozent
- Auslieferungen voraussichtlich fünf bis zehn Prozent niedriger
- China-Absatz im dritten Quartal um rund ein Viertel gesunken
- Abfindungsprogramm nach starkem Interesse beendet
Eine zweite Prognosesenkung binnen eines Jahres, und trotzdem greifen Anleger zu: Die BMW-Aktie legte am Mittwochvormittag um 1,7 Prozent auf 58,80 Euro zu. Der Grund liegt weniger in den Zahlen als in dem, was der Konzern damit verbindet. Das Management verschärft seinen Umbau und will ihn schneller durchziehen.
Prognose rutscht an die Nulllinie
Konzernchef Milan Nedeljkovic erwartet für 2026 in der Autosparte nur noch eine Ebit-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Zuvor standen 1 bis 3 Prozent im Plan. Auch bei den Auslieferungen wird der Konzern vorsichtiger und rechnet nun mit einem „moderaten“ Rückgang von 5 bis 10 Prozent.
Den Ausschlag geben Sonderlasten. Stellenabbau und Portfoliomaßnahmen drücken die Marge im Jahresverlauf um 2,5 Prozentpunkte, bisher war allein für den Jobabbau von 1,25 Punkten die Rede. Finanzchef Walter Mertl betonte, die schwächeren Verkaufsaussichten allein hätten keine Senkung erfordert.
Zwei Gründe nennt BMW: Der Stellenabbau kommt schneller voran als geplant. Zudem läuft der Hochlauf der „Neuen Klasse“ bei guter Nachfrage rascher, ältere Batteriemodelle laufen dadurch früher aus.
Wie das Quartal ausfiel
Das dritte Quartal selbst zeigt den Druck aus China. Der Umsatz sank um fast 6 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um fast 30 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. BMW verlor in China rund ein Viertel seines Absatzes.
Die Marge der Autosparte gab um 1,8 Punkte auf 3,4 Prozent nach. Das übertraf allerdings die Erwartungen der Analysten. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi verwies auf eine etwas bessere Automarge als gedacht, eine schwächere Finanzsparte und Rückenwind durch eine Vergleichsvereinbarung. Anleger konzentrierten sich seiner Einschätzung nach ganz auf die Umbaumaßnahmen.
Unverändert bleibt die Prognose für den Vorsteuergewinn: ein „deutlicher“ Rückgang von mehr als 15 Prozent. Beim freien Mittelzufluss im Autogeschäft rechnet Mertl weiter mit mehr als 2,5 Milliarden Euro.
Abbau geht weiter
Das Abfindungsprogramm war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen wieder geschlossen worden, weil das Interesse überraschend groß war. Laut Nedeljkovic beteiligten sich „genau die richtigen Personengruppen“. Das Programm sei abgeschlossen, das Thema aber nicht. Eine Jobzahl nannte er nicht: „Wir gehen so weit, wie uns die Füße tragen.“
Für Aktionäre bleibt vorerst offen, was das für die Ausschüttung bedeutet. BMW will Spar- und Modellmaßnahmen bei Dividende und möglichen Aktienrückkäufen berücksichtigen. Genaueres soll es laut Mertl erst im neuen Jahr geben. Die Aktie steht seit Jahresbeginn noch immer mehr als ein Drittel im Minus.
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