Totgesagte leben länger – das gilt offenbar auch für Technologien, die bei BMW längst als Geschichte galten. Während die Konkurrenz oft stur auf „Electric Only“ setzt, sickern aus München überraschende Pläne durch: Der bayerische Autobauer prüft ein spektakuläres Comeback des Range Extenders für seine Flaggschiffe. Ist dieser pragmatische Schritt genau der Treibstoff, den die Aktie jetzt braucht, um aus ihrer Unterbewertung auszubrechen?
Angriff auf die Reichweitenangst
Jahrelang galt der Range Extender (EREV) seit dem Ende des BMW i3 als Auslaufmodell. Doch Berichten zufolge findet in der Konzernzentrale ein Umdenken statt. Für die prestigeträchtigen Baureihen BMW X5 und die 7er Reihe evaluiert das Management die Wiedereinführung dieser Technologie.
Der Clou dabei: Ein kompakter Verbrennungsmotor dient ausschließlich als Generator, um die Batterie während der Fahrt zu laden, treibt aber die Räder nicht direkt an. Dieser strategische Schwenk zielt genau auf die wunden Punkte in Schlüsselmärkten wie den USA und China: die Angst vor mangelnder Reichweite. CEO Oliver Zipse, der für seine beharrliche „Technologieoffenheit“ oft kritisiert wurde, könnte sich damit bestätigt sehen. Während reine E-Auto-Hersteller mit Nachfrageschwächen kämpfen, verschafft sich BMW durch diese Flexibilität auf den großen Plattformen möglicherweise einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Goldman Sachs: Massive Unterbewertung
Die operative Flexibilität trifft auf eine Bewertung, die Experten aufhorchen lässt. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Coverage für den Autobauer wiederaufgenommen und spricht eine klare Kaufempfehlung aus.
Das Kursziel von 112 Euro signalisiert ein massives Aufholpotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Am Freitag schloss das Papier bei 88,00 Euro, was einer leichten Tagesveränderung von 0,18% entspricht. Die Analysten halten die Skepsis des Marktes gegenüber den traditionellen Herstellern für überzogen, insbesondere da BMW im Premiumsegment stark positioniert bleibt. Dass die Aktie trotz einer Erholung von über 12% seit Jahresanfang noch immer weit unter dem Kursziel der Bank notiert, verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Marktwahrnehmung und Substanz.
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Licht und Schatten im Operativen
Abseits der großen Strategie-Diskussion liefert der Konzern gemischte, aber überwiegend solide Signale:
- Motorrad-Boom: Die Zweirad-Sparte feiert einen wichtigen Meilenstein. In Partnerschaft mit TVS wurden 200.000 Einheiten produziert – eine stabile Ertragssäule abseits des volatilen PKW-Geschäfts.
- Rückruf-Dämpfer: Ein Rückruf von rund 24.000 Fahrzeugen der Kompaktklasse wegen Sensorfehlern trübt die Stimmung nur marginal.
- China-Faktor: Die jüngste Gewinnwarnung, ausgelöst durch die Schwäche im Reich der Mitte, scheint im Kurs inzwischen eingepreist zu sein.
Fazit: Pragmatismus als Kurstreiber?
Die BMW Aktie steht an einem spannenden Punkt. Technisch notiert das Papier nur noch knapp 3,5% unter seinem 52-Wochen-Hoch von 91,16 Euro. Gelingt der Ausbruch, wäre der Weg charttechnisch frei.
Viel wichtiger ist jedoch die fundamentale Botschaft: Die mögliche Rückkehr zur Range-Extender-Technologie ist kein Rückschritt, sondern eine pragmatische Absicherung gegen die Risiken einer stockenden E-Mobilitätswende. Wenn Anleger diesen Kurs als cleveren Schachzug interpretieren und nicht als Orientierungslosigkeit, könnte das ambitionierte Kursziel von Goldman Sachs schnell in greifbare Nähe rücken.
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